Hier gibt es keine…

Jetzt wäre mir beinahe mein Netbook vom Schoß gefallen. Ich musste ruckartig aufspringen, um die Schnacke (in anderen Regionen auch als (Stech)Mücke bekannt) zu fangen, die gerade vor meiner Nase rumschwirrte. Nein, hier gäbe es keine Schnaken, meinte der freundliche Verwalter, als ich ihn bei unserer Ankunft befragte. In den 18 Jahren, in denen er schon hier lebte, wäre er noch kein einziges Mal gestochen worden. Keine Ahnung, was mich dazu veranlasst hatte, ihn zu fragen, denn im Gegensatz zu allen anderen Ferienwohnungen, die ich bisher am Mittelmeer bezogen habe, gibt es hier keine komischen schwarzen Flecken oder Blutspuren an den weißen Wänden; leider aber auch keine Mückenfenster.

„Hier gibt es keine Schnaken!“ ist seit unserer Ankunft zum Running Gag geworden, denn, ihr werdet es ahnen, gibt es hier durchaus Schnaken (naja, gut in der Einleitung konnte man es auch schon lesen). Vielleicht nicht so viele wie in Bibione, aber es reicht. K2 hat in der ersten Nacht die meisten abbekommen, und ich sah mich schon die lauschigen Abende in der Wohnung bei geschlossenem Fenster sitzen. Aber auch wenn ich kein Fenistil mitgenommen habe, Autan und die besser riechenden Anti-Moskito-Tücher aus Italien habe ich durchaus eingepackt und alles kam schon zum Einsatz. Im Schrank fand ich eine Zitronella (ah, hier gibt es keine Schnaken), die wir gleich anzündeten.

In dem riesigen Einkaufszentrum suchte ich erst einmal die Apotheke auf. Schon davor waren zahlreiche Infotafeln aufgebaut, die für eine Mücken-Abwehr-Chemikalie warben (hier gibt es keine Schnaken). Ich fragte nach Fenistil. Gab es nicht. Gibt es nicht in Frankreich. Ich fragte nach etwas was man „après piqueres“ nutzen konnte und ich bekam – ohne Quatsch – „Après Piqueres“ von Merck. C’est drôle.

Mittwochabend gab es einen Aushang. Der Hahn meinte, ich solle mal gucken, was da stünde, irgendetwas mit acht Uhr. Und tatsächlich war das eine Ankündigung, dass man am nächsten Morgen gegen acht Uhr, die Fenster geschlossen halten, nicht rauskommen und seine Haustiere wegsperren sollte. Es würde gespritzt: Gegen (es-gibt-hier-keine-) Schnaken.

Seitdem ist es wirklich besser geworden. Das Vieh von eben hat die Giftattacke wohl überlebt. Leider habe ich sie nicht erlegt. Die Schnaken hier sind zu allem Überfluss klein und wendig.

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Kategorien: ReiserEI, Tour de France | Hinterlasse einen Kommentar

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