Gutaussehender Mann vor der Haustür

Mir ist aufgefallen, dass es in diesem Land kaum (noch?) gut aussehende Männer gibt. Die Anforderungen der Kerle ans weibliche Geschlecht sind hoch, aber sie selbst haben kaum etwas zu bieten.

Und doch, ich habe einen gefunden. Ein Aushilfsfahrer von DHL. Oh wow! Völlig unvorhergesehen stand er vor dem Hühnerstall.

Ich stand gerade zwischen Tür und Angel vom Badezimmer, weder angezogen noch ausgezogen, als es klingelte. Der Hahn war außer Haus. „Die Post“, tönte es durch die Sprechanlage. Was? Um die Uhrzeit? Welche Post denn überhaupt? Unser DHL-Bote kommt eigentlich eine Stunde früher und das war definitiv auch nicht seine Stimme.

Ich fing an zu rotieren: Zurück ins Schlafanzugoberteil? Ging nicht – hat so eine dämliche Applikation. Also Jacke von der Garderobe übergeworfen. Dort hing auch noch eine Jeans vom Hahn. Also schnell hineingesprungen und ab zur Tür. Da stand niemand. Mist, der Kerl hatte das Tor nicht aufgedrückt.

Also musste ich auf Socken zum Tor laufen. Und da stand er. Jung, knackig, gut aussehend – irgendwie italienisch – AUSGERECHNET. Wenn ihn mein Anblick irgendwie verstört haben sollte, so hatte er seine Gesichtszüge hervorragend im Griff.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass dieses Erlebnis lange an mir genagt hat, oder? Irgendwann konnte ich noch einmal einen Blick auf den hübschen Kerl erhaschen, als er mit seinem „Dienstwagen“ vorbeifuhr, aber Päckchen gab es keine mehr.

Ein ausgeklügelter Plan

Doch das mit dem Päckchen ließe sich ja ändern. Und wer schickt mit DHL? Amazon. Und ich wollte sowieso ein Buch bestellen. Wann bestellt man bei Amazon, wenn man samstags seine Ware haben möchte? Donnerstag abends.

Und so saß ich, zum ersten Mal in diesem Jahr, an einem Samstag gekämmt, geschminkt und ordentlich angezogen am Frühstückstisch. Ich hatte mein Croissant gerade zur Hälfte aufgegessen, als es klingelte. „Mein Buch!“, rief ich und sprang auf, eilte zur Tür, ließ die Brille unterwegs liegen, wischte mir die Marmeladenreste vom Mund, weiter zum Tor und stand vor dem DHL-Transporter, in dem heftig gekruschelt wurde.

Dann kam er raus und es war, das konnte ich auch ohne Sehhilfe erkennen, unser bekannter DHL-Bote (seit mehr als zehn Jahren). Er baute sich vor mir auf. „Wow! Hühnchen, was ist denn mit dir los? Was hast du denn noch vor? Musst du heute noch arbeiten?“ Ääää, ja – okay – das war dann wohl nix.
Aber den anerkennenden Blick habe ich auch ohne Brille bemerkt und auch, wenn er nicht so gut aussieht, charmant ist er allemal.

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