Schisser und Glückspilz

Ich hatte einen Hautarzttermin. Heute Nachmittag. Und was hatte ich Schiss! Das wird immer schlimmer bei mir: Mit der Angst vor Arztterminen. Früher war ich Hardcore. Weisheitszahn ziehen? Kein Problem! Nein, ich brauche doch keine Betäubung! Mittlerweile hält mich nur die Angst vor der Spritze von einer Betäubung bei der Zahnsteinentfernung ab.
Heute also Hautarzt. Ich hatte den Termin ausgemacht, als mich ein Leberfleck in 3D unterhalb der Achsel anfing zu nerven. Irgendwie hing der plötzlich nur noch am an einer kleinen Stelle am Körper, wurde immer dunkler und fing an sich unangenehm anzufühlen, weil permanent die Kleidung daran scheuerte. >Tut mir leid, wegen der Details<
Und wie das immer so ist, kam – kaum hatte ich den Termin ausgemacht – mein Kollege am nächsten Tag mit diversen Pflastern an Hals, Nase und Hinterkopf. Ja, er hatte sich am Vorabend diverse Leberflecken entfernen lassen. So hatte ich natürlich einen optimalen Ratgeber. Ich ließ mir alles haarklein berichten. Betäubung? Darf man duschen? Wie lange dauert es? Tat es weh? Wieso musste es genäht werden? Wie lange bleiben die Fäden drin?

Heute Morgen das Ganze nochmal. Und dann überlegte ich, den Termin abzusagen. Du liebe Zeit, was würde passieren, wenn der Arzt sich aus Versehen verschneiden würde? Oder mit der Spritze einen Nerv trifft? Würde ich meinen Arm noch bewegen können? Mann, Mann, Mann – ich kann mich ja sowas von reinsteigern!
Eine Stunde bevor ich losmusste, schaute ich noch einmal im Spiegel, ob eine Entfernung wirklich notwendig war. Ja, ja, ja, rief der Spiegel. Ich packte meine Tasche: Eine große Flasche Wasser, mein Tablet mit Zeitung  und Roman. Wer weiß, wie lange es dauern sollte. Im Wartezimmer musste ich aber nicht lange warten.
„Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte der Arzt. „Ich habe da einen…und der muss weg!“ Der Arzt zückte seine Riesenlupe und riss mein Pflaster ab, welches ich mir als Schutz, über besagten 3D-Fleck geklebt hatte und meinte: „Das ist kein Leberfleck. Das ist ein Hautbläschen, das sich entzündet hat. Und eben ist es abgefallen!“ Er klebte mir ein Pflaster auf, riet mir, die Stelle morgen mit Kamillentee abzutupfen. „Das war’s?“ Der Arzt strahlte mich an. „Ja, das war’s! Glück im Unglück sozusagen!“ Und ich konnte gehen. Glück im Unglück? Meine Güte, was übertreibt der Kerl denn so??????

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Kategorien: kennt ihr das?, Neues aus dem Hühnerstall | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Schisser und Glückspilz

  1. Musste leicht schmunzeln, aber bei manchen Sachen geht es mir inzwischen genauso. Gute Besserung.

    • *prust* Gute Besserung? du meinst sicher für meinen Gemütszustand? 😀 ja, ich muss dringend daran arbeiten. Aber ich fürchte, dass wird nix mehr in diesem Leben. Mir graut es davor, was alles auf mich zukommen kann, wenn ich erst mal das Seniorenalter erreicht habe…

      • Sorry, aber jetzt muss ich grade laut lachen. Ich habe keine Ahnung, wann ich das Seniorenalter erreicht habe. Auf jeden Fall um Jahrzehnte später als es mein Perso anderen erzählt. ;D Insofern sieh es einfach lässig. *grins*

      • naja, vorher ist man ja auch noch ein Best-Ager/bestager/ (Schande, wie schreibt man das? @wortakzente bitte hilf! 😀 – ‚bestager‘ hört sich auf deutsch gelesen echt drollig an)

      • *lol*

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