Freitag, 11. April

Hurra, ich habe frei.

6:20 Uhr: Ich höre, wie sich jemand anschleicht, weigere mich aber die Augen zu öffnen.
„Mama, aufsteeeehähn!“, flötet K2.
„Nee, ich muss doch heute nicht aufstehen…“
„Upsi!“, kommst es schuldbewusst.
„…es sei denn, ich muss dir was bügeln?“

Ja, ich gebe es zu, ich muss ganz oft morgens für K2 irgendein Shirt bügeln. Sie hat die wenigsten Klamotten von uns und muss frisch gewaschenes gleich wieder anziehen. Das liegt aber nicht daran, dass sie nichts zum Anziehen bekommt, sondern, dass sie aus ihren Klamotten rausgewachsen ist. So ist es halt, wenn man mal eben von jetzt auf gleich sechs Zentimeter wächst.

6:40 Uhr: Ich krabbel aus dem Bett. Erstens weiß ich sowieso nicht, wie lange ich noch einhalten kann und zweitens lass‘ ich doch meine Familie nicht aus dem Hühnerstall gehen, ohne alle anständig zu verabschieden.
K2 hat tatsächlich noch etwas im Kleiderschrank gefunden. „Happy, Party, Funny“ prangt auf dem Langarmshirt- „Na, das passt doch zum letzten Schultag vor den Ferien“, finde ich.
„Das hast du vor den Weihnachtsferien auch schon gesagt!“, meint K2.
Kann ich mich gar nicht erinnern. Das Shirt wirkt an den Armen etwas kurz. ¾ Ärmel sind doch im Trend?

Mir fällt ein, dass ich sie vor 24 Stunden dazu aufgefordert hatte, nachmittags die Haare zu waschen. „Du hast vergessen, dir die Haare zu waschen.“
„Auf den einen Tag kommt es doch jetzt auch nicht mehr an…“
K1 sieht das anders (natürlich) und rümpft im Vorbeigehen etwas die Nase.

7:05 Uhr: Ich bin allein und krabbel mit einer Tasse Tee zurück ins Bett.
Mein Plan für heute:

  • Bügeln
  • Fenster putzen
  • Durchwischen
  • an einem neuen Roman schreiben

Mir fällt ein, dass ich gestern schon einen Plan für heute gemacht hatte:

  • Ablage vom Boden des Arbeitszimmers wegheften, bevor Katze draufkotzt
  • Winterstrick in den Schrank nach unten und dort die Sommerkleider raus nach oben bringen
  • bloggen
  • die Schuhbank aufräumen
  • auf jeden Fall mal alles durchsaugen

Ich wollte noch einen Post über meine tollen Nächte in meinem neuen, alten Bett veröffentlichen. Ich wollte schreiben, dass ich doch tatsächlich kürzlich ein Gewitter verpennt habe. Ausgerechnet ich, die sonst immer die Einzige im Hühnerstall ist, die es mitbekommt. Ich hatte es noch blitzen sehen, weil ich die Läden nicht ganz runter gelassen hatte, und dann ganz fest die Augen geschlossen.
Ich wollte schreiben, dass K2 mich gebeten hatte, doch bitte in mein anderes Bett zurückzukehren, damit ich ihren Papa anstoßen könne, wenn er schnarcht. In der Nacht davor, war sie von dem „Gesäge“ wach geworden. Ich entscheide mich dagegen, weil ich eine scheiß Nacht hinter mir habe, weil zuviel Grübelei mich wachgehalten hat.

Ich schnappe meinen Kindle und lese die Leseprobe von „Morgen kommt ein neuer Himmel“. Jetzt fällt mir ein, nach welchem Buch ich gestern Abend bei Thalia gucken wollte, als ich dort vorbeikam. Ich bin ja so blöd. ICH WILL DIESES BUCH – HEUTE NOCH.

8:50 Uhr: Ab in die Küche. Frühstück machen. Couch. Bloggen über Vorgesetzte, die zu geizig sind, ihren Mitarbeitern eine normale Packung Ferrero Rocher zu kaufen.

Eine Stunde später: Ich spreche ins Tablet: „ok google!“ (ach, ich liebe diese neue Funktion) Google liefert mir die Telefonnummern, zweier Buchläden im Umkreis von ca. 7 Kilometern. Laden zwei hat das Buch. Ich schicke dem Hahn, der nicht mal einen Kilometer vom Laden entfernt ist, eine SMS, dass er es holen soll.

16 Uhr: Ich flehe K2 an, mir eine Flasche Cola vom Einkauf mitzubringen. Vor 26 Stunden das letzte Glas getrunken. Ich brauche jetzt unbedingt einen Schluck. Wie peinlich. Während ich auf ihre Rückkehr warte, fange ich an in dem neuen Buch zu lesen. Es liegt total gut in den Händen. Ich liebe diese Paperback-Bücher.

17:20 Uhr: K1 meldet sich via SMS aus dem Odenwald, dass sie kein mobiles Netz hätte. Ausgerechnet! Sie ist erst 2 Stunden von ca. 216 zu Hause weg. Das geht ja schon gut los. Ich erinnere mich, dass ich vormittags iwas von Vodafone und Störung gelesen zu haben. Ich lasse Staubtuch und Staubsauger links liegen und setze mich an den Rechner.

Eine Stunde später kann ich mich endlich von Twitter losreißen (Vodafone hat sich gemeldet und entschuldigt, und bittet um Geduld) und weiter putzen. Zehn Minuten später meldet sich K1 „geht wieder!“

Abends im Bett: Es ist unglaublich, wieviel man in einer Stunde planen, aber in den restlichen – sagen wir mal neun Stunden – nicht umsetzen kann.
Gewaschen: 1 Maschine à 60 Grad
Außergewöhnliche Hausarbeit: Wohnzimmer-Frühjahrsputz
Cola: 3 Gläser (aber erst nach 16 Uhr – auch das ist ein kleiner Rekord)

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Kategorien: Neues aus dem Hühnerstall, Tagebuch von Frau Huhn | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Freitag, 11. April

  1. Claudia

    „Ablage vom Boden des Arbeitszimmers wegheften, bevor Katze draufkotzt“

    *lol* Kenn ich irgendwie *gg*

    Klingt nach einem netten Tag. und immerhin hast du ja gebloggt 😉

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