Googlechonder

Ich bin ja so eine – so eine Googlechonderin. Oder wie heißen die Leute, die Krankheitsbilder googeln, statt zum Arzt zu gehen? Naja, nee, ganz so ist es nicht. Ich frage Dr. Google und gehe dann zu meinem Hausarzt und präsentiere ihm meine Diagnose.

Mein Hausarzt – vom Hahn nur Dr. Uhu genannt, weil er angeblich so aussieht, bzw. einen wie ein Uhu anstarrt (was gar nicht stimmt; und überhaupt geht der Hahn dort gar nicht hin) – gehört nicht zu den Ärzten, die schimpfen. Ganz im Gegenteil, bisher schien Dr. Uhu immer froh zu sein, wenn ich ihm die Diagnose gleich mitgeliefert habe. Im aktuellen Fall sind wir nicht einer Meinung, aber dazu später mehr.

Letzte Woche, mitten in der Nacht, fuhr ich hoch und dachte an Zucker. Nein, ich meine keinen Süßkrams und ich dachte auch nicht an Cola, sondern in der Tat an Diabetes. Du hast Zucker, schoss es mir durch den Kopf und da ich eh hellwach und durstig (!!!!) war schnappte ich mir mein Tablet, was natürlich auf dem Nachttisch liegt, und googelte „Diabetes Symptome“. Und es stimmte – ich habe mich sofort wiedergefunden, außer vielleicht, dass ich nicht so dick bin. Aber, so stand es auch drin, nicht jeder ist dick. Ich dachte an die Diabetiker, die ich kenne. Zwei Stück – eine Dicke und ein Dünner. Also?

Ein weiteres Anzeichen, was ich an mir bisher nicht ausgemacht habe, war der sogenannte angeblich typische Mundgeruch nach Aceton. Wir riecht Aceton? Ist das das Zeug, was früher im Nagellackentferner war?

Ich kann mich ja so herrlich in alles reinsteigern, und nachts ist eh alles zig-Mal schlimmer. Diabetes also, dachte ich. Na, super! Vielleicht, so überlegte ich nach einer halbstündigen Grübelei, spinnst du auch einfach nur, vielleicht solltest du mit dieser Googlelei mitten in der Nacht auch einfach aufhören? Vielleicht bist du einfach nur etwas überspannt? Und wer ist Schuld? Die Hormone natürlich. Es sind immer die Hormone. Ich googlete „Wechseljahre“. OH. MEIN. GOTT. Auch das passte.

Zwei Tage später habe ich einen Termin beim Hausarzt. Dr. Uhu schaut mich prüfend an und meint, nachdem ich ihn meine Diagnose mitteile: „Sie haben kein Diabetes; das glaube ich nicht!“ Ja, das beruhigt. Ungemein. Naja, zumindest ein bisschen.

Also doch Wechseljahre? Bäääh, das Wort allein schon. Aber auch das glaubt Dr. Uhu nicht. Wir werden sehen, nächste Woche stehen die Blutergebnisse fest.

Jetzt ist also soweit: Für alle Blogleserinnen unter 40 Jahren ist der Zeitpunkt gekommen, sich aus dem Hühnerstall hier zu verabschieden. Jetzt wird es krass – jetzt ist es soweit, dass ihr denkt, diese arme alte Kuh, zum Glück bin ich noch jung. Mitleidig oder verächtlich werdet ihr mein Profilbild anschauen, auf dem ich noch glatt und frisch aus den Federn schaue – ja, ich gebe es zu, das Profilbild ist ein Fake!

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Kategorien: in der (zweiten) Pubertät | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Googlechonder

  1. Also es war einfach nur Eisenmangel! *uff*
    (ich hatte das Bedürfnis, das nachzureichen)

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