Die Traumkapelle

In der Adventszeit eröffnete K1 mit dem Orchester, in dem sie spielt, musikalisch einen kleinen Weihnachtsmarkt, der immer in einem Schlosspark stattfindet.

Wir waren zum ersten Mal dort. K2 und ich kamen im letzten Augenblick an und hasteten von einem zum anderen Ende, von wo schon die ersten weihnachtlichen Klänge zu hören waren.

Trotz aller Eile bewunderten wir den Schlosspark mit seinen schönen Wegen, Pavillons und einer kleinen Kapelle. Letztere lag etwas abseits vom Hauptweg. „Mama, was ist eine Traumkapelle?“, fragte K2 und zeigte auf die genannte kleine Kapelle und einen Wegweiser. „Traumkapelle“ las ich dort ebenfalls – ich dachte nämlich zuerst, K2 hätte sich verlesen. „Habe ich noch nie gehört. Keine Ahnung, was das ist.“ Wir beschlossen, auf dem Rückweg einen Blick in die weihnachtlich beleuchtete Kapelle zu werfen.

Den Rückweg später traten wir zu dritt an. K1, K2 und ich. Just auf der Weggabelung zur Traumkapelle traf ich Freunde, die ich begrüßen wollte. Ich schickte K2 alleine los. Ich konnte noch sehen, dass sie am Eingang der Traumkapelle freundlich von einer Frau in Empfang genommen wurde.
„Na, wollt ihr heiraten?“, fragte mich der Freund interessiert (zur Erinnerung oder für alle, die neu hier sind: ich lebe in wilder Ehe 😉 ).
„Wieso meinst du jetzt?“, fragte ich irritiert zurück.
„Hast du K2 jetzt losgeschickt, um das Aufgebot zu bestellen?“, er ließ sich nicht beirren.
„Was ist los? Willst du mal wieder auf eine Hochzeit gehen?“. Ich kapierte einfach nicht, was er wollte.
„Naja, zumindest auf einen Polterabend“, kam die Antwort. „Da drin kann man auch heiraten!“
So, so, in der Traumkapelle konnte man auch heiraten. Na ja, romantisch sah es auf jeden Fall aus.

Die Freunde gingen weiter. Ich glaube sie schüttelten ein bisschen den Kopf. K2 kam zurück. „Und, was hat die Frau zu dir gesagt?“, fragte ich. „Dass ich noch ein bisschen klein wäre. Da drin kann man heiraten.“ „Ja, hat mir F. auch gerade erzählt. Na los, Mädels, wir gehen weiter. K1, kommst du?“

K1 antwortete nicht. Sie stand wie festgewachsen, konnte den Blick nicht vom Wegweiser wenden und meinte dann nachdenklich: „Ist schon komisch, dass die hier Traumkapelle ohne M schreiben …“

Waaaasss???

Es hat fünf Minuten gedauert, bis wir uns wieder eingekriegt haben vor Lachen. Und ich wundere mich immer wieder, wie lang so eine Leitung sein kann…

 

Advertisements
Kategorien: Archiv, Neues aus dem Hühnerstall, x-mas | Ein Kommentar

Beitragsnavigation

Ein Gedanke zu „Die Traumkapelle

  1. housita

    Wunderbarer Kindermund 🙂 Ich hoffe, du hältst alles auch noch schwarz auf weiß fest, falls das Internet mal nicht mehr ist. Man weiß ja nie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: