Harter Arbeitstag

Und dann ist er plötzlich vorbei, mein Urlaub. Und ich liege glockenhellwach im Bett, habe aber absolut keine Lust aufzustehen, und denke – dummerweise – darüber nach, was ich während meines Urlaubes nicht geschafft habe. Das Schlimmste ist, dass ich kein einziges Wort für ein neues Buch geschrieben habe. Das Zweitschlimmste, dass die Fenster im EG noch nicht geputzt sind. Aber vielleicht sollte man/frau aufhören, sich aufzuzählen, was man nicht geschafft nicht, sondern was man alles geschafft hat.

6:30 Uhr: Ich quäle mich aus dem Bett und überlege, wie andere (und auch einige von euch) es schaffen, noch früher aufzustehen. *gähn*

7:55 Uhr: Ankunft in der Tiefgarage meiner Arbeitsstelle. Zehn Parkplätze wurden mit Flatterbädern und Hütchen gesperrt. Der Name einer Immobilienfirma prangt auf den neu angebrachten Schildern. WAS.IST.HIER.LOS?

9:00 Uhr: Keiner im Büro weiß irgendetwas über die gesperrten Parkplätze, aber alle sind irritiert und sauer. Ja, klar, ich habe einen Parkplatz bekommen, aber die Hälfte der Belegschaft ist in Urlaub. Ab nächster Woche wird es anders aussehen.

10:15 Uhr: Unser Geschäftsführer stürzt in das Büro des Neuen und mir und verteilt Arbeit. Als er sich zum Gehen wendet und er uns einen schönen Start in die Arbeitswoche wünscht, nutze ich die Gelegenheit, um ihn nach seiner Meinung zu der neuen Parkplatzsituation zu befragen. Er winkt ab und meint: „Wir haben ja genug“.  Ich frage mich: Ist es das, was man unter Wahrnehmungsstörung versteht?
Ich halte dem Neuen einen Vortrag über Gerechtigkeit und Arbeitskampf und Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers und die Gleichgültigkeit der Chefs. „Jetzt habe ich mich so in Rage geredet, jetzt brauche ich eine Cola“.  Mit verklärtem Blick sieht er mich an: „Ich habe da gerade so eine Vision von Ihnen. Als Freiheitskämpferin. Mit wehendem Haar. In der einen Hand die Fahne…“ Er spricht von „Marianne“ beim Sturm auf die Bastille – so viel ist klar. Ich unterbreche seinen Tagtraum abrupt: „Ich zeige Ihnen aber jetzt nicht meine Brüste!“
Jetzt brauche ich wirklich erst einmal eine Cola.

10: 45 Uhr Unser Hausmeister zieht eine Runde durchs Haus und verweist darauf, dass in einer halben Stunde ein Probealarm gestartet würde. Wir könnten aber ruhig sitzen bleiben.
Wie schön, auf so eine Übung hätte ich nun wirklich keine Lust, schließlich habe ich keine Jacke mit.

Eine Stunde später meint der Neue: „Hat ja super geklappt, mit dem Probealarm…“ Es war wirklich nichts zu hören gewesen. Naja, jetzt weiß der zuständige Mann wenigstens, dass hier wohl dringend etwas repariert werden muss. Ich schaue vom Rechner hoch und lasse meinen Blick über die Straße vor meinem Fenster schweifen. Ich höre (wieder mal) ein „Tatütata“ und sehe ein Löschfahrzeug der Frankfurter Feuerwehr um die Ecke rasen. Knapp zehn Sekunden später stürzen zwei Feuerwehrmänner in voller Montur und mit diverser Ausrüstung „bewaffnet“ in unser Bürohaus. Offensichtlich hat der Hausmeister vergessen, der Feuerwehr mitzuteilen, dass er ein bisschen an der Meldeanlage rumspielen würde. Nun kommt auch  noch ein Leiterwagen mit viel Getöse um die schon erwähnte Ecke. Ich fass es nicht!

Ich habe ein komisches Gefühl und gewisse Ängste, dass mein nahender Feierabend von irgendwelchen Merkwürdigkeiten gefährdet wird. Eilig packe ich meine Sachen zusammen, räume den Schreibtisch notdürftig auf und fahre den PC herunter. Dann nix wie raus.

 

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Kategorien: Huhn@work, Neues aus dem Hühnerstall, Tagebuch von Frau Huhn | Hinterlasse einen Kommentar

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