Mein erster Konzertbesuch

Ja, jetzt  kommt auch noch ein Konzertbericht. Tut mir leid für die Uninteressierten. Aber es geht bzw. ich kann einfach nicht anders. Im Prinzip war es ja mein erstes Konzert. Ja, gut, ich war auch vor zigtausend Jahren bei Level 42, aber das zählt nicht wirklich, weil ich irgendwo ganz hinten stand und beruflich da war. Naja, und genaugenommen ist es auch gar kein richtiger Konzertbericht, ich bin ja kein Feuilleton.

Wer aber ein Hater ist, sollte jetzt nicht weiterlesen. NEIN – STOP! Im Gegenteil, wer ein Hater ist, sollte weiterlesen. Aber die Leserinnen und Leser meines Blogs können gar keine Hater sein… 😉

Aber egal,  jetzt geht es los: Am Mittwochabend war ich bei Justin Bieber im Konzert.

Es war wirklich toll!!!!

Ich war die erwachsene Begleitperson für K1, die, obwohl sie so aussieht, noch keine 14 Jahre alt ist. Wir hatten Sitzplätze im ersten Rang. Da ich seinerzeit die Karten besorgt hatte – Weihnachtsgeschenk – und wusste, dass ich mitgehen würde, konnte ich nicht anders, als Sitzplätze nehmen. Und das war auch, wie sich herausstellte, wirklich gut – zumindest für mich. 🙂

Die Plätze direkt an der Bühne waren seinerzeit schon ausverkauft (Diamond Circle) und mit 180 Euro das Stück auch mir zu teuer. Die anderen Plätze im Innenraum waren genauso teuer, wie die Sitzplatzkarten und ziemlich für den A… –  nahm ich seinerzeit an und hatte recht. Da der Innenraum der Festhalle nicht abschüssig ist, haben die Stehplätze außerhalb des Diamond Circle überhaupt nichts gebracht.

Und so gehörte ich also zu der Schar Eltern, die gemütlich herumsaßen, während ihre Töchter sich – ohne miteinander Krach zu bekommen –, als es endlich losging, oben im Rang in der ersten Reihe versammelten und immer näher ans Geschehen heranrückten, gemeinsam jubelten, schrien, sangen und weinten. So wie seinerzeit unsere Mütter bei den Beatles und bei Elvis.

Für die, die immer nur über Justin Bieber lästern (und es nicht einmal erklären können) und die, die einfach nur behaupten, dass er einfach blöde ist, schreibe ich diesen Text.

Auch mir gefallen nicht alle seine Lieder bzw. ich würde sie mir nicht downloaden. Aber noch weniger gefallen mir die Lieder von Roland Kaiser, Andrea Berg oder Helene Fischer. Und die Musik von Florian Silbereisen mag ich schon gar nicht, und ihn mag ICH auch nicht. Aber deshalb bin ich noch lange kein Hater oder behaupte, dass er blöde ist. Und Helene Fischer finde ich übrigens äußerst sympathisch.

Zeit mit ein paar Gerüchten besonders zur Deutschlandtour aufzuräumen.

1. Justin Bieber ist ein Milchbubi.
Er sieht vielleicht wie einer aus, aber – zumindest bei seiner Show – ist er es definitiv nicht. Er ist super professionell und sehr souverän. Er kommt sehr erwachsen rüber.

2. Justin Bieber fasst sich ständig in den Schritt
Sogar jetzt, in diesem Augenblick in dem ich das schreibe, muss ich kichern. Ja, er packt sich ständig an seine Hosen (die sind aber auch so merkwürdig geschnitten) und zoppelt an ihnen herum. Aber was bitte denken denn die, die das behaupten, wo sein „Schritt“ ist?? Ich lach mich kaputt. Einerseits Milchbubi und dann so einen „Schritt“? WOW. Aber selbst wenn „er“ so lang wäre, 😳 ließe sich mit so einem Gebaumel zwischen den Beinen kaum ungestört tanzen. (Achtung, muss kurz mit dem Tippen aufhören und erst mal lachen. Kopfkino)


Aber nein, da wackelt nix. Er trägt definitiv einen Slip – das konnte jeder sehen. Aber gut, die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Vielleicht hat er sich von 10 Mal an der Hose zoppeln auch zweimal in den Schritt gepackt.

3. Justin Bieber lässt seine Fans warten
In Deutschland sollte das Konzert um halb sieben anfangen. In der Tat erschien Justin Bieber immer erst nach halb neun. Man kann sich die Berichterstattung an jedem Konzertort anschauen; überall das gleiche. In Frankfurt gab es kurz vor halb neun einen Rums, dann lief ein Countdown von 10 Minuten – und dann ging es los. Im Vorfeld war ich ja wegen der besagten Unpünktlichkeit sehr in Sorge und informierte mich im Netz über alle Konzerte.

