Ich werd‘ depp

Ab in den Urlaub. Wir hatten Hessen noch nicht mal verlassen, da standen wir schon im Stau. Schön auf der A5. Das ging ja gut los. Aber ich hatte mir fest vorgenommen, mir nicht die Stimmung vermiesen zu lassen. Der nächste Stau dann kurz hinter Mulhouse. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich froh war, dass ich auf knapp halber Strecke in einem Schuhkarton-Hotel zwei Zimmer gebucht hatte. K2, Katze und ich bezogen das eine, K1 und Herr Hahn das andere. Katze, davon war ich überzeugt, würde mich sowieso nicht schlafen lassen und da Herr Hahn am nächsten Tag fahren sollte, musste er in der glücklichen Lage sein, schlafen zu können.  Ich kann sowieso nicht in Schuhschachteln schlafen…

Die Zimmerchen waren so drollig. Toilette und Dusche erinnerten an Dixie-Klos, die kleinen Waschbecken reichten gerade, um die Zähne zu putzen. Aber egal, für 120 Euro für uns fünf mit Frühstück (und es war alles da), konnte man wirklich nicht meckern.

Das Bett war dann sogar besser als gedacht. K2 krabbelte in dem Drei-Bett-Zimmer ins Hochbett und die schlaflose Nacht begann. Das Zimmer ging zum Parkplatz und zum Eingang, vor dem Kinder im Kindergartenalter herumtobten (im Gegensatz zu uns waren sie offensichtlich überhaupt nicht müde). Lange würde das nicht gehen, da war ich sicher.

Dann kämpfte K2 erfolglos gegen eine Schnake/Stechmücke. Sie wurde mehrfach  gestochen und mir fiel prompt ein, dass ich den Fenistil-Roll-on vergessen hatte. Irgendwann gelang es mir, das Vieh zu erlegen. Durch das Tohuwabohu, was dadurch entstand, fühlte sich Katze gestört und fing an im Zimmer herumzulaufen, und – leider – lautstark zu maunzen (naja, was sie so maunzen nennt).  Auch das, davon war ich überzeugt, würde vorbeigehen. Ging es auch, aber erst nachdem Katze noch einen Stinker abgesetzt hatte – ein Traum in einem solchen kleinen Zimmer. Also Fenster sperrangelweit geöffnet und den Straßenlärm hereingelassen.

Es wurde dunkler, der Straßenlärm weniger und man hörte ein leises Grollen. Das Grollen wurde lauter, K2 beschloss doch mit mir in einem Bett zu schlafen, ich kippte das Fenster. Mittlerweile war ich so müde, dass ich trotz des Gewitters unbedingt schlafen wollte. Neben dem Fenster verlief der Abfluss der Regenrinne, es gluckerte laut, ich schloss das Fenster. Langsam entfernte sich das Unwetter. Ein vermutlich letzter Blitz zuckte, es folgte ein lautes Krachen und dann jaulte eine Alarmanlage. „Ich werd‘ depp!“ kommentierte K2 zum wahrscheinlich 100sten Mal in dieser Nacht.

Irgendwann muss ich doch eingeschlafen sein und dank Katze waren K2 und ich auch als erstes am Frühstückstisch. Ich hatte mir vorgenommen auf keinen Fall auf die Uhr zu schauen und mich auf keinen Fall zu ärgern. Das ist mir gelungen, und das wichtigste: Unser Fahrer hatte gut geschlafen und von all‘ den Geräuschen nichts mitbekommen.

Katze schaut sich in der Schuhschachtel um. Viel zu sehen, gibt es aber nicht

Katze schaut sich in der Schuhschachtel um. Viel zu sehen, gibt es aber nicht

 

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Kategorien: ReiserEI, Tour de France | Hinterlasse einen Kommentar

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