Verwirrender Abschied

Es ist mein letzter Morgen in Bibione und ich werde von unterschiedlichen Gefühlen geplagt. Der Urlaub ist vorbei; scheiße, wo ist die Zeit hin? Den morgigen Morgen werde ich auf der Autobahn verbringen. Hoffentlich in Deutschland, hoffentlich fahrend. Ach Mensch, ich will endlich heim! Ach Scheiße, ich will noch bleiben.
Bibione will mir den Abschied wohl erleichtern, der Himmel ist voller Wolken und bis um 11 Uhr hat es sich komplett zugezogen. Zum ersten Mal in zwei Wochen. Auch die Nachbarn machen es mir leicht, der Geräuschpegel schwillt über 100 Dezibel an – sicher. Ich muss an einen Airbus denken. Stimmt ja, ich wohne ja am Frankfurter Flughafen. Oh nee, ich will auf keinen Fall nach Hause. Wann fahren wir los?

Die Sonne ist plötzlich doch da. Der Nachmittag am Meer ist traurig. Das Meer macht mir den Abschied nicht leicht. Es liegt ganz ruhig da und ist total klar und warm. Man kann ewig weit ins Wasser laufen, bis es angenehm kühl wird.

Ach ich bin verwirrt. Wie verwirrt, sieht man auch an meinen Träumen in den kurzen Schlafsequenzen der letzten Nacht. Meistens war ich traurig, wenn Katze oder mich jemand anders daraus geweckt hat. Einmal froh.
Ich lief – bejubelt – über den roten Teppich (wie komme ich denn darauf?). Ein anderes Mal sitze ich in einem neuen Büro, wir sind kaum noch Leute in der Firma. Dementsprechend kahl ist es. Aber es ist warm, ich bin noch dort und kann sogar mein Fenster öffnen, von dem ich das Meer sehe. Dort steht komischerweise ein Haus mittendrin, welches gerade auseinanderbricht. Man sieht Menschen, die ans Ufer schwimmen, um sich zu retten.

An das letzte woran ich mich erinnere, dass meine Familie und ich im Auto sitzen – auf der Heimfahrt – und mir siedendheiß einfällt, dass ich die Nachttische nicht leer geräumt habe. Soll heißen, wir haben jede Menge Sachen in der Ferienwohnung liegen lassen, darunter mein Schmuck.

Katze maunzt und ich werde wieder wach, froh, dass ich noch nicht im Auto sitze. Du liebe Zeit, ich bin echt verwirrt.

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Kategorien: Italien | Hinterlasse einen Kommentar

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