Die erste Woche

So, eine Woche Sainte-Maxime, Südfrankreich ist vorbei. Man kann sagen, ich habe mich nun eingewöhnt, jetzt kann der Urlaub beginnen. 😉

Obwohl ja jeder irgendwie die Erfahrung gemacht hat, dass die erste Woche eines Urlaubes am langsamsten vorbei geht – und ich selber es bisher auch so gesehen habe – muss ich sagen, dass die Zeit bisher doch sehr schnell vorbeigegangen ist. Obwohl ich eigentlich nichts Aufregendes unternehme. Wir pendeln zwischen Strand, Wohnung und Supermarkt. Ein echter Nachteil ist, und das war mir beim Buchen nicht wirklich klar, dass wir auf einem Berg sitzen. Andererseits wäre es im Tal, in der Stadt, niemals so ruhig, wie hier oben, und ehrlich gesagt, habe ich in der Stadt – von dem täglichen Verkehrschaos dort auch noch abgesehen – noch keine hübsche Ferienwohnung gesehen. Riesige, heruntergekommene Appartmenthäuser und gammelig aussehende Hotels zieren das Stadtbild. Nee, da wohnen wir doch schöner. Ich könnte stundenlang auf der Terrasse sitzen und einfach nur den Blick über die Ferienvillen schweifen lassen und den Golfspielern zuschauen (oder in die Tasten des Netbook hauen), und dabei hin und wieder in eine Scheibe Baguettebrot beißen. Überhaupt ist es die schönste FeWo, die ich bisher hatte. Was mir aber überhaupt nicht in den Sinn will, warum es hier keine Handtuchhalter und -haken gibt. Was soll das? Es gibt zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, zwei Handtücher pro Person, aber keine Gelegenheit diese irgendwo hinzuhängen. Das habe ich bisher noch nie erlebt. Was mir aber allerdings wohl bekannt ist, und was zu einem kleinen Aufreger meinerseits am Donnerstag geführt hat, ist das Fehlen von Putz- und Spülmittel (und Toilettenpapier). Warum nicht? Soll ich zwei/drei Wochen in einer Wohnung hocken, ohne die Möglichkeit zu haben, einmal durchzuwischen? Ich war so stinkig, als ich meine schwarzen Fußsohlen gesehen habe, dass ich schnurrstracks zu den französischen Nachbarn gegangen bin, um mir ein Schluck Putzmittel abfüllen zu lassen. Der Mann, von dem der Hahn sagt, es wäre der Hausmeister der Anlage und ich denke, dass wäre der Besitzer der FeWo, öffnete und war nicht besonders freundlich. Außerdem fand er kein Putzmittel und rief seine Mutter dazu, die wiederum sehr freundlich war (je vous en prie). Irritiert waren allerdings beide – naja, les allemends. Also? Also, warum kann man nicht als Vermieter Putzmittel in seine FeWo bereitstellen? Wäre ich Vermieter, wäre es in meinem eigenen Interesse, dass die Mieter zwischendurch die Wohnung in Schuss hielten.

Wenn der unfreundliche Franzose wirklich der Wohnungsbesitzer wäre, würde ich ihn gerne mal fragen, warum die Wohnung (keine Handtuchhalter und) keine Sonnenmarkise hat. Alle Wohnungen haben eine, nur „unsere“ und seine nicht. Wir müssen mit einem Sonnenschirm vorlieb nehmen, für den ein stark grenzwertiger Schirmständer zur Verfügung steht, der längst ausgewechselt werden müsste. Aber gut, ich will mich nicht beschweren. Wenn ich morgens aufwache, scheint sowieso nur nicht die Sonne. Problem: Bis wir frühstücken, scheint sie voll auf die Terrasse, und dann knuddeln wir uns dicht an dicht zu fünft unter den Schirm. Heute Morgen hatte es wohl in aller Frühe geregnet. Alle Handtücher waren klatschnass. Der Hahn hoffte auf Ausflugswetter – schön bei bedecktem Himmel die Gegend erkunden. Er hoffte 30 Minuten lang. Ich bin jedes Mal irritiert, dass es morgens so aussieht, als wäre schlechtes Wetter…

Jeder Ferienort hat offensichtlich außer den Einheimischen eine Bevölkerungsgruppe, die verstärkt auftritt. Sainte-Maxime ist fest in holländischer Hand. Hm. Sagen wir mal so: Es gab schon Momente, da hätte ich gerne das WM-Homecoming-T-Shirt getragen. Nur mal so. Aber die Franzosen (!) grüßen immer freundlich.

Doch kommen wir zum Hauptgrund, warum ich hier bin: Dem Mittelmeer. Die Strände, so verspricht es der Tourismusverband in seinem Prospekt, hätten hier sehr feinen Sand. Äh, ja. Wo genau? Feiner Sandstrand, den gibt es an der italienischen Adria. Hier der Sand erinnert mich mehr, an Sandkästen auf Spielplätzen. Dass – so muss ich zugeben – hat mich anfangs richtig enttäuscht. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und nachdem wir nach zwei Tagen am Plage centre-ville, was besseres gefunden haben, bin ich etwas versöhnt, denn an allen anderen Stränden strahlt wenigstens das Meer in allen Blautönen. Also ihr Lieben, wer schönen Sandstrand sucht, sollte nicht an die Riviera (auch nicht an die italienische) fahren. Strandmäßig hat die Adria einfach mehr zu bieten.

Und an der Adria ist es günstiger, genaugenommen ist es dort ganz normal. Hier ist alles teuer. Ein Eisbällchen kostet – egal ob im Becher oder Hörnchen – 2,50 Euro. Der Preis für eine Pizza liegt im zweistelligen Bereich. Eine (Dose ???) Cola im Restaurant auch 2,50 Euro, die obligatorische Flasche Wasser 5 Euro. Der Service in den Lokalen ist nicht unfreundlich, aber freundlich ist anders. Eine südländische Mentalität von der mir mein Chef vorgeschwärmt hat, der jedes Jahr (außer dieses) hier unten verbringt, finde ich hier nicht. Gegen die Franzosen kommen mir sogar die Nordhessen locker und ausgelassen vor. Die Einheimischen scheinen zudem grundsätzlich schlecht gelaunt zu sein – vielleicht weil sie arbeiten müssen?

 

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Kategorien: ReiserEI, Tour de France | Hinterlasse einen Kommentar

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