Was für ein Fraß!

Am letzten Tag der Weihnachtsferien waren wir Weibsen zum Ferienabschlussessen. Das ist Tradition bei uns im Hühnerstall. Am letzten Schultag gehen wir immer zu McDonalds und am letzten Ferientag gehen wir, abhängig davon, was sonst noch auf dem Programm steht, in verschiedene Lokalitäten. Das Ferienabschlussessen fand bei Segmüller statt, nachdem wir durch diverse Abteilungen des Möbelhauses geschlendert waren, uns in fremden Betten gewälzt, ulkige Schreibtischstühle ausprobiert, in den Küchen sämtliche Schränke durchsucht und verschiedene Badezimmermöbel bestaunt hatten.

Als wir das Segmüller-Restaurant betraten, sank das Durchschnittsalter schlagartig ab. Um uns herum nur alte Leute! Man kam sich vor, wie bei einem Kaffeefahrt-Treffpunkt. Und überall standen Rollatoren herum. Ich musste an die Krabbelgruppentreffen vor 10 Jahren denken. Wir Mamas waren seinerzeit einmal im Monat zu einem All-you-can-eat-Buffet gegangen. Vor dem Lokal parkten wir die Kinderwagen.
Und hier parkst du also irgendwann deinen Rollator, dachte ich bei mir, na denn.

Trotz der zahlreichen Menschen fanden wir noch einen schönen Vierertisch am Rande. Wir schnappten uns die Speisekarten und waren entzückt, ob der Bilder, die sich uns darboten. Das sah aber lecker aus. Leider dauerte es ewig, bis endlich jemand unsere Bestellung aufnahm, wir hatten also Zeit genug alles auswendig zu lernen. Die Mädels bestellten Kinderschnitzel bzw. CurryWurst (ach, komm, egal, lass sie doch, sind ja ihre Ferien 😉 ) Ich bestellte einen Fitness-Salat, der wirklich extrem lecker aussah:  „Verschiedene grüne Salate mit zarten Hühnchenbruststreifen und Früchten garniert!“

Das Essen für meine Mädels kam und zum ersten Mal im Leben wollte ich direkt etwas zurückgehen lassen – es war kalt! – und kalte Pommes schmecken nun mal nicht.

„Soll ich es zurückgeben?“, fragte ich nach.
„Nee, lass ruhig!“, kam es einhellig zurück.
„Das muss euch nicht peinlich sein. Ihr müsst keine KALTEN Pommes essen“.
„Ist ok, geht schon!“
„Wir könnten sofort verschwinden und nie wieder zurückkommen.“

Nein, die Mädels wollten bleiben. Also gut, mein Salat kam. Ich fing an zu essen; ich fing an zu kochen. Die Durchschnittstemperatur im Raum stieg an – und wahrscheinlich wurden die Pommes auch wieder warm.

Kurze Zeit später bellte ich: „Zahlen!“ Der Kellner kam und stellte die Gretchenfrage: „War alles zu ihrer Zufriedenheit?“ Ich hob an und es dauerte einen Moment, bis ich fertig war.

  • Das Essen der Mädels war kalt.
  • Statt HähnchenbrustSTREIFEN gab es einen Klops Hähnchenfleisch, der natürlich auch längst kalt war und nicht zu zerlegen war.
  • Die Salatblätter waren tellergroß und ließen sich nicht essen, ohne das Dressing im Gesicht und auf die Klamotten zu verteilen (ich liebe es!)
  • Unter den Salatblättern fand ich einen Obstsalat – hätte ich einen Obstsalat gewollt, hätte ich ihn bestellt. In der Karte hieß es „garniert“, auf dem Bild waren frische Mango und frische Ananas zu erkennen. Auf dem Teller schwamm Dosenobst (hätte man nicht wenigstens die Flüssigkeit abgießen können?).

Bäh! Was ein Fraß!

Ich war nur froh, dass wir beim Ferienabschlussessen-mit-Hahn, einen Tag vorher, :mrgreen:  beim Italiener gewesen waren und da war es extremst lecker.

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Kategorien: MotzerEI

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