Urlaub voraus!

Vor zwei Wochen wollte ich euch mitteilen, dass ich in sechs Wochen in Urlaub fahre. Letzte Woche habe ich angefangen zu schreiben, dass ich in fünf Wochen fahre. Nun ist es soweit: Nun ist der Beitrag endlich fertig und es sind nur noch vier Wochen…   😀

Natürlich fahre ich wieder nach Italien. Ach, ich freue mich ja so. Drei Wochen sind wir dort, in der Nähe von Venedig. Ursprünglich wollte ich ja fünf Wochen fahren und die kompletten sechs Wochen Ferien Urlaub machen. Ich war letztes Jahr nicht erholt – erinnert ihr euch?

Es gab Urlaube, an deren letzten Tagen ich gedacht habe: Jetzt ist gut, jetzt kannst du endlich wieder arbeiten gehen. Drei Wochen frei sind wirklich lang genug. Dieses Mal ist es nicht so. Ich bin ganz weit weg davon, so zu empfinden. Ich könnte noch etwas länger frei haben. Auch die Aussicht, dass ich nur drei Tage arbeiten muss und dann schon wieder Wochenende habe, tröstet mich nicht.

Was habe ich mich gequält, das nicht-vorhandende Sommerwetter in Deutschland tat sein übriges. Damals schwor ich mir: Nächstes Jahr bleibst du fünf Wochen dort. Der Hahn zeigte mir einen Vogel. Schnell stand fest, wenn ich es machen würde, dann ohne ihn. Mir war auch klar, dass es bei Buchung im Reisebüro unbezahlbar wäre. Ich hoffte auf Beziehungen und auf meine Italienisch-Lehrerin. Und tatsächlich, ihre Tante hätte eine Wohnung in der Nähe von Venedig. Sie versprach sich zu kümmern. Und anfangs sah es aus, als hätte ich Glück, doch als es ums „Eingemachte“ ging, ruderte meine Italienisch-Lehrerin zurück. Es war komisch. Ich fragte nicht länger nach, weil ich kein Lust auf „Kuddelmuddel“  hatte.

Dann fing ich an online zu suchen. Hier stieß ich auf ein ganz anderes Problem. Eigentlich hatte niemand Lust seine Wohnung für fünf Wochen zu vermieten und die Angebote, bei denen es möglich gewesen wäre, waren zu weit vom Meer entfernt oder erlaubten keine Haustiere.

Also dackelte ich im November doch ins Reisebüro. Beim Wälzen der Kataloge zeigte sich, dass meine Wunschvorstellung sehr schnell platzen würde, wenn man auf die Preise schaute. Dazu kamen endlose Diskussionen mit dem Hahn, über Sinn und Unsinn meiner Reiseplanung. Es war furchtbar und endete oft im Streit, weil er nicht alleine sein wollte, mein Bedürfnis nach Sommer aber auch nicht nachvollziehen konnte. Sollte ich jetzt verzichten, nur weil er nicht der Typ für fünf Wochen Urlaub war?

Aber er ist nicht einmal der Typ für drei Wochen. Seit Jahren versuche ich ihn für drei Wochen zu erwärmen, aber er bleibt stur.  Ich war genervt und es gab lange, sinnlose Diskussionen.

Trotzdem schaute ich weiter in meine Kataloge und hatte drei Objekte gefunden, die es sich lohnen würde näher anzuschauen. Das Reisebüro drängte, die Kontingente nahmen täglich ab.

Also musste ich dem Hahn in gewisser Weise die Pistole auf die Brust setzen, um ihn zu einer klaren Aussage bzw. Entscheidung zu nötigen. An einem Samstag, er kochte gerade, schlenderte ich zu ihm in die Küche.

„Was ist nun mit Italien? Kