Das ist doch krank!

In letzter Zeit habe ich wieder jede Menge Bauchschmerzen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nichts körperliches ist. Es kommt von der Mauer, die sich vor mir aufgebaut hat. Eine Mauer von Aufgaben, Terminen, Erledigungen, to-do-Lists und jeder Menge Arbeit, die noch unbedingt abgearbeitet werden muss. Hinter dieser Mauer liegen die Weihnachtsfeiertage – endlich. Endlich Ruhe und Besinnlichkeit. Ich freue mich wirklich darauf.

Aber warum habe ich den Eindruck, dass der Preis für diese paar ruhigen Tage, jedes Jahr höher wird?
Seit meinem Sommerurlaub arbeite ich im Büro am Anschlag; es gibt kaum Zeit mit den Kollegen ein Pläuschchen zu halten oder einfach mal Ordnung in die Ablage oder ins Mailpostfach zu bringen, die Herbstferien habe ich ohne Urlaub (sonst immer eine Woche) durchgearbeitet. Unsere komischen Abteilungsbesprechungen, in denen wir stundenlang über dieselben Sachen sprechen (es wurde alles gesagt, nur noch nicht von jedem), helfen mir nicht gerade dabei, den Druck unter dem ich stehe, abzubauen.
Auch während ich das schreibe, stehe ich unter Druck, denn genau genommen habe ich ja überhaupt nicht die Zeit, mich hier so chillig an den Rechner zu setzen und zu bloggen.

Aber Donnerwetter nochmal, ich will bloggen!
Und ich will aufräumen. Hier sieht es aus! Durch das neue Esszimmer, suchen jede Menge Gegenstände einen neuen Platz. Der Keller ist vollgestellt mit Zeugs, was man irgendwie nicht mehr braucht, sich aber auch nicht traut, wegzuschmeißen. Ich habe noch keine Plätzchen gebacken, noch nicht einmal die Zutaten gekauft (und von meinem Schwiegerhuhn gibt es ja erst nach Heiligabend die von ihr selbstgebackenen Plätzchen für uns). Ich habe nicht weihnachtlich dekoriert. Außer Adventskranz und -kalender findet ihr hier nichts, was einen irgendwie festlich einstimmen könnte – von einer Außenbeleuchtung ganz zu schweigen. Notiz an mich:Vergiss nicht einen Weihnachtsbaum zu  kaufen.

Apropos Notizen an mich selbst. Ich habe die Übersicht verloren. In sämtlichen elektronischen Geräten, aber auch auf verschiedenen Zetteln, die im ganzen Hühnerstall anzutreffen sind, habe ich to-do’s hinterlassen. Grundsätzlich finde ich die Hinweise aber immer im unpassenden Moment.

Den Küken geht es nicht besser (aber ich hoffe, sie setzen sich nicht so unter Druck). Am schlimmsten hat es aber K2 getroffen. Drei Wochen lang, drei Arbeiten pro Woche. Dazu zweimal die Woche neun Stunden. Sie lernt nur noch von einer Arbeit zu anderen. Das sie wirklich etwas lernt, bezweifle ich stark. Vielmehr geht es nur noch darum, sich den Stoff der als nächstes anstehenden Klassenarbeit in die Birne zu hauen. Dass es dann schon schwer fällt, einen Termin für ihre Geburtstagsfeier zu finden, schmerzt mich als Mutter sehr. Immerhin hat der Elternbeirat eine Mail „Schluss mit den Hausaufgaben“ an die Klassenlehrerin geschrieben.

Noch eine Woche, dann haben wir es geschafft. Dann kehrt Ruhe ein. Dann ist zwar nicht alles erledigt – und auch das wird mir Bauchschmerzen bereiten – aber ich hoffe, dass ich dann wenigstens die Arbeit im Büro weggeschafft habe.Und ich hoffe, dass dann wenigstens der vierte Advent noch mit Kerzen, Plätzchen, Ruhe verbracht werden kann, bevor dann montags der Endspurt beginnt.

Ich will ja nicht jammern.
Will ich  nicht?
Doch will ich.
Das ist doch alles Scheiße krank!

Bisher kaum abgebrannt

Bisher kaum abgebrannt

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Kategorien: Neues aus dem Hühnerstall, x-mas | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Das ist doch krank!

  1. Claudia

    Doof :/
    Hier ist es derzeit auch stressig. Termine, Termine, Termine…Vorweihnachtszeit eben, Endjahresabrechnungs-dasmussnochschnell-Chaos halt.
    Immerhin, Baum haben wir. Sogar schon geschmückt. Schaffen wir nämlich am 24. dann nicht mehr bzw. wird zu stressig und außerdem schmückt er damit weihnachtlich unser Wohnzimmer.
    Ich mach immer mal wenns grade passt so ein bisschen Deko. Hier ein Fensterbild, da ne Lichterkette. Außenbeleuchtung? Gibt’s dieses Jahr nicht, schaffen wir zeitlich einfach nicht.
    Es geht also nicht nur euch so, auch wenn es hier nicht ganz so heftig ist wie bei dir. Am liebsten würde ich dir ja ein Plätzchen-Notfallpaket schicken. Denn man kann sagen was man will aber Plätzchen kann ich!
    Das Weihnachtsmenü habe ich vorsorglich übrigens auch stark reduziert. Es gibt den klassischen Kartoffelsalat und einen Tag gibt’s Ente aber ansonsten wird es ganz simple Kinderlieblingsgerichte geben, wie Spaghetti oder Spinat. Das essen meine Kinder eh lieber als ausgefeilte Festtagsmenüs und ich muss nicht den ganzen Tag in der Küche stehen und haufenweise Zeugs besorgen, unterbringen und vorbereiten. Der Abwasch fällt auch deutlich geringer aus, denn auch wenn das die Spülmaschine erledigt, alle Töpfe und Pfannen können eh nicht in den Spüler und dann steh ich eh wieder da und spüle von Hand…nee nee, dieses Jahr nicht.

    Ich drück dich mal.

  2. 2011 hatte ich die Hektik auch schon mal angeprangert. Im Gegensatz zu damals habe ich dieses Jahr nichts „Hausgemachtes“ http://wp.me/p1dYaO-wc Ich bin also durchaus lernfähig, was mich freut. Was mich nicht freut: dass es trotzdem nicht weniger stressig geworden ist (sondern eher mehr).

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