Noch eine Schlüsselgeschichte

Ihr wisst selber, dass die Sache mit dem verlorenen Schlüssel keine Altersfrage ist. Von wegen, das passiert nur meinem Schwiegervater. In der Woche gab es prompt noch ein Schlüsselerlebnis. Es kommt eben immer alles zusammen.

Es war ja die Woche vor Pfingsten. Die Woche in der die GDL noch einmal so richtig die Sau rauslassen wollte. Streiken ab Mittwoch ohne Ende (bzw. ohne das Ende vorherzusagen). Der Hahn und einige seiner Kollegen nahmen in dieser Woche an einen Lehrgang, Workshop oder was auch immer in Hannover teil und fuhren trotz des angekündigten Streiks Dienstagnachmittag schön mit der Bahn nach Hannover. Ein weiterer Kollege wunderte sich sehr (ich mich ehrlich gesagt auch): „Wie sollen wir denn am Donnerstag nach Hause kommen?“, frage er und beschloss seinerseits mit dem Auto die Dienstreise anzutreten, und weil der Kongress, die Tagung oder was auch immer eigentlich erst am Mittwochvormittag beginnen sollte, setzte er sich auch erst mittwochs in aller Frühe ins Auto. Und während die Zugreisenden am Mittwochmorgen im Hotel beim Frühstück saßen, stand der Autofahrer im Stau (weil es ja wesentlich voller als sonst auf den Straßen war). Ja, so kann es gehen. Da kommt man sich besonders schlau vor und muss dann einsehen, dass man doch irgendwie was falsch gemacht hat.

Das blöde war, der Autofahrer kam zu spät und verpasste schon einiges von der Veranstaltung. Das schöne, er musste selber einen Vortrag, eine Präsentation oder was auch immer halten und konnte seine Materialien schön gemütlich im Kofferraum des neuen Wagens mit sich führen. Nachmittags also Auto ausgeladen, Kofferraum zu, Auftritt. Am nächsten Vormittag dann auschecken aus dem Hotel – auch hier ist es schön, wenn man das Auto hat, kann man dort doch schön alles verstauen und völlig unbelastet an den Nachmittagskursen teilnehmen. Die Bahnfahrer indes haben sämtliche Taschen immer dabei, und konnten ihren Nachmittag alles andere als unbeschwert genießen. Es stellte sich heraus, dass der Zug, für den die Sitzplätze reserviert waren, natürlich nicht fahren würde. Gerade als der Autofahrer triumphieren wollte, fiel ihm auf, dass sein Autoschlüssel nicht mehr da war. Nach langem Hin und Her kam er zu der Auffassung, dass der Schlüssel im Kofferraum liegen müsste, und weil es ein superneues supertolles Auto ist, hat es sich natürlich von alleine verschlossen. Hurra! Und nu? Mindestens drei Stunden von zuhause entfernt, ohne Fahrkarte, ohne Ersatzschlüssel.  Das Auto der Ehefrau war leider gerade in der Werkstatt, deshalb musste sich der Schwager in seinen Wagen setzen und gen Norden brausen.

Während die Bahntruppe in einem nicht gebuchten Zug herumstand, weil es keine Sitzplätze mehr gab, stand der Schwager des Autofahrers irgendwo in Mittelhessen im Stau. Da klingelte sein Handy. „Du kannst umdrehen. Ich habe den Schlüssel gefunden. Er war in der Jackentasche, und da hatte ich nicht geschaut…“

Jeder kann sich nun selber überlegen, wer von den Beteiligten wohl die schlechteste Laune hatte am Donnerstagabend seinerzeit vor Pfingsten.

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Kategorien: Eierschachtel, Neues aus dem Hühnerstall | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Noch eine Schlüsselgeschichte

  1. Claudia

    😂

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