Wo geht’s lang?

(Liebe Schweizerinnen, liebe Schweizer, liebe Österreicherinnen, liebe Österreicher – bitte regt euch jetzt nicht auf, ich meine es nicht böse… – Ist nur Spaß und wie immer Augenzwinkernd gemeint ;-)).

Frau H. Ihre Reiseunterlagen sind da, meldet der Anrufbeantworter, als ich nach Hause komme. Das Reisebüro, welches ich vorgestern noch angerufen hatte, wann denn nun endlich die Unterlagen kämen, hatte die Nachricht hinterlassen. Also bin ich ins Auto gesprungen und habe sie geholt: Die Reiseunterlagen.

Der Begriff  „Reiseunterlagen“ suggeriert mir ein Sammelsurium an Unterlagen im A4-Formt mit zahlreichen Informationen über meinen Urlaubsort und vor allem die Unterkunft.
Doch ich bekam nur ein klitzekleines Heftchen im sogenannten DIN-lang-Fomat, welches gerade einmal einen Zettel für die Agentur vor Ort enthielt und die Anschrift, wo ich diese finde. Ach und die Anschrift der Unterkunft war vermerkt, aber ohne Hausnummer. Hat da jemand Angst, dass man sich über Google alles anschaut? Und wenn ja, warum?
Ich war schon ein bisschen sauer: Nichts über die Ausstattung vor Ort. Dafür bin ich also ins Reisebüro gegangen und musste mir meine Unterlagen auch noch abholen? Und der nächste Knüller: Ich kann die Reise nicht mit Kreditkarte bezahlen.

Ansonsten ist die Stimmung im Hühnerstall wegen der bevorstehenden Reise aber gut. Reisefieber – welches sich in einer inneren Unruhe äußert – macht sich bei mir besoderns dann breit, wenn ich an die Autofahrt denke. Ich habe mich für den Weg über Österreich entschieden. Und soll ich euch was sagen, ich war noch nie in Österreich. Ach doch, halt stopp zurück, ich habe einmal eine Städtetour nach Wien gemacht.

Der Hahn ist auch entsprechend nervös und hat sich auf der Arbeit schon bei seinen nach Italien fahrenden Kolleginnen über deren Route informiert: „Die fahren alle über die Schweiz“, vermeldet er. „Wieso das denn?“, frage ich zurück. Nein, wir fahren nicht über die Schweiz, oder? Nein, ich bin es leid, mich dort ausnehmen zu lassen und mein Wechselgeld in (für mich völlig wertlosen) Franken zu erhalten. Aber auf meinen Euro sind sie ganz wild.
Also Österreich. Vorteil an der Strecke: ich bin ganz lange in Deutschland unterwegs. Nachteil: Ich bin ganz lange in Deutschland unterwegs. Nein, im Ernst. Die A81 zählt nicht gerade zu meinen Lieblingsautobahnen (und wenn ihr wissen wollt, welches meine Lieblingsautobahn ist: Die A5! (auch wenn man an Karlsruhe vorbeikommt 😉 ) Schnurrstracks nach Süden – jede Menge McDonalds unterwegs.

Aber wie genau? Brenner- oder Tauernautobahn? Ich rufe einen Bekannten (ein echter Zwockel) aus der Nachbarschaft an, der mir die Vor- und Nachteile beider Strecken detailliert aufführt. Mein großer Kummer – bei welcher Strecke auch immer – sind die Alpen. Herrje, kann man da nicht außen rum fahren? Ich mag nun einmal die Berge nicht…

Ich habe also die Wahl. Brennerautobahn – soll steil hoch gehen, aber gemütlich runter. Ich kann mir das nicht vorstellen über Stelzen über eine Schlucht zu fahren. Gruselig. 160 Meter hoch soll die Europabrücke sein. *schlotter* Und wenn es an dem Tag windig ist?

