Ruhe im Stall

Wenn ich so ruhig bin, und über eine Woche nichts blogge, dann, so habe ich mir gedacht, könnte ich euch auch ruhig mal erzählen, wie es dazu gekommen ist. Schließlich möchte ich nicht, dass es so aussieht, als hätte ich keine Lust oder als wärt ihr mir egal. Nein, ich hatte einfach im Büro zu viel zu tun – es ist schon krass, aber manchmal muss ich richtig hart arbeiten für mein Gehalt. Und die Schule hat wieder angefangen, und es gab hier jede Menge zu organisieren. Es ist für mich immer wieder erstaunlich zu sehen, was es jedes Mal für Komplikationen zum Schulstart gibt. Jedes Jahr kommen irgendwelche neue Herausforderungen auf die Schule zu, die es so offensichtlich noch nie gegeben hat. Faszinierend zu sehen, wie der erste Schultag jedes Jahr völlig überraschend auf die Schule zukommt; sie regelrecht überrollt.

Die (nagel)neue Klassenlehrerin von K2 hat zudem mit der Aussage, dass die Kinder freitags nicht essen gehen dürften für reichlich Wirbel gesorgt, der mich mehrere Telefonate, Mails und natürlich Lebenszeit gekostet hat, mit dem Ergebnis – wie „überraschend“ – dass die Kinder natürlich doch freitags essen dürfen.

Auf der Arbeit hatte ich seit der Rückkehr aus meinem Urlaub – es kommt mir so vor, als wäre ich gar nicht weggewesen – zwei große Veranstaltungen zu organisieren, was mir im Organigramm und der neu aufgebauten Internetseite den Titel „Veranstaltungsmanagement“ eingebracht hat (wow!). In der Tat manage ich gerne Veranstaltungen, wenn man mich dabei in Ruhe lässt, ganz nach dem Motto: Paragraf eins: Jeder macht seins!

Dass hat dieses Mal sogar super geklappt, wäre da nicht diese nun langsam größenwahnsinnige, zimtzickige Juristin von meinem Sackgassenjob, die meinte, ich müsste unbedingt noch vor allen Veranstaltungen ihr Rundschreiben, diktiert auf altmodischem Tonband, was nachweislich keiner (!) liest, unter die Leute bringen. Das hat mich richtig Zeit gekostet und in meiner Kreativität behindert. Natürlich habe ich sofort gekündigt. Nein, nicht den Job. Ich habe ihr die „Freundschaft“ gekündigt.

Am letzten Wochenende wollte ich dann wieder bloggen. Habe es dann aber doch nicht geschafft, weil ich mit K2 für die erste Mathearbeit lernen und Hausaufgaben machen musste. Ich bin nun fit in Primfaktorzerlegung und kenne die Besonderheiten und den Aufbau eines Vogelkörpers.

Außerdem habe ich zwei Steuerklärungen bearbeitet bzw. erstellt. Der Hahn und ich sind nämlich letzte Woche vom Finanzamt angemahnt worden. Fristablauf: 3. September! Als ich die Mahnungen erhielt, dachte ich, ach komm, das mache ich nächste Woche online.

Tja, und auch das dauerte eigentlich länger, als ich es mir gewünscht hätte. Ehrlich gesagt, hatte ich zwischenzeitlich sogar vor Wut gekocht.  Aber kochen im wahrsten Sinne musste Herr Hahn. Für so etwas Profanes hatte ich nun wirklich keine Zeit.

Schließlich waren da noch ein paar Wäscheberge, die sich als dreckige Wäsche im Keller und als Bügelwäsche im Schlafzimmer türmten. Die Berge sind erst einmal nicht kleiner geworden, sie verteilen sich aber immerhin anders: Es gibt einen neuen Berg im Wohnzimmer: Frisch gebügelte Wäsche, die noch nicht den Weg in den Schrank gefunden hat. Wir bedienen uns morgens jetzt im Wohnzimmer. Aber ich schwöre, ab morgen geht es wieder sortierter und disziplinierter zu – sowohl im virtuellen als auch im realen Hühnerstall.

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Kategorien: Tagebuch von Frau Huhn | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Ruhe im Stall

  1. Claudia

    Das ist wie mit dem „plötzlichen Wintereinbruch“, da rechnet auch nie einer mit. Ist ja auch völlig absurd, das es in unseren tropischen Breitengraden im Winter schneit….*augenroll*

    Wie praktisch, das du jetzt die Besonderheiten und den Aufbau eines Vogelkörpers kennst, da kannst du dir Arztbesuche ja ab sofort sparen 😛

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