Was für ein Laden

Also, wie lange gibt es den Laden nun in Frankfurt? Muss ich mal nachschauen:
>google-pause<
Ah, seit Dezember 2009; na, das geht doch noch.

Ich habe also knapp dreieinhalb Jahre gebraucht, um Hollister einen Besuch abzustatten. Letzten Montag war es soweit und ich schwöre euch, ich war völlig unvoreingenommen. Ich hatte keine Artikel über den Laden gelesen oder ein Video (das ich jetzt nachträglich beim googlen gefunden habe) gesehen. Deswegen hatte ich es auch nicht gleich erkannt, weil dort keinerlei Schilder stehen. Eher sieht es aus, als wäre mitten im Einkaufscenter ein Pub. Dunkel, dunkel, dunkel, und über ein paar Stufen muss man dort hinein krabbeln.

„Ich will da nicht rein“, maulte K1, die allerdings schon öfter drin war. „ich mag die Klamotten sowieso nicht!“ Schließlich begleitete sie ihre alte Mutter aber doch. Kaum drin konnten wir uns nur noch schreiend – oder weil das zu peinlich war – direkt von Mund zu Ohr unterhalten; die Musik war definitiv zu laut. Es war duster – warum habe ich eigentlich keinen Taschenlampe eingesteckt? – und erdrückend. Es war wie in einer Geisterbahn, und prompt raunte mir ein Schatten – natürlich ein gut gebauter Schatten, der leider ein T-Shirt trug – irgendetwas zu. Ich hätte den Schatten gerne angestarrt, aber er war schon wieder in der Dunkelheit verschwunden.

„Booah, nee, das ist so peinlich, wenn da so groß Hollister drauf steht“, ätzte K1, als sie vor ein paar T-Shirts stand.
Man könnte hier beim Lesen gerade den Eindruck gewinnen, ich hätte sie gezwungen, sich dort etwas auszusuchen. Niemals! Ich will ja auch sehen, was ich ihr  kaufe, aber in der Dunkelheit konnte man weder Preis noch Größe sehen. Ich widerstand dem Impuls einen Verkäufer – äh, Entschuldigung, ich meinte ein „Store-Modell“ – zu fragen, ob ich die niedliche Jacke mal kurz mit raus ans Tageslicht nehmen dürfe. Aber K1 zeigte eh kein Interesse und für mich gibt es dort ja nix.

Ich denke an den hässlichen Firmenchef, der vor kurzem noch mitteilen ließ, dass er nur hübsche und schlanke Kunden möchte. Wenn es in den A&F – Läden auch so düster ist, wundert es mich nicht, dass er noch nicht gemerkt hat, dass er selber nicht der Zielgruppe entspricht. Meine Mädels aber sehen einfach zu gut aus, um bei jemanden Klamotten zu kaufen, der wiederum so hässlich ist ..

Nach weniger als 10 Minuten drängte es mich raus, an die frische Luft.
Also ganz ehrlich, ich finde es lächerlich. Was soll das denn? Ja, es nennt sich Eventshopping, aber es verursacht bei mir nur Platzangst und Atemnot. Das wäre ja ein Event – für die anderen – wenn  ich dort zusammenbräche. Ich sehe schon die Schlagzeile in der Bild Frankfurt: „Teenie-Mutter kotzt im Nobelladen und hat nun lebenslanges Hausverbot!“ Naja, die Sauerei würden sie dort nie herausbekommen, ist ja zu dunkel, um es zu sehen… :mrgreen:

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Kategorien: das erste Mal | Schlagwörter: , | 19 Kommentare

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19 Gedanken zu „Was für ein Laden

  1. Mine_Gute

    Nun, ich habe einen Pulli von dort und er ist der kuschligste, weichste und muckeligste überhaupt. 🙂 Und ich schäme mich nicht.

    Aber mein liebes Huhn.. bei dem Satz „Meine Mädels aber sehen einfach zu gut aus, um bei jemanden Klamotten zu kaufen, der wiederum so hässlich ist ..“ schäme ich mich fremd. Ich ahne was du meinst, aber so geschrieben passt diese diskriminierende Aussage nicht zu dir.

  2. mitlucyumdenblog

    Lustig 🙂 Ich muss da nämlich HEUTE auch hin – hab´s dem Nachwuchs im Kanada-Urlaub versprochen. Dort und in den USA trägt übrigens fast niemand die Klamotten …

    • Ich freue mich schon auf deine Meinung und die Fotos von den gekauften Sachen! 😀

      • mitlucyumdenblog

        Keine Klamotten-Fotos – die Kids haben sich nur die „Kosmetika“ gekauft …Aber ich musste feststellen, dass es noch viel krassere Läden gibt …

  3. Ich hab das in Florida erlebt und darüber auch mal was in meinem Reisebericht geschrieben – sag nicht, dass ich dich nicht gewarnt hätte ;-)! Es war genau wie von dir beschrieben und einfach nur absolut bescheuert.

  4. Und ich dachte schon, ich sei diesbezüglich wieder einmal so ein „Dinosaurier“, weil nicht „hipp“ genug, um diesen Laden und alles, was damit zu tun hat, hipp zu finden.

    Meine Tochter – 22 Jahre alt – ist auch klug (schlank und schön genug wäre sie) genug, um dort nicht ihr Geld auszugeben.
    😉

  5. housita

    Und dieser intensive Duft ihrer Sprays. Schlimmer als bei Lush. Zum Glück sind meine Kids aus dem Alter raus. Selbst der große Bruder Abercrombie & Fitch bei uns in Düsseldorf ist nicht mehr interessant.

    • „geduftet“ hat es an dem Tag nicht. vielleicht ist man davon abgekommen, weil sich die Store-Modells zu oft wegen Kopfschmerzen krank gemeldet haben…
      was ist „Lush“ ??

      • Rinjah

        Du kennst Lush nicht?!
        Einen Laden findest du in der Zeilgallerie und man riecht ihn schon zwei Stockwerke bevor man dort ist. Es ist ein Eckladen und deshalb nicht ganz so auffällig.
        Hauptsächlich verkaufen sie Seifen, Badezusätze und auch etwas Kosmetik.
        Ich liebe den Laden, aber ich liebe auch starke Düfte.. gerne blumig, fruchtig, süß. Besonders die Badezusätze haben es mir angetan.

      • Asche auf mein Haupt … nee, den habe ich weder gesehen noch gerochen. Ich war aber am Montag auch nicht in der Zeilgalerie, nur bei my zeil und auf der Zeil.

    • housita

      Ich liebe die Lush Produkte auch, vor allem den Melting Snowman und die festen Cremes, aber nie alle auf einmal 😉
      In Ffm habe ich den Laden nur dank der feinen Nase meines Sohnes gefunden, so versteckt liegt er. Ach ja, und dort wird jeder gnadenlos geduzt, selbst ältere Damen wie ich 😀

  6. Claudia

    Ich kaufe grundsätzlich keine von diesen supertollen, megacoolen Marken. Ich bezahl doch keine Unsummen dafür als Litfaßsäule rumzulaufen. Mir genügten schon die Buffalo-Shops in meiner Jugend. Die waren auch meist im Keller, zu laut, und mit hässlichen Graffitis oder sonstigem „urban street style“ – Kram dekoriert.

    Hast du übrigens schön geschrieben. 🙂

  7. Genau aus diesen Gründen werde ich diesen Laden niemals betreten. Ich will sehen, was ich kaufen kann und nicht von gesundheitsgefährdend lauter Musik beschallt werden.

    Und die Aussagen von Herrn Jeffries verursachen mir Übelkeit. Da bin ich gerne konservativ.

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