Tauernautobahn? Auch eine hohe Brücke, sagt Wikipedia. Und 14 Tunnel – in Worten: VIERZEHN!! Naja, immerhin gibt es an dem einen Tunnel zwei Röhren pro Fahrtrichtung. ABER (Glück und Leid liegen eben nah beieinander): Am 30. Juli 2011 kam es vor dem Oswaldibergtunnel, der Nordumfahrung von Villach, zu einem 60 Kilometer langen Stau. Hintergrund: Nach Fertigstellung der zweiten Röhre des Tauerntunnels und dem Ende der Blockabfertigung kommen nun viel mehr Autos in kürzerer Zeit in den Süden. Der Knoten Villach, mit nur einer Abbiegespur in Richtung Italien bzw. Slowenien war dem großen Verkehrsaufkommen nicht gewachsen. (Wikipedia)

Also doch Schweiz und Gotthard-Tunnel? Das wären 100 Kilometer mehr. Ich frage meinen Chef. „Natürlich fahren Sie über Österreich“. Und wie genau? „Fahren Sie die eine Strecke hin, die andere zurück. Dann haben Sie beides gesehen.“ „Aber der Brenner ist so hoch…“ „Das ist der niedrigste Pass in den Alpen! Sie sind letztes Jahr über den Splüggenpass gefahren, das wird ein Spaziergang für sie“.
Ja, stimmt. Ich erinnere mich an seine damaligen Worte, als ich ihm erzählt hatte, ihm dem Pass-Freund, dass ich aus Versehen über diesen Pass gekommen wäre. „Der Splüggenpass? Du liebe Zeit, da haben Sie sich gleich den schwierigsten Pass ausgesucht. Der ist Hardcore!“ Na dann, kann es ja wohl nicht mehr schlimmer werden. Oder?
Kann mich bitte jemand hinbeamen?

Wo seid ihr – ihr österreichische Leserinnen??? Wie soll ich fahren?

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Kategorien: auf Reisen | 7 Kommentare

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7 Gedanken zu „Wo geht’s lang?

  1. Üblicherweise wende ich zur Entscheidungsfindung ein mehrstufiges Verfahren an: ich vergleiche die Strecken, welche nach km/Fahrzeit kürzer ist und versuche staugefährdete Abschnitte herauszufinden. Ich befürchte, dass das in Österreich trotz zweiter Tauernröhre für beide Strecken der Fall sein kann (Oswaldibergtunnel versus Mautstelle Schönberg am Brenner). Dann bleibt immer noch die Frage nach persönlichen Präferenzen – obwohl ich mich nach 17 Jahren in den Alpen an die Tunnel gewöhnen musste, mag ich sie immer noch nicht und wähle nach Möglichkeit eine tunnelfreie Strecke. Dass du über die Europabrücke fährst, merkst du echt nicht, ich wär fast schon mal irrtümlich am McDonalds vorbeigefahren (fatal, wenn man alleine mit zwei kleinen Kindern reist). (Die McDonalds auf der Tauernstrecke findet man sowieso nur als Ortskundiger, da nicht direkt an der Autobahn – sicherheitshalber zur Info: Ausfahrten Salzburg Flughafen und Hallein). Dafür kannst du am Brenner ganzjährig mit den Elementen in der unangenehmeren Form konfrontiert werden: leichter Schneefall ist mir schon im August passiert.
    In Anwesenheit des Familienoberhauptes wird mir diese Entscheidung ohnehin von DWD abgenommen, ich beschränke mich dann darauf, seine Entscheidung zu kritisieren 🙂
    Du merkst: geballtes Nichtwissen – bin schon gespannt, wie du dich entscheiden wirst

  2. suma

    Brenner, dass ist doch eine ganz gerade Autobahn, völlig ohne Kurven und die Brücke sieht man gar nicht….

  3. Wie wäre es mit Fliegen ??? 😉

    Wir sind vor 30 Jahren nach Südfrankreich gefahren, über die Napoleon-Route. Landschaftlich sehr schön, zum Autofahren eine Katastrophe. Schmale, steile Straßen. LKWs und Wohnwagen von allen Seiten. Meine Mutter fand es nicht lustig…

    • Ich habe doch Flugangst…. Aber viel mehr geht es um die Katze – und um den Preis.

      • Das sind natürlich unschlagbare Argumente. Und da ich weder aus Österreich noch aus der Schweiz komme, kann ich Dir da leider nicht weiterhelfen.

        K2 würde übrigens die Tunnelstrecke bevorzugen. Er liebt Tunnel 😉

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