Die Nacht bevor…

Ihr kennt das alle, oder? Dass ihr nachts wach werdet und dann nicht mehr einschlafen könnt? Wenn man am nächsten Tag ausschlafen kann, ist es einem ziemlich gleichgültig. Wenn nicht, wird man immer unruhiger und schläft erst recht nicht mehr ein. Einmal im Monat (vielleicht auch seltener) passiert mir sowas. Aber dass, was ich von Dienstag auf Mittwoch erlebt habe, war richtig krass.

Abends war ich super müde; was mich nicht wunderte, schließlich hatte ich meinen ersten Arbeitstag nach über einer Woche Urlaub, dazu kam noch die Zeitumstellung. Um halb zehn lag ich im Bett. Nach kurzer Zeit fielen mir die bereits Augen zu. Also Licht aus, Augen zu und weg.

Um kurz nach 23 Uhr schrecke ich hoch. Ich hatte total fest geschlafen und hätte schwören können, dass es mindestens schon 2 Uhr ist. Ich ging erst mal aufs Klo (vermutete ich doch einen Zusammenhang zwischen Hochschrecken und Blase) und dann wieder ins Bett. Ich war ziemlich müde, konnte aber nicht einschlafen.

Nach einer Stunde wunderte ich mich, dass der Hahn noch nicht kam. Ich ging wieder aufs Klo und wieder zurück ins Bett. Um 1 Uhr kam der Hahn. „Weißt du, was mir passiert ist…?“, frage er mich. „Du bist auf der Couch eingeschlafen?“ „Stimmt.“

Naja, das war ja nicht schwer zu erraten. Er war nach irgendeinem Fußballspiel auf der Couch eingeschlafen; ist kurz danach wieder aufgewacht, und hat sich kurzerhand noch einen Film angeschaut. Jetzt wäre er aber müde, und müsse jetzt ganz schnell einschlafen. Und das tat er dann auch. Und ich wurde blass vor Neid.

Ich versuchte derweil zu ergründen, warum ich nicht schlafen konnte. Sicher kennt ihr das auch, wenn einen dann total bescheuerte Gedanken durch den Kopf gehen?

Ich dachte über meinen Blog nach, über schwindende Abrufzahlen – sollte ich aufhören?
Ich dachte über die Fortsetzung meines „Groschenromans“ nach – wird Matteo nach Deutschland kommen oder zieht Wendy nach Italien?
Ich dachte über die Schulnoten meiner Mädels nach, und wer wann was in den Ferien lernen müsse. Mir fiel ein, dass der Klassenlehrer von K1 auf meine Mail bis heute nicht reagiert hatte – Blödmann.

Ich überlegte, was ich am Mittwoch ins Büro anziehen sollte.
Und dann überlegte ich, ob ich es überhaupt ins Büro schaffen würde, oder ob ich auf dem Weg dorthin wegen Müdigkeit am Steuer verunglücken würde.

Ich schnappte mir mein Tablet und schaute bei Twitter rein – und fand zwei Leidensgenossinnen. Hah! Es liegt also an der Zeitumstellung. Oder? Ich lief eine Runde durch den Hühnerstall und legte mich wieder ins Bett.

Irgendwann war es halb drei, dann drei. Wann, überlegte ich nun, ist der Zeitpunkt des Aufgebens gekommen? Wann sollte ich aufstehen und mich anziehen und zur Arbeit fahren? Wann wäre der Zeitpunkt gekommen, bei dem Einschlafen bedeuten würde, dass ich mich aus dem Bett quälen müsste, wenn der Wecker klingelte.

Halb fünf, dachte ich mir. Um halb fünf würde ich aufstehen, mich an meinen Rechner setzen und über die verkorkste Nacht bloggen. Die Tatsache, dass ich erst jetzt darüber blogge, zeigt euch, dass ich vorher eingeschlafen bin; es muss gegen vier gewesen sein. Um viertel vor sechs war ich wieder wach. Die Nacht bevor Justin Bieber nach Frankfurt kam, war vorbei. 😛

Ja, jetzt lacht ihr. Die Alte ist nervös wegen Justin Bieber? Nee, von wegen. Ach, ich weiß nicht. Ehrlich gesagt, ich war noch nie auf einem Konzert von einem Megastar.

Bevor ich euch jetzt auf dem Boden rollt vor Lachen möchte ich mal was klarstellen:

K1 hat von mir die zwei Konzertkarten zu Weihnachten bekommen. Was hat sie sich gefreut. Es sind sogar ein paar Freudentränen geflossen. Ich war so gerührt, dass ich fast mitgeheult habe. Und jetzt ist es soweit – er ist da. Seit Tagen wird über nichts anderes mehr gesprochen. Jede Berichterstattung wird beäugt.

Und für mich bleibt die Angst. Hält er durch? Wird er wirklich nach Frankfurt kommen? Bricht er auf der Bühne zusammen (Portugal)? Werden wir auch in der Kälte stehen (Berlin)? Wenn irgendetwas dazwischenkommt, würde für K1 eine Welt zusammenbrechen – und das können wir Erwachsenen nun so dämlich finden wie wir wollen (was ich übrigens nicht finde, aber ich weiß, dass diese Erwachsenen gibt).

Die Sorgen einer Mutter waren es wohl, die mich nicht haben schlafen lassen.

Advertisements
Kategorien: GefühlsduselEI | Hinterlasse einen Kommentar

Beitragsnavigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: