Ich gehe wieder…

…in den Keller. Zwangsläufig! Aber nur, wenn kein anderes Familienmitglied im Hause ist. Das vorher beschriebene Erlebnis ist nun über eine Woche her, und das sechs-, acht-, zehn-, zwölfbeinige Tier ist nicht mehr gesehen worden. Das ist einerseits natürlich beruhigend, andererseits aber auch ziemlich beunruhigend.

Ein mulmiges Gefühl bleibt, zumal ich zu den Leutchen gehöre, die sich immer alles so gerne bildlich vorstellen. Grauenhaft die Vorstellung, dass ich mir eine Flasche Orangensaft fürs Frühstück hole… Ihr kennt das: Orangesaft in Flaschen muss man schütteln, dann dreht man die Flasche um, um draufzuklatschen. Und wenn ich mir vorstelle, ich drehe die Flasche um, hole mit der anderen Hand aus und sehe dann …

Ich habe noch einmal im Archiv gekramt. Weil doch immer wieder mal neue Leute hier vorbeikommen, hier noch einmal eine Geschichte aus der Vergangenheit:

Pfui Spinne

„Aber was machen Sie, wenn das Tierchen wieder rausgekrabbelt kommt?“, fragte mich mein Kollege vor einiger Zeit, als wir uns darüber unterhielten, ob man Spinnen mit dem Staubsauger aufsaugen sollte (ja, manchmal haben wir auch für derartige Gespräche Zeit).
„Ha, ha, ha“, antwortete ich, „das überlebt die doch gar nicht!“
„Was macht Sie da so sicher?“
„Ich habe es in der Zeitung gelesen. Vor vielen Jahren schon.“
„Ach ja?“

Lächerlich, dachte ich, der will mich doch nur verunsichern. In der Zeitung damals stand, und das weiß ich noch ganz genau, dass die zarten Spinnenbeine dem Sog nicht standhalten.
„Spinnen können sicher auch mit vier Beinen noch krabbeln.“
Er gab keine Ruhe und mir lief ein Schauer über den Rücken.

Beim nächsten Hausputz musste ich wieder an das Gespräch denken. Ich war mit dem Staubsauger auf den Weg in den Flur und schaute nach oben. Dort saß eine Spinne schon seit Tagen unbeweglich an der Decke. Eigentlich wollte ich sie ja gar nicht aufsaugen. Es war so eine Spinne mit langen dünnen Beinen, die, die mir eigentlich nichts ausmacht, solange nicht die Gefahr besteht, dass sie in meinem Schlafzimmer, im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer, im Bad oder in der Küche auftaucht.

Solange sie schon dort oben saß, schaute ich immer wieder bei ihr vorbei und kontrollierte, ob sie sich irgendwie bewegt hatte. Und an diesem Tag hingen dort oben plötzlich 16 Beine! An acht der 16 Beine hing eine Körperhülle. „Das geht nun doch zu weit“, dachte ich. Häuten sich Spinnen? Oder ist da ein Geschlechtsgenosse ausgesaugt worden? *schluck*

Ich schaltete den Staubsauger ein und machte – zack – kurzen Prozess. Und dann dachte ich an das Gespräch mit meinem Kollegen. Vorsichtshalber saugte ich noch ein bisschen herum, damit noch „schweres Geschoss“ hinterherflog. Katzenstreu-Kügelchen, messerscharfe Fikusblätter, getrocknete Brotkrümel, Katzenhaare, aus deren Dickicht es kein Entkommen geben konnte.

Kurze Zeit später stand der Staubsauger wieder an seinem Platz im Arbeitszimmer. Und wieder musste ich an das Gespräch denken. Ich ging zum Arbeitszimmer und schloss die Tür ab – vorsichtshalber.

Ja, ich höre euch schon lachen, wenn ihr das hier lest. Aber glaubt bloß nicht, dass ich alleine mit dieser Sorge bin. Ich habe bei Google nachgeschaut. „können Spinnen a …“ habe ich nur eingegeben, mehr musste ich nicht tippen, und da stand es schon: „können spinnen aus dem staubsauer kommen“.

Und wenn ihr es ebenfalls googelt, werdet ihr sehen, dass es ungefähr 127.000 Ergebnisse gibt. Und ihr dachtet, nur ich wäre verrückt? Von wegen!  

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Kategorien: Archiv, frisch gelegt, Neues aus dem Hühnerstall | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Ich gehe wieder…

  1. So das war das letzte Mal, dass ich in diesem Jahr etwas zu diesem Thema geschrieben habe.
    Und ich werde auch in diesem Jahr nix über die beknackte Zeitumstellung schreiben. Versprochen!
    😀

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