Eine Bettgeschichte

Sieht es nicht toll aus, mein Bett? Mein neues Bett! Naja, eigentlich ist es mein uraltes Bett. Es ist von Ikea und heißt „Sorrento“. Ich habe es mir vor 20 Jahren gekauft, und wir haben einiges zusammen erlebt. Nach 14 Jahren liege ich nun wieder drin – und das kam so:

Der Hahn fing plötzlich wieder an zu schnarchen und machte mich wahnsinnig. Eigentlich hatte das mit dem Schnarchen ja aufgehört, nachdem er begonnen hatte, regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen. Und nun war es wieder da. Längst nicht so doll, wie früher (und wir in meinen früheren Posts berichtet), aber es war da. Statt Wälder abzusägen, war es nun mehr ein lautes Schnaufen. Nicht regelmäßig, sondern nur alle 20 Atemzüge – aber laut und nervig genug, um mich aufzuwecken und am erneuten Einschlafen zu hindern. Ich stupste ihn und zoppelte an ihm herum. Ich flehte ihn an, sich auf die Seite zu legen und das Kopfteil etwas zu erhöhen. Es half nichts. Resignierend zog er auf die Couch ins Wohnzimmer um. Dann, freitags nachts, kam er wieder in sein Bett gekrabbelt, schnarchte und meinte zu mir, ob ich nicht mal auf die Couch könne, sein Rücken würde schon schmerzen.

Ich wollte nicht auf die Couch, aber ich wollte auch schlafen. Obwohl es Wochenende war, hatte ich ein dringendes Bedürfnis nach Schlaf. Ich starrte in die Dunkelheit und grübelte. Dann fiel mir ein, dass im Zimmer nebenan eine Matratze an der Wand lehnte. Die Matratze ist für Übernachtungsgäste meiner Mädels. Ich tappste mit Bettzeug über dem Arm durch die Dunkelheit in das Nebenzimmer (mein Nähzimmer um genau zu sein), schloss leise die Tür und richtete mich dort auf der Matratze gemütlich ein. Es war nicht soooo toll, aber die Couch wäre die schlechtere Wahl gewesen. Ich lauschte in die Dunkelheit, und hörte – nichts! Weder den Hahn noch irgendwelche Autos. Zufrieden schlief ich ein. Morgens fasste ich einen Entschluss: Egal, wie bescheuert es aussehen würde, egal, welche Schränke ich dafür opfern musste, ich würde im Nähzimmer mein altes Bett aufbauen.

In der kommenden Nacht schlief ich bereits in meinem neuen, alten Bett. Erst einmal mit meiner Matratze aus dem Doppelbett, auf einer eingeschränkten Fläche (Sorrento hat nämlich Sondermaße von 1,60 zu 2,00 Metern). Einige Tage später mit neu gekauften Matratzen auf der gesamten Fläche. Seitdem bin ich total glücklich. Wenn ich in „mein Schlafzimmer“ komme und das Bett sehe, könnte ich heulen vor Freude. Es passt tatsächlich in das Zimmer, und meine Nähmaschine samt Tisch ist auch noch da. Nur ein (faltbarer) Schrank musste weichen. Und ich schlafe sooooo gut!!!

„Das ist scheiße!“, sagte mir eine Kollegin, die schon seit Jahren im Keller ihr eigenes Schlafzimmer hat, weil ihr Mann ebenfalls schnarcht. „Das macht die Beziehung kaputt. Aber ich kann einfach nicht oben schlafen, sein Schnarchen hört man sogar bis ins Treppenhaus.“ Sprachs und zog geknickt von dannen. Ich weiß  nicht so ganz, was sie meint. Ich bin mit meinem separaten Schlafraum so glücklich und jetzt sogar morgens bestens gelaunt. Und macht es eine Beziehung nicht auch kaputt, wenn er nachts permanent von seiner Frau angeschnauzt wird oder ständig immer auf der Couch schlafen muss?

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Kategorien: Eierschachtel, Neues aus dem Hühnerstall | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Eine Bettgeschichte

  1. Ja, schnarchen und seine Folgen machen Beziehungen……anders.
    Auch ich habe nun seit ca. 1,5 Jahren mein eigenes, richtiges Bett im Zimmer unter dem eigentlichen Schlafzimmer. Vorher habe ich sechs Jahre (!!) auf dem Sofa geschlafen… (KEINE Schlafcouch)
    Ich gebe mein eigenes Bett nienienienie wieder her.
    LG anabel

  2. Claudia

    Also ob das ne Beziehung kaputt macht hängt glaube ich von den Leuten ab, die die Beziehung haben.
    Mein Mann und ich können nicht ohne einander. Aber bei uns schnarcht auch keiner so laut das der andere wach wird. Bei uns würden getrennte Betten auf Dauer VIELLEICHT irgendwie nachteilige Konsequenzen haben. Aber ich kenne auch Paare, da wird nur getrennt geschlafen wegen zuviel Gewühle, unterschiedlicher Bettgehzeiten, unterschiedlichem Wärmeempfinden…da besucht man sich dann eben gegenseitig und alle sind am Frühstückstisch gut gelaunt und keiner hat das Gefühl extra lange aufbleiben zu müssen, weil der andere noch nicht ins Bett will etc.

    Herzlichen Glückwunsch jedenfalls zu dem neuen ruhigen Schlafplatz und dem wirklich hübschen Bett!

  3. Der Hahn soll zum Arzt gehen und ins Schlaflabor. Es deutet sehr auf Schlafapnoe hin und kann gefährlich sein http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafapnoe-Syndrom

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