Heruntergespült

Habt ihr von der Frau gehört, die sich von der Klospülung der Mieterin in der Wohnung obendrüber nachts gestört fühlt? Die Dame hat dann wohl einen Brief durch die Tür geschoben und die Nachbarin (bzw. die Obendrüberin) gebeten, nachts nicht mehr zu spülen. Erst ab morgens 6 Uhr wieder. Die Nachts-Spülerin hat sich nicht daran gehalten und dann muss das ganze wohl in Streit ausgeartet sein. Die Kommentare in diversen Netzwerken und auf den Seiten der Berichterstatter triefen über vor Hohn und Spott.

Offensichtlich bin ich die Einzige, die irgendwie Verständnis für den Wunsch nach nächtlicher Ruhe hat. Und offensichtlich hat keiner der Spötter sein Bett neben oder unter dem Badezimmer eines Nachbarn. Halt nein, ich bin doch nicht die Einzige. K2 hätte sicher, würde sie diese Story kennen, auch größtes Verständnis. Ihr Bett steht direkt an der Wand vom Badezimmer im ersten Stock. Sie schläft förmlich mit dem Ohr am Spülkasten (und kann noch froh sein, dass wir so einen altmodischen Überputz-Spülkasten haben). Wenn K1 oder ich also mitten in der Nacht ins Bad torkeln, kann es durchaus sein, dass K2 gestört wird. Mit Sicherheit wird sie aber gestört, wenn ich am Wochenende aufgrund meiner inneren Uhr, zwischen 6 und 7 Uhr, dringend meine Blase entleeren muss. Da kann die Madame ausrasten, sowas traut man der zarten Person gar nicht zu. Manchmal fällt auch K1 früh aus dem Bett und sucht die Toilette auf, spült ab und lässt sich dann noch mal selig ins Bett gleiten, nichtsahnend, dass nebenan die kleine Schwester kurz vor einer Explosion steht: Nie kann man hier ausschlafen!

Kommt der kleine Wutteufel dann zum Frühstückstisch wird erst mal abgefragt: „Wer war das um 6 Uhr auf der Toilette?“ Ich habe mir am Wochenende längst angewöhnt, ins Bad im Erdgeschoss zu gehen – auch auf die Gefahr hin, dort von Katze überfallen und angeschrien zu werden (Wo warst du solange? Ich habe Hunger! Mir doch egal, dass du heute nicht zur Arbeit musst). Ich kann also ganz beruhigt sagen, dass ich es nicht gewesen bin. Es stellt sich dabei heraus, dass es sowieso nur eine rhetorische Frage von K2 war, denn sie erkennt schon am Pinkelgeräusch den Verursacher bzw. die Verursacherin (Herr Hahn geht immer nur unten – oben ist das Mädelsbad, ohne Wenn und Aber). Und dann kommt es auch schon – sie blickt zu K1: „Ich weiß sowieso, dass du es warst. Bei der Mama hört sich das ganz anders an!“

Nein, ich sage euch jetzt nicht, wer hier strullert oder eher plätschert…

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Kategorien: Eierschachtel, Neues aus dem Hühnerstall | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Heruntergespült

  1. Sqirrel

    Nein gehört habe ich davon nichts. Verständnis habe ich durchaus schon. Für beide. Für die, die nachts eben einfach mal „muss“, sie kanns ja schlecht ausschwitzen oder ausweinen und das dann stehen lassen stundenlang finde ich jetzt auch ziemich…würde ich auch nicht machen.
    Und auch für die Dame, die nicht schlafen kann. Ich habe drei kleine Kinder, ich WEISS wie dringend man Schlaf benötigen kann.
    Lösungsvorschläge kamen sicher schon viele, von Bett woanders hinstellen bis Ohrstöpsel, scheinbar hat nichts gefruchtet,sonst könnten wir davon nicht im Internet lesen.
    Da müssen die Damen dann wohl irgendwie durch.

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