Geöffnete Fenster

Kriege ich überhaupt noch was mit?, habe ich mich Sonntagmorgen im Bett liegend gefragt. Und die Frage passt so herrlich dazu, dass ich die Übersicht verloren habe.

Es ist Sonntag 6 Uhr und ich bin schon wieder wach *seufz*. Ich quäle mich gedanklich mit lauter unnützen, nebensächlichen Zeug, was es mir verwehrt, zu schlafen. Mir fällt auf, dass kein Flugzeug mich stören, wenn ich jetzt noch schlafen würde. Komisch.
Ich schleiche mich ins Bad, und mir fällt ein, dass ja die Uhren umgestellt wurden. Endlich wieder in der richtigen Zeitzone unterwegs. Ich sollte jubeln, fühle mich aber plötzlich so strange; sicher,  weil es ja erst 5 Uhr ist. Ich Nachhinein bin ich mir sicher, dass dieses verwirrte Gefühl durch mein Unterbewusstsein ausgelöst wurde, was im Gegensatz zu mir registriert hatte, das ich in einem Gedanken mehrere Fehler untergebracht habe:

  • Warum hat sich mein Tablet nicht von alleine umgestellt?
  • Warum ist auf meinem alten Handy noch eine alte Uhrzeit?
  • Warum liegt Herr Hahn nicht mehr in seinem Bett?
  • Und wenn er wach ist, warum geht er dann nicht zum Bäcker?
  • Wie kommst du darauf, dass um 6 Uhr bzw. 5 Uhr keine Flugzeuge starten?
  • Und sch***e nochmal, wieviel Uhr ist es denn nun wirklich?
  • Und wie schreibt man wieviel/wie viel denn nun? Jedes Mal frage ich mich das?

Als ich endlich kapiert habe, was die Stunde geschlagen hat, sich mein Gedankenkarussell aber nicht stoppen lässt, fällt mir weiter auf, dass ich die Buchmesse nicht wahrgenommen habe. Eines der Events des Jahres ist sang- und klanglos an mir vorbeigegangen. Vielleicht war die Autobahn in der Woche etwas voller, aber sonst?  Gab es überhaupt Sondersendungen im Fernsehen? Sonderbeilagen in den Zeitungen (äh, lese ich überhaupt gerade noch eine Zeitung)? Ich erinnere mich daran, dass K1 einmal das Wort „Buchmesse“ in den Mund genommen hat, und dass mein Kollege halbherzig versucht hat, uns dafür zu akkreditieren und ich ihm das Wort Presseausweis zugenuschelt habe. Dann verblasst meine Erinnerung.

Ich beschließe alles zu „Papier“ zu bringen, um meine Gedanken zu ordnen. Das hilft doch bekanntermaßen. Ich klappe mein Netbook auf, mache es mir gemütlich und nehme mir fest vor, dass jetzt alles gedanklich wieder auf die Reihe zu bekommen, bevor es draußen richtig hell ist. Und dann sehe ich es: Ich habe alleine bei Word 12 Fenster (in Worten: zwölf!) geöffnet und der Rechner ist zudem permanent online gewesen.

Sprachlos sitze ich vor dem kleinen Computer, als mir bewusst wird, dass ich hier im übertragene Sinne meinen Kopf vor mir auf den Schoß halte. Himmel, was für ein Zeichen!!!
Es ist ziemlich offensichtlich, dass ich wohl auch einfach zu viele Fenster geöffnet habe. Aber wie kriege ich die in meinem Kopf wieder zu? Wo finde ich das kleine X?
Ich fange an zu tippen. Hoffentlich wird hier gleich nicht der Bildschirm schwarz…

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Kategorien: frisch gelegt, Neues aus dem Hühnerstall | Hinterlasse einen Kommentar

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