Vom Tannenbaum zum Weihnachtsbaum

Was den Weihnachtsbaum angeht, gibt es bei uns im Hühnerstall strenge Regeln. Ich weiß nicht, wer diese Regeln aufgestellt hat, aber sie haben Gültigkeit. Wahrscheinlich sind es auch keine Regeln, sondern es ist einfach nur Tradition. Die traditionellen Regeln lauten:

Der Weihnachtsbaum wird frühestens am 23. Dezember im Wohnzimmer aufgestellt.

Er wird am Vormittag des Heiligabends geschmückt.

Die Lichterketten vom Weihnachtsbaum werden erst zur Bescherung eingeschaltet.

Der Weihnachtsbaum wird am Samstag nach Neujahr abgeschmückt und entsorgt (außer Neujahr fällt auf einen Freitag). Da wir nicht in Bayern leben und auch nicht katholisch sind, hat der 6. Januar für uns keine Bedeutung und dient auch nicht als Stichtag – das nur so Nebenbei 😉

Witzig, diese traditionellen Regeln haben weder der Hahn noch ich aufgestellt.

Wir haben sie offensichtlich beide aus unserem Elternhaus mitgebracht. In diesem Jahr nun habe ich zum ersten Mal diese Regeln in Frage gestellt. Grund: Mir gefällt der Weihnachtsbaum in der Eingangshalle bei uns im Büro immer so gut, der traditionell 😉 am Montag nach dem 1.Advent aufgestellt, geschmückt und beleuchtet wird.

Frage also: Darf man den Weihnachtsbaum wirklich erst an Heiligabend schmücken?

Der Hahn kam am Freitag vor dem 3. Advent mit einem Weihnachtsbaum nach Hause und brach mit der ersten Regel, indem er ihn gleich ins Wohnzimmer zerrte. Ich saß als Zuschauerin auf der Couch und beobachtete ihn und K1, wie sie die Tanne in den Ständer bugsierten.

Ich: „Was soll das sein?“
Er: 😯  (wahrscheinlich wegen der scheinbar blöden Frage)
Ich: „Das ist nicht dein Ernst, jetzt, oder?“

Mein Entsetzen war groß. Statt eines zarten, schlanken Weihnachtsbaums hatte der Hahn einen merkwürdig aussehenden Tannenbaum gekauft.

K1: „Der ist schief!“
Ich: „Der ist nicht schief. Mit dem stimmt was nicht!“

Total verwöhnt durch das schicke Weihnachtsbäumchen im Büro – jetzt im Nachhinein frage ich mich, wie teuer es wohl war, muss ja mindestens einen Hunni gekostet haben – konnte unserer ja nur verlieren. Unser Baum, der offensichtlich mit irgendetwas eingesprüht wurde (iiiihhh), weil er so komisch glänzt, hat auf der einen Seite kurze Äste, auf der anderen Seite ganz lange Äste. Die langen Äste abschneiden will ich mich aber auch nicht. Wer weiß, wie er dann aussieht. Nee, nee, nee, der Baum ist hässlich.
Er: „Hat K2 ausgesucht!“
Ich: „Ändert nichts!“
Beinahe hätte es bei uns noch Streit gegeben, wegen des Baumes. (Habe schon gehört, dass der Streit um den Weihnachtsbaum wohl in anderen Familien zur Tradition gehört.) Der Hahn wollte ihn wegschmeißen und ich sollte einen neuen holen. So weit kommt es noch, dass ich 43 Euro einfach so wegschmeiße.
Ich: „Dann wird er aber pink!“
Er: „Was? Nee! Niemals!“
K1: „Au ja, und pinkfarbene Kugeln haben wir ja schon.“
Ich: „Genau! Und dann kommt noch Lametta dazu…“
Er: „Kein Lametta. Du machst das dann bestimmt nicht wieder ab.“
Ich: „Und neue Kerzen. So kleine, sieht süßer aus.“
Er: 🙄

Ich war bei real und habe sowohl kleine Kerzen als auch pinkfarbenes Lametta gekauft. Noch am selben Tag habe ich die Lichterkette an den Baum gefummelt. Aber soll ich euch was sagen? Ich schaff es nicht die Lichter einzuschalten bzw. den Baum zu schmücken. Die Tradition ist so tief in mir verankert, ich bekomme es einfach nicht hin. Ich will nicht jetzt schon einen geschmückten Baum im Wohnzimmer stehen haben. Ach doch ich will! Nee, das geht nicht! Aaaaarrrgh!
Was soll ich machen? Wie handhabt ihr das?

PS.: Für alle, die den Hahn bedauern eine kleine Info. Keine Sorge K2 hält zu ihm und hat schon kundgetan, dass sie bei der Aktion „Weihnachtsbaum in pink“ nicht mitmachen wird.

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Kategorien: Hühnerhaufen | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Vom Tannenbaum zum Weihnachtsbaum

  1. Geelinde

    Wir haben unseren Weihnachtsbaum (also eher -bäumchen) gemeinsam ausgesucht und frisch abgesägt (der Mann mit den Kids zusammen, ich war nur Baumhalter). Das war letzten Samstag, seitdem steht der ungeschmückte Baum im Wohnzimmer. Weil ich keinen pitschnassen Baum reinholen will, draußen ist nämlich Pippiwetter….

    Traditionell wird er von meinem Mann und mir am Abend vor Heiligabend geschmückt, die Geschenke werden unter den Baum gelegt und das „Weihnachtszimmer“ dann richtig festlich fertig gemacht. Dann kommt die große „Christo-Verhüllungsaktion“. Der Durchgang vom Esszimmer zum Wohnzimmer wird mit Decken verhangen, weil wir keine Tür da haben, das Esszimmer aber eben brauchen. Heiligabend darf kein Kind lünkern, wir wollen das Christkind ja nicht stören. Abends gibt es dann passend zum glänzenden Weihnachtsbaum auch glänzende Äugelchen 🙂

    Den geschmückten Weihnachtsbaum lassen wir immer bis kurz vor dem offiziellen Abholtermin (meist KW2 oder so) stehen. Ich kenne das noch aus meiner Kindheit so, dass der Baum immer bis Maria Lichtmeß stand, also bis zum 2. Februar. Mir wäre irgendwas dazwischen am liebsten, aber bevor ich den Baum bis zum nächsten Jahr im Garten lagern muss, wird er halt dann schon viel zu früh abgeschmückt…

    • das ist eine sehr schöne Tradition, dass das Weihnachtszimmer zu gemacht wird. Da ist die Spannung auf jeden Fall enorm. 😀

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