Last Minute Mülltonnen

Es ist mir/uns ja schon öfter passiert, dass ich/wir vergessen haben, die Mülltonnen rauszustellen und euch sicher auch, oder? Aber es ist schon lange her. Letzten Mittwoch war es dann aber mal wieder soweit. Der Hahn dienstlich unterwegs und sollte erst am Donnerstag wiederkommen, und weder bei seiner Abreise noch bei den kurzen Telefonaten hatte er mich darauf hingewiesen, dass ich die blaue und die gelbe Tonne rausstellen müsse.

Am Mittwochmorgen krabbelte ich aus dem Bett und spähte aus der Dachluke im Schlafzimmer, um die Wetterlage einzuschätzen. Grau, grau, grau – K2 würde also mit dem Bus fahren müssen, was den Morgen nun etwas hektischer werden ließ (mit dem Rad hat sie 20 Minuten länger Zeit, bis sie aus dem Haus muss). Ich schaute von links nach rechts – aber eben nur oben. Hätte ich meinen Blick weiter unten schweifen lassen, wären mir auch die Mülltonnen der Nachbarn aufgefallen.

Eine Stunde später: K2 war bereits aus dem Haus, es hatte angefangen zu regnen. K1 hatte sich auch aus dem Bett geschält und lief zwischen Bad und ihrem Zimmer hin und her, ich war zur Hälfte angezogen und suchte mein Bürofrühstück zusammen, da hörte ich ein fernes Poltern. Und ich dachte mir: „Das hört sich an, als käme die …?!“ Und bevor ich ausgedacht hatte, schrie ich: „Kaaaaaaa 1! Die Müllabfuhr! Los guck auf den Plan, was heute gelehrt wird!“ K1 rannt die Treppe herunter, ich schnappte mir eine Regenjacke vom Haken und stürzte nach draußen ans Tor, und im selben Augenblick wurde mir bewusst, dass ich – sicherlich aus der Paniksituation heraus – einen Denkfehler gemacht hatte, was mich wahrscheinlich wertvolle Zeit kosten würde. Schließlich sah ich, als ich am Tor ankam, was die Nachbarn herausgestellt hatten. Also lief ich zurück und rief ins Treppenhaus: „Schnell! Den gelben Sack aus der Küche.“ Ich fegte in den Kellern und holte dort einen weiteren gelben Sack. Das Poltern kam näher. „Schneller, schneller, schneller!“ Mit den gelben Säcken rannte ich zum Tor. Ich schätzte die Müllabfuhr noch drei Häuser  entfernt – also noch hatten sie noch fünf Haushalte (beim direkten Nachbarn stand auch keine Tonne draußen). Ich schob beide Tonnen raus. Was würde zuerst gelehrt? Blau oder gelb? Das Müllauto bog ums Eck. Ein Müllmann schnappte sich die blaue Tonne. Ich rannte ins Haus zurück. „Schneeeeeell, die Altpapierkiste aus der Küche!“ Unter Anfeuerungsrufen rannte ich dann mit der Kiste zur Tonne und kam gleichzeitig mit dem Müllmann an. „Moment, Moment, Moment!“, rief ich und hörte daraufhin den Müllmann motzen, der sich ob meiner Schreierei erst der Tonne des Nachbarn gegenüber zuwandte. Irgendetwas von „das gibt es doch nicht“, „steht doch alles auf dem Plan“. Auch durch mein „ganz lieben Dank!!“ ließ er sich nicht erweichen. Erst als mich ansah oder besser als er meine  Oberweite erblickte, die im Sommerkleidchen gut zur Geltung kam (böse Zungen hätten vielleicht behauptet, mir wäre oben etwas rausgefallen) besserte sich seine Laune und er hatte sogar ein breites Grinsen freundliches Lächeln übrig. Wie schon oben beschrieben, war ich noch nicht komplett bürotauglich angezogen, und auch die Regenjacke stand weit offen. Aber was hilft es sich zu grämen? Letztendlich war es ja die Mülltonnengeschichte für jeden von uns zufriedenstellend ausgegangen. 😉

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Kategorien: Hühnerhaufen, Neues aus dem Hühnerstall | Schlagwörter: | Hinterlasse einen Kommentar

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