Kein Anschluss für Vorgesetzte

Gestern funktionierte unsere Telefonanlage im Büro nicht. Den ganzen Vormittag bis kurz vor zwölf waren wir weder erreichbar, noch konnten wir nach draußen telefonieren. Um 8 Uhr, als ich gerade mit meinem ersten Heißgetränk an meinen Schreibtisch saß, fand ich das noch nicht besonders gravierend, denn es betraf nur die Telefonleitung, das Internet funktionierte einwandfrei.

Um 8:30 Uhr freute ich mich, dass ich ganz entspannt in die Küche gehen und Obst für mein Müsli schneiden konnte, ohne die Befürchtung zu haben, dass jetzt mein Chef (von meinem extra-Job im Job) anrufen würde. Das macht er nämlich so gerne. Er ruft ständig an, oder zumindest einmal in der Stunde, und fragt, ob es was Neues gibt. Das ist – und vielleicht könnt ihr das verstehen – ein bisschen anstrengend und ehrlich gesagt, total nervig. Denn erstens gibt es nicht jede Stunde etwas Neues und zweitens, würde ich, sobald es etwas dramatisches wäre, sowieso bei IHM anrufen.

Zurück aus der Küche schrieb ich ihm eine Mail – zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, dass die Störung nicht länger als 9 Uhr andauern würde. Denn unser ITler war mittlerweile eingetroffen, und ich habe sehr viel Vertrauen in seine Fähigkeiten. Ich schrieb meinem externen möchtegern-Chef also eine Mail, dass meine Leitung nicht wirklich besetzt sei (wenn er nicht sofort durchkommt, regt er sich gerne auf, und macht dann patzige Bemerkungen), sondern eben die Telefonanlage danieder läge, dass es sonst aber ruhig sei (ha-ha) und mich melden würde, wenn alles wieder funktioniert.

Ich kratze gerade mein Müslischüsselchen aus, war gedanklich schon längst wieder woanders, als mein Handy klingelte. Vor Schreck fiel mir beinahe der Löffel aus der Hand, weil ich nicht oft auf dem Handy angerufen werde, und schon gar nicht um die Zeit, und wenn, dann ist es die Schule… (und deshalb erschrecke ich mich).
Ich erkannte die Nummer, die ich so oft auf dem Display des Festnetzes sehe. Und es war nicht die Schule. Das konnte doch jetzt wohl nicht wahr sein – mein Chef! Ich überlegte kurz, nicht dran zu gehen, aber dachte dann, dass das zu offensichtlich sei, und es könnte ja auch was wirklich Wichtiges sein. Er würde doch nicht anrufen, wenn es nicht super wichtig wäre, oder? (Doch würde er!)

Ich nahm ab und lachte (!) – ohja – ins Telefon: „Das ist aber jetzt nicht wahr, oder?“
Er: „Hach, ich wollte nur mal sehen, ob ich Ihre Handynummer habe. Aber ich habe sie, dann ist ja gut.“ :roll:

Ehrlich gesagt, ich finde das frech (mein Kollege auch, es wäre ja schließlich nicht mein Diensthandy). Was soll das denn? Kann er nicht warten, bis die Leitung wieder frei ist oder mir einfach eine Mail schreiben?

Ich ärgerte mich. Speicherte dann seine Nummer in meiner Kontaktliste und machte ein Kreuzchen bei: „Anruf direkt auf die Mailbox umleiten“. Wollen wir doch mal sehen. :lol:

 

 

 

 

 

 

 

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Kategorien: Huhn@work | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Kein Anschluss für Vorgesetzte

  1. Wegen eines Tweets von @nicniggliaigner (=>“vielleicht verliebt?“) möchte ich hier noch erwähnen, dass es sich um den hier beschriebenen Chef um einen älteren Herren, über 60 handelt. Leider ist es kein gutaussehender, extrem charmanter 40-Jähriger, mit sexy Telefonstimme und animalischer Ausstrahlung.

  2. Genauso macht man das! 🙂 Schließlich muss man als Mitarbeiter nicht jederzeit zur Verfügung stehen. Ggf. ruft er dich auch noch im Urlaub an! Un-fass-bar!!!

    • Er hat mich an dem Tag der Einschulung von K2 angerufen. Das fand ich schon richtig blöde, weil ich da ja nun auch wirklich Urlaub hatte. Dass wir am nächsten Tag eine Veranstaltung hatten, war mir auch egal, schließlich konnte und wollte ich während der Einschulungsfeier nicht arbeiten. Außerdem war eh alles erledigt.
      Das ist jetzt lange her.
      Vor zwei Jahren habe ich eine neue Handynummer bekommen – ich weiß gar nicht, wann ich sie ihm gegeben habe…
      Das war wahrscheinlich nicht bewusst, sondern eher musste ich ihm mal hinterhertelefonieren von unterwegs, und schwupps hat er sie gleich eingespeichert. *grummel*

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