Doch nun bin ich überzeugt. Nicht Justin Bieber lässt seine Fans warten, sondern der Veranstalter hat die Besucher verarscht. Das kann kein Zufall sein, dass in jeder Stadt die Show so spät anfängt. Nur gab es wohl wegen dem Jugendschutzgesetz die Vorgaben, dass das Konzert bis 22 Uhr vorbei sein muss. Glaubt irgendeiner, dass sich ein Veranstalter Justin Bieber entgehen lässt, nur weil die Vorgaben des Managements nicht mit dem Jugendschutzgesetz konform gehen? Nee, das ist getürkt, getrickst. Da wird einfach behauptet, das Konzert beginnt um halb sieben und Ende aus. Am Mittwoch hatte ich noch von dem Veranstalter gelesen, dass er zuversichtlich sei, dass der Star in Frankfurt pünktlich wäre, dass es spätestens aber um 20 Uhr losginge. Also für mich stinkt das alles zum Himmel.

Für die Presse, deren Vertreter ja fast ausnahmslos zu den Hatern zu gehören scheinen, war das ein gefundenes Fressen. Auch die Berichterstattung heute in Dortmund ist wieder alles andere als sachlich. Sonst legt man ja bei den seriösen Journalisten ja immer so viel Wert darauf, die Angabe noch einmal zu überprüfen. In einem Bericht der Frankfurter Rundschau über das Konzert in Berlin hagelte es dann auch Kommentare und Richtigstellungen – fand ich sehr interessant. Zeigt es doch einmal mehr, wie es um den Journalismus in Deutschland bestellt ist. Es fällt mir immer wieder auf, wie falsch Artikel von Ereignissen sind, bei denen ich dabei war oder mit denen ich mich auskenne. Wenn das grundsätzlich so ist – ohweiha.

Die Frankfurter Rundschau indes musste eingestehen, dass das der 19 Jährige wirklich was kann. Nach dem eher spöttischen Konzertbericht aus Berlin (interessanterweise von einer Frau), hat sich der Reporter der Frankfurter Redaktion die Kritik wohl zu Herzen genommen, die es von den Fans – sachlich vorgetragen – hagelte. Bis auf eine kleine Spitze am Ende, klingt es recht niedlich.

Ach, habt ihr durchgehalten? Bis zum Ende? Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals so viel geschrieben habe :mrgeen: Dabei wollte ich nur sagen, dass es ein wirklich tolles Konzert war; und dass ich meine Tochter jederzeit wieder begleiten würde. Und je mehr ihr deswegen über mich lästert oder mitleidig lächelt, desto öfter betone ich das. 😛

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Kategorien: das erste Mal | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Mein erster Konzertbesuch

  1. Also JB ist auch nicht mein Fall. Würde man mich auch nicht hinkriegen. Zum Glück habe ich einen Sohn, der ein JB Hater ist. Also schon mal ein Problem weniger 🙂 Dafür war ich damals mit ihm, ich glaube es war 2009, bei Amy MacDonald. Das war auch mein Geschmack und ein tolles Konzert. Siehe dazu http://www.vollo.de/2009/09/06/ich-blogge-zu-wenig/
    Konzertkritiken sind so ziemlich das Schlimmste, was es in unseren Zeitungen gibt. Nicht jeder Journalist hat die gleichen musikalischen Vorlieben wie die restlichen Konzertbesucher. Deswegen kann sich die schreibende Zunft eigentlich diese Artikel sparen. Kommt eh nur Mist raus.
    Und zum Schluß muß ich gestehen, bei Bruce Springsteen Konzerten stehen mir heute noch die Tränen in den Augen. Dazu fängt er pünktlich an und spielt zwischen 3 und 4 Stunden mit Spass und Freude durch.

  2. mitlucyumdenblog

    Meine Tochter wollte auch hin, aber ich hatte erstens keine Lust und finde sie 2. auch noch zu jung- allerdings wird sie nächste Woche auch erst 13. „ALLE ANDEREN WAREN ABER DA“. Ok. Ich bin halt doch ´ne Rabenmutter 😦 Aber nach dem Konzert ist vor dem Konzert und beim nächsten Mal …

  3. Claudia

    Ich bin kein Hater oder Liker 😉 Und ich finde, die Hauptsache ist doch, dass Ihr einen schönen Abend hattet!

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