Eine Weihnachtsgeschichte

Passend zur Jahreszeit, möchte ich euch heute mit einer Weihnachtsgeschichte beglücken. Es ist eine wahre Geschichte, die leider  kein versöhnliches Ende findet. Sie handelt von einem einfachen Mann, dem hin und wieder der Schalk im Nacken sitzt, und der in der Vorweihnachtszeit vom tugendhaften Weg abgekommen ist – dabei sollte es doch gerade jetzt genau anders herum sein. 

Der Christstollen

Herr Schalk ist Abteilungsleiter in einem mittelständischen Unternehmen. Seine Abteilung ist so groß, dass sie ein ganzes Stockwerk für sich beansprucht, und, bedingt durch das Treppenhaus, in zwei Seiten geteilt wird. Vielleicht ist die Abteilung auch gar nicht so groß, sondern der Platz einfach nur zu knapp. Wie das bei Menschen so üblich ist, bewirkt die räumliche Trennung auch eine gewisse Distanz zu der anderen Seite auf anderen Ebenen. Oder, um es positiv auszudrücken, man solidarisiert sich mit seiner Hälfte der Abteilung auf der eigenen Seite – in diesem Fall gibt es eine rechte und eine linke Seite (und das ist auf keinen Fall politisch gemeint; die Unterteilung in Ost und West, fände ich, da es sich um eine deutsche Geschichte handelt wesentlich problematischer)  😉 Herr Schalk sitzt auf der rechten Seite und steht bei den kleinen Nickeligkeiten des Alltags immer ein bisschen zwischen den Fronten. Das ist alles andere als angenehm, vor allem, weil doch Jeder den Chef gerne auf seiner Seite hätte.

Eines Dezembertages kam ein Bote der benachbarten Bäckerei des Weges und brachte zwei Christstollen für die Abteilung vorbei. Der Einfachheithalber bekam jede Seite einen Stollen. Die rechte Seite packte ihren schnurrstracks aus und jeder der vorbeikam, konnte sich ein Stück nehmen. Nach der Mittagspause wurde von dem Angebot reichlich Gebrauch gemacht. Die Mitarbeiter der linken Seite befanden, dass es noch zu früh sein, den Stollen anzuschneiden und ließen ihn eingepackt in ihrer „Essecke“ liegen. Es dauerte nicht lange, da gab es den ersten Ärger. Es hatte sich nämlich bis zur linken Seite herumgesprochen, dass man auf der rechten Seite bereits mächtig am Mampfen war. Also schlich sich der ein oder andere „Linke“ auf die rechte Seite und bediente sich am Kuchen (kann man das zu einem Stollen sagen? Will nicht immer dasselbe Wort benutzen).

Irgendwann war das weihnachtliche Gebäck auf der rechten Seite leer; natürlich gab es mächtig Gebrummel, weil man sich von der anderen Seite ja eifrig bedient hatte, aber nicht im Traum daran dachte, den eigenen Christstollen auszupacken. Herr Schalk, der alles mitbekommen hatte, hat er schließlich sein Büro auf der rechten Seite und demensprechend auch mitgegessen, beschloss nach einer Woche der Sticheleien, den Stollen der linken Seite in einem unbeobachteten Moment den Stollen verschwinden zu lassen.

Am nächsten Tag war die komplette Abteilung total aus dem Häuschen, ob des abhanden gekommenen Christstollens. Die rechte Seite war schadenfroh (gut, dass wir unseren schon gegessen haben), während sich die linke Seite ein Szenario nach dem anderen ausmalte, was hier wohl passiert war. Herr Schalk machte seinem Namen alle Ehre und lachte sich ins Fäustchen.

Und dann vergaß er die Geschichte und auch den Christstollen im Versteck in seinem Büro. Bis zu seinem letzten Arbeitstag in diesem Jahr…
Als er zuhause ankam, erzählte er seiner Frau von der Geschichte, und man konnte ihm anmerken, dass die ganze Sache sehr auf seinem Gewissen lastete. Frau Schalk lachte nur über die Geschichte, und machte damit auch ihrem Namen alle Ehre. Sie macht sich zudem nichts aus Christstollen. Und nun?

In diesem Sinne allen Leserinnen und Lesern

Fröhliche Weihnachten!!!!

 

 

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Kategorien: x-mas | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Eine Weihnachtsgeschichte

  1. Sqirrel

    Wow ein Windows 8 Kommentar 😛 Ich lese ihn trotzdem einfach von meinem alten ubuntu-Pc aus 😀

  2. Sqirrel

    Liebes Huhn, fröhliche und besinnliche (geht das gleichzeitig?) Weihnachten! Genieß die freien Tage mit deinen Lieben und nutze nur wenig dein neues schnelleres Internet 😉

    • Lieben Dank! Dass das Netz nun schneller geworden ist, merke ich gar nicht (war ja fast klar – habe auch noch nix geladen oder so). Aber ich habe einen neuen Rechner, den ich jetzt für diesen Kommentar zum ersten Mal nutze; mit Windows 8. huuuuiii, was ein Teil.

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