Jetzt also französisch

Seit einer Woche befinden wir uns hier im Hühnerstall in einem urlaubsorganisatorischen Ausnahmezustand. Alle sind wegen der bevorstehenden Reise nach Paris freudig aufgeregt. Und anscheinend ist Vorfreude wirklich die schönste Freude.

Montagsabends hatte ich einen Vermieter im 17. Arrondissement angeschrieben. In Französich. Ohja, ich bin begeistert, wie gut ich es noch kann. Wenn man einmal etwas richtig gut gelernt hat, behält man sich offensichtlich doch ein bisschen.

Dienstag bat ich den Hahn ein paar Reiseführer aus der Bücherei mitzubringen, da er eh dort vorbeikam.
Ungefähr zur selben Zeit fand ich eine Absage zu meiner FeWo-Anfrage, wegen der Katze. Er hätte schlechte Erfahrungen gemacht mit herumpinkelnden Katzen, schrieb der Vermieter in Französisch (ja auch er). Ich kann ihn verstehen. Katzenpippi stinkt. Ich habe ihm noch einmal geantwortet und betont, dass meine Katze so etwas noch nie gemacht hat, dass ich ihn aber verstehen könne. Kann ich doch, oder? Vorsichtshalber schrieb ich in Englisch.
Dann schickte ich eine Anfrage an eine andere Vermieterin, die eine Wohnung im 15. Arrondissement anbot. Um 23 Uhr hatten wir die Zusage und hinter „chat“ ein 😉

Der Hahn kam mit zwei Büchern und einer DVD nach Hause, auf die wir uns gleich stürzten.
Am Mittwoch legte sich K1 ein Reisetagebuch auf ihrem Tablet an und K2 fertigte mit Hilfe von Google eine Liste mit interessanten Reisezielen. Da K2 nun in der sechsten Klasse als zweite Fremdsprache Französisch gewählt hatte, fragte sie mich nach fünf Vokabeln, richtete sich einen Account bei einem Vokabellernprogramm ein und begann „Salut“ und „Bonjour“ zu üben. Donnerstags rief mich K2 auf der Arbeit an, um mich a) nach fünf weiteren Vokabeln und b) nach einer Stadtkarte von Paris zu fragen. Als ich nach Hause kam, bekam ich vorgerechnet, dass wir uns fünf Sehenswürdigkeiten in fünf Tagen anschauen müssten.
K1 flehte mich an, dringend eine Shopping-Route auszuarbeiten.

Als ich am Freitag von der Arbeit kam, beugten sich die Mädels über die bestellte (und offensichtlich am Morgen mit DHL gelieferte) Stadtkarte und markierten wichtige Ziele mit diesen zum Teil durchsichtigen Post-it-Fähnchen in unterschiedlichen Farben.

Meine italienischen Vokabeln habe ich ins Regal geräumt; nun gilt es die Französischkenntnisse aufzupolieren.

Dank Google Streetview weiß ich, dass es keine zwei Kilometer Fußmarsch zum Eifelturm und noch weniger zum Seine-Ufer sind. Die Wohnung im 15sten liegt also unmittelbar an der Grenze zum 7ten Arrondissement. Ich bin dementsprechend angemessen begeistert, zumal ich gelesen habe, dass man sich als Touri immer möglichst in einem einstelligen Arrondissement niederlassen solle.

Ich schaue mir mindestens einmal täglich die Bilder der Wohnung an (man sieht den Eifelturm) und hatte eifrig Schriftverkehr mit Marie, um über die Parkmöglichkeiten zu kommunizieren. Ebenso oft beginnt ein Familienmitglied mit dem Satz: „Wusstest ihr, dass in Paris …?“

Ach, ich bin entzückt. Es ist alles très jolie! 😀

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Kategorien: Paris | Hinterlasse einen Kommentar

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