Unwichtig und oberflächlich

Dies ist ein frustrierter Post, wer darauf keine Lust hat (was ich gut verstehen könnte, der sollte jetzt nicht weiterlesen, aber ich muss es mir einfach von der Seele schreiben).

Hintergrund für den Frust. Ich muss heute wieder zur Arbeit gehen. Nach vier Wochen, habe ich heute meinen ersten Arbeitstag. Es ist lächerlich, aber ich habe keine Lust. Es ist fünf Uhr morgens, ich bin schon wach und liege doppelt und dreifach frustriert im Bett. Dabei ist es längst nicht mehr so, dass ich alles scheiße finde im Büro. Ich mag meinen direkten Kollegen, mit dem ich mir das Büro teile. Meine Liebliingskollegin hat mir eine Mail geschrieben, dass ich ihr fehle und sie sich schon auf meine Rückkehr freut. Unser aller Chef, mag mich richtig gern in letzter Zeit (dass es mir schon beinahe unheimlich ist), und die direkte Vorgesetzte, die oft nervt, ist diese Woche in Urlaub. So gesehen ist also eigentlich alles gut.

Ich habe Gleitzeit und könnte erst um 8 Uhr aufstehen und wäre immer noch pünktlich im Büro. Und wenn nicht, würde auch keiner schimpfen. Doch es ist erst 5 Uhr (ich weiß, Ziffern unter 13 schreibt man als Wort, aber ich finde 5 sieht einfach dramatischer aus als fünf) und ich bin wach. Nein, nicht ausgeschlafen, sondern knatschig und verknittert. Und draußen ist es stockdunkel und sicher auch kalt. Ich werde schlecht gelaunt, unausgeschlafen und zerknittert im Büro erscheinen, und jeder wird sich fragen, was ich die letzten vier Wochen überhaupt gemacht habe.

Dabei wollte ich Bewunderung, so wie letztes Jahr und vorletztes Jahr und vorvorletztes Jahr, als mein Kollege meinte: „Booah, sehen Sie gut aus!“ oder eine Kollegin sagte: „Du siehst so richtig gut erholt aus!“ Wie soll ich erholt aussehen, wenn ich unausgeschlafen bin? Wie soll ich gut aussehen, wenn die Sonne nicht scheint, die Mundwinkel nach unten hängen und meine super-schöne Mittelmeerbräune nicht aufgefrischt werden kann?

Ja, ich weiß, das ist alles oberflächlicher und sicher auch unwichtiger Scheiß- Ich kann froh sein, dass ich überhaupt einen Job habe, bei dem ich mehr als Mindestlohn verdiene. Ich kann froh sein, dass ich überhaupt aus dem Haus gehen kann und nicht befürchten muss, niedergeschossen zu werden oder von einer Bombe getroffen zu werden. Und natürlich bin ich froh, dass ich drei Wochen am Meer gewesen bin. Ja, alles bekannt – und trotzdem.

Trotzdem ärgere ich mich, dass ich nun von Bauchschmerzen wach geworden bin, nachdem ich vier Wochen keine hatte. Trotzdem ärgere ich mich, dass meine Haut eine Woche keine Sonne mehr gesehen hat – blass ehe ich einfach scheiße aus. Und ich will !!! (ja, mit drei Ausrufezeichen) gut aussehen, so gut wie man in meinem Alter aussehen kann. Und ich will fröhlich aus dem Bett springen, weil man es im August einfach so macht – herrje, ich liege hier mit Heizkissen, zwei Decken und trage bereits meinen Nierenwärmer aus Angorawolle, damit es mich nicht zieht. Und zum Anziehen habe ich auch nichts, weil die Wäsche überhaupt nicht trocken wird, und im Moment wüsste ich auch gar nicht, wo meine Herbstssachen sind. Klar man kann mal ein Sommerkleid mit einem Strickpulli kombinieren, aber doch nicht Monate lang.

So, ich bin fertig mit meiner Tirade. Verurteilt mich ruhig (denkt aber bitte vorher an das Glashaus), enfolgt mir, wenn ihr das Gejammer auf hohen Niveau nicht ertragen könnt oder denkt, die Alte hat sie doch nicht alle. Dass ist mir nicht egal, wirklich nicht, aber ich werde eure Meinung nicht ändern können, so wenig, wie ich aufhören kann, mich über so einen scheißdrecks-oberflächlichen-Kleinkrams zu ärgern.

Jetzt, da ich alles niedergeschrieben habe, geht es mir tatsächlich besser. Schreiben hat mir also eine therapeutische Wirkung. Sehr gut, wenigstens das klappt. Ich werde den Text jetzt hochladen, der sicher voller Tippfehler ist, weil ich die Augen nicht richtig aufkriege. Dann werde ich meinen Wecker auf eine Stunde nach hinten verstellen und noch einmal einschlafen. Sicherlich sieht die Welt im hellen viel freundlicher aus…

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Kategorien: frisch gelegt, Neues aus dem Hühnerstall | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Unwichtig und oberflächlich

  1. Claudia

    Ich kann dich verstehen. Ich hoffe die Welt war beim zweiten aufstehen dann freundlicher.

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