Nervige „Hausierer“

Ohne geht es wohl nicht, wenn sogar mein Wörterbuch die Verkäufer abbildet… *tsss*

Wenn es im Urlaub irgendetwas gab, was mich nervte, dann waren es diese fliegenden Händler, die einem immer und überall auflauern (außer in der Ferienanlage, aber die ist eingezäunt, sonst wären die hier wohl auch unterwegs). Ich kenne das ja schon von der Riveria, aber das war nichts gegen das was in Bibione abgeht. Zwölf Mal in zehn Minuten, wird man hier angequatscht, wenn man an den Strand kommt. Liegt man erst mal, wird die Frequenz etwas weniger.

Wäre ich ein muskelbepackter Mann, hätte es hier längst eine Schlägerei gegeben. Dem einen Araber, der einem mehrfach am Tag mit: „Brauckst du Andtuch“ regelrecht anbellte, hätte ich gerne ordentlich vermöbelt. Der war total aggressiv, rückte den Leuten auf die Pelle und beschimpfte sie (zum Glück versteht ihn keiner, sonst hätte das mit der Schlägerei sicher schon jemand anders erledigt), wenn sie nichts kauften. Er lächelte nie – booah, nee, der war total eklig. Und dämlich war er wohl auch, sonst hätte er wohl kapiert, dass wenn ich vormittags kein „Andtuch“ brauche, auch nachmittags keines will. Und das man mehr verkauft, wenn man seinen potentiellen Kunden gegenüber freundlich ist.

Ich verstand die Leute nicht, die bei ihm kauften, als würde es keine anderen Fuzzis mit Handtüchern geben. Die haben zudem alle dieselben. Und in der Stadt kann man die auch an jeder Ecke kaufen. Für die Hälfte.

Das Angebot an Waren ist hier indes vielfältiger, als die Jahre davor.

Neben den obligatorischen Handtüchern, Taschen, Uhren, Ketten, Sonnenbrillen, Kleidern, Seifenblasen und Drachen gab es hier merkwürdige afrikanische Körbe (die aussehen, wie aus 1001 Nacht und in denen man Schlangen aufbewahrt), Windspiele, Tücher mit Loch. Außerdem konnte man sich afrikanische Zöpfe flechten, Tatoos aufmalen und sich massieren lassen.

Und wenn man abends durch die Innenstadt von Bibione flanierte, ging das ganze von vorne los. Hier kamen dann aber noch Leuchtspielzeuge dazu.

An der Strandkasse hing ein Schild in drei Sprachen (italienisch, deutsch, englisch), das man auf keinen Fall bei diesen Typen kaufen soll. Auch den Massageservice solle man auf keinem Fall in Anspruch nehmen, es wären schließlich keine ausgebildeten Fachkräfte, und es könnte gesundheitsschädlich sein. Und wer sich beim Kauf gefälschter Ware erwischen lässt, wird ebenfalls verknackt und muss mind. 10.000 Euro bezahlen. In der Frankfurter Rundschau habe ich einmal gelesen, dass die italienische Polizei keinen Spaß versteht. Dass dem wirklich so ist, konnte ich allerdings nur in Venedig sehen. Da wurde am Kai patrouilliert und in den engen Gässchen traf man immer wieder auf private Sicherheitsleute. Im Gegensatz zu Sanremo hat sich hier niemand getraut mir vor dem Gucci-Laden eine gefakte Handtasche anzubieten.

Dort, wo in unmittelbarer Nähe zum Markusplatz die Schiffe anlegen, ist es besonders schlimm mit den Händlern. Du versuchst in die Innenstadt zu laufen und bekommst an zahlreichen Ständen und Buden, jede Menge Billigscheiß zu Wucherpreisen angeboten. Und wenn du einmal nicht auf den Weg achtest, trittst du beinahe in Sonnenbrillen, die der illegale Händler auf einer Decke ausgebreitet hat. Das mit der Decke hat einen praktischen Nutzen. Denn kaum nähert sich die Patrouille, wird aus der Decke ein Sack, mit dem ganz schnell das Weite gesucht wird. Die Taschenverkäufer haben es da schon schwerer. Ach, war das schön zu beobachten, wenn die alle rennen mussten, wenn die Ordnungshüter in Sicht kamen. Schade, dass mir dieses Schauspiel in Bibiione verwehrt wurde.

Das klingt gemein, ich weiß, aber die Kerle, gingen mir dermaßen auf die Nerven, dass ich keinerlei Mitleid empfinde. Das, was die betreiben ist grobe Belästigung.

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Kategorien: Italien | Schlagwörter: , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Nervige „Hausierer“

  1. *lach vor fallen vom Bürostuhl*
    ja, wer kennt das Phänomen nicht in Italien.
    wobei es sicher von Stadt zu Stadt Unterschiede gibt was die angebotenen Produkte und die Dreistigkeit der Anbieter angeht.
    Was ich erstaunlich bei nem Verona Besuch fand:
    in einer Minute (Sonnenschein) stehn die alle rum mit Handtaschen & Sonnenbrillen.
    Urplötzlich zieht Regen auf, es kübelt aus Eimern, und so schnell kannst nicht hinsehen wie die alle mit zu verkaufenden Regenschirmen & Capes da stehen. Flexibel und schnell sind die…

    Und dann gibts ja noch die Typen, die an Straßenkreuzungen/Ampeln stehen und dir (ungefragt) die Windschutzscheibe waschen/verdrecken, Zeitungen oder Tempo Taschentücher anbieten…

    Dazu muss man sagen, in Italien gibts kein Hartz4 etc.
    So ein soziales Netz wie in Deutschland, wo jeder rein kommt und sich bedient, is net in bella Italia.
    deswegen kommen die Asyls ja auch gerne nach Deutschland und nehmen Italien meistens nur als Durchlaufstation.
    DA muss man irgendwas machen für sein Geld…

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