Arme Kuh – Blöde Kuh

Als meine Mädels noch klein waren, haben wir öfter die Ferien auf dem Bauernhof verbracht. Und jedes Mal standen mir die Tränen in den Augen, wenn ich die Kälbchen sah, die getrennt von ihren Müttern in „Einzelhaft“ genommen wurden. Ich verstehe nicht, warum man die Kälbchen nicht bei ihren Müttern lassen kann, nicht einmal für wenige Tage. Niemals! werde ich das verstehen.
Bisher hat mir noch kein Bauer mir erklärt, warum sie es so handhaben. „Weil du sonst keine Milch trinken  könntest!“, meinte der Hahn einmal zu  mir, als ich mich echauffierte. Ich verstehe es trotzdem nicht. Wenn ich so daran denke, wie ich meinen Nachwuchs gestillt habe, hätte das locker noch für ein paar andere Babys gereicht..

Also selbst wenn mir nun ein Fachmann alles erklären würde, hätte ich wahrscheinlich trotzdem kein Verständnis.
Trotzdem bin ich nicht zur Veganerin geworden; nicht einmal Vegetarierin (höchstens Teilzeit). Ich Schuft (hey, es gibt keine weibliche Version von Schuft? )

Und ich gehe sogar so weit, dass ich zugeben muss, dass ich NIEMALS auf Milch verzichten könnte (dann schon ehe auf Cola). Der Hahn wollte schon eigens für mich eine Kuh in den Garten stellen. Ich trinke beinahe täglich einen Liter Milch.

Heute bei real- war meine Lieblingsmilch im Angebot. Während ich einen 12er-Karton zum Einkaufswagen schleppte, trottete eine junge Mutter mit ihrem kleinen Jungen an mir vorbei, der mir interessiert zuschaute, auf die Milch zeigte und „da da“ sagte. „Nein! Das kaufen wir nicht“, antworte sie, „das brauchen doch die Kälbchen…“ Den Rest verstand ich nicht. Sie ging an der Kuhmilch vorbei zu der anderen Milch (keine Ahnung, aus Hafer? Chemie?, wie die hergestellt wird, habe ich mich noch nie mit beschäftigt). Sie schwärmte ihrem Sohn, der wieder nur „da da“ sagte, von der anderen Milch vor, nicht ohne mir einen vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen. Blöde Kuh, dachte ich und lud provozierend den nächsten Karton in den Wagen. Und weil mich weder die Mutter, noch das Kind aus den Augen ließen, kam dann noch der dritte Karton dazu. (So jetzt könnt ihr euch ausrechnen, dass ich bis nächstes Jahr über die Runden komme. 😉 Ich wollte ja eigentlich nur 2 Kartons à 12 Liter kaufen, aber so… ) Interessanterweise hat die Tussnelda überhaupt keine Milch gekauft.

Beim Beladen meines Autos hatte ich ganz schön Malheur, und was soll ich sagen, Frau Wir-kaufen-keine-Kuhmilch kam schon wieder vorbei. „Da da“ meinte der Junge. „Jetzt komm‘ Noah“, meinte seine Mutter, „du musst nicht gucken, was die Frau gekauft hat, das geht dich gar nichts an…“ (ohne Quatsch! das hat sie gesagt!)

Mir ist daraufhin dann doch der Kragen geplatzt. Man kann mich gerne überzeugen, dass ich mit dieser Kuhmilchsache aufhören soll, aber NICHT SO! „Doch Noah, guck ruhig!“, meinte ich, „ich bin die böse Frau die 36 Liter Kuhmilch gekauft hat, von bayrischen Kühen, die genmanipuliertes Futter fressen.“ Dann stob ich mit meinem ausgeladenen Einkaufswagen davon.

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Kategorien: Eierschachtel | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Arme Kuh – Blöde Kuh

  1. Tja Frau Huhn, Sprit ist da eine ganz andere Sache. Den braucht ja nun fast jeder und muss ihn kaufen, egal wie teuer. Milch muss man nicht kaufen. Es gibt Alternativen…

    Hafermilch ist gar nicht sooo übel… …aber im Kaffee? Ihhh… ^^

    Eine Hochleistungskuh gibt mittlerweile um die 40 Liter Milch. Als ich Kind war (hm also so vor ca. 30 Jahren) war der Bauer froh, wenn es 20 waren.

    Unverständlich ist es für mich, die Kälbchen den Müttern wegzunehmen und hinterher mit Milch aus Milchpulver (von Kühen) aus Eimern zu tränken. Paradox, oder? Wo ist denn da der Unterschied, wenn das Kälbchen 5 Liter Kuhmilch aus dem Eimer oder aus der Zitze trinkt?

    Wahrscheinlich ist es einfacher für den Landwirt Kälber und Kühe getrennt zu halten.

    Aber schrecklich ist es, wenn die kleinen Kälbchen, die gerade geboren sind, alleine im Stall stehen und sich die Seele aus dem Leib schreien, nach ihrer Mutter…

    Allerdings trinke ich auch Milch, wenn auch nicht einen Liter am Tag… 🙂

    • ja, das ist echt Tierquälerei. Ich weiß auch nicht, ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht auch anders geht. es muss doch möglich sein, dass die Kälbchen bei ihren Müttern bleiben können… 😦 Ich verstehe nicht, wie die Milchbauern das aushalten.

  2. Claudia

    Das hätte ich gern gesehen *gg*
    Ich habe letztens einer „es ist doch total unnatürlich die Muttermilch eines anderen Säugetieres zu trinken“– Fanatikerin gesagt, das ich trotzdem meinem Mann morgens nicht meine Brust in den Kaffee melke. Die anschließende Diskussion war erstaunlich sachlich und hat mich zu der Überlegung gebracht jetzt mal ein paar Alternativen zu probieren. Allerdings nicht, weil ich es unnatürlich finde Kuh- oder sonstige Tiermilch zu trinken, sondern weil Milch einfach gar nicht so gesund ist wie gedacht und weil die Bauern eh nix dran verdienen, da muss ich diese Massentierhaltung nicht unbedingt noch fördern.
    Für den Kaffee war allerdings noch keine brauchbare Alternative dabei. Und lass die Finger bloß von Hafermilch, das ist Wasser mit Hafer und schmeckt auch so.

    • hi – hi – hi kurzes Kopfkino.

      das die Milch so billig ist, finde ich auch nicht toll bzw., dass die Erzeuger nichts davon haben. Lieber wäre mir so ein Unterbietungskampf bei Sprit.

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