Bin ich die Einzige?

Ich bin ja oft die Einzige. Die Einzige, die sich aufregt. Die Einzige, die etwas reklamieren möchte. Die Einzige, bei der irgendeine technische Errungenschaft nicht funktioniert. Und alle anderen werden es auch nicht leid, mir das immer wieder zu bestätigen. „Wir machen das seit Jahren, und Sie sind die Erste, die sich beschwert!“ Ja, genau, ich bin nicht nur die Einzige, sondern immer auch die Erste. Ihr kennt das? Ihr seid auch immer die Ersten und Einzigen?

Noch schöner wird dieser Zustand der Einzigartigkeit, wenn man gesagt bekommt, man solle sich doch nicht so aufregen. Und das dann noch von seinem Lebensabschnittsgefährten.

K2 war auf einem Geburtstag eingeladen. Letzten Sonntag. Von 15 bis 22 Uhr sollte es gehen. So stand es in der Einladung. Und: „Ihr werdet heimgefahren“. Na, ob das was wird, fragte ich mich schon im Vorfeld. 22 Uhr finde ich für eine 12-Jährige, an einem Sonntag auch eigentlich ein bisschen spät. Aber man will ja kein Spielverderber sein. Aber natürlich kam es, wie geahnt. Um 22:10 Uhr fragte ich bei K2 via SMS, ob sie im Auto sitze. Nein, kam die Antwort, sie würden noch ganz gemütlich zusammensitzen. *augenroll*
Ich: Wann wirst du heimgefahren?
Sie: Weiß nicht
Ich: DANN FRAG!
Sie: Zwischen 10 und 11
Ich: Es ist zwischen 10 und 11
Keine Antwort mehr. Ich wollte ins Bett. Ich hatte schon mein Schlafzeug an. Wäre ich nicht nachtblind und wäre es nicht so weit zu fahren gewesen, hätte ich mein Kind geholt.
Um halb elf fragte ich meine Jüngste erneut, ob sie jetzt im Auto säße. Nein, kam die Antwort. Wir gucken gerade Bilder. Ist ja super. Mein Lebensabschnittsgefährte war mittlerweile von seinem Saunaabend zurück und fläzte sich auf seinem Bett. Und ich regte mich auf. Dann kam es: „Jetzt reg‘ dich doch nicht auf!“
„Wieso denn nicht?“, giftete ich und rief bei der Geburtstagsparty an.
„Wir fahren jetzt gleich los“, fiel mir die Geburtstagskindmutter ins Wort, kaum, dass ich mich gemeldet hatte. „Das ist sehr nett!“, presste ich hervor. Nein, ich würde jetzt am Telefon kein Theater machen. Um 23 Uhr war K2 endlich zuhause.

„Und wie war es?“, fragte ich. Nach den zu erwartenden Lobgesängen, erzählte uns K2  folgende Geschichte einer anderen Mutter eines Gastkindes (die nicht so weit zur Party zu fahren hatte): „Die Mutter von T.  hat um zehn bei S. (Geburtstagskind) auf dem Handy angerufen und gefragt, wo T. bleibt. Dann kam sie mit dem Auto gefahren. So richtig mit quietschenden Reifen!“ K2 zeigte sich ob der quietschenden Reifen richtig beeindruckt. Und natürlich war die Mutter auch wie quietschenden Reifen davongebraust. Aber nicht ohne vorher rumzumeckern.

Da soll noch mal einer sagen, ich wäre die Einzige… *pfff*

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Kategorien: Ansichtssache, Neues aus dem Hühnerstall | Hinterlasse einen Kommentar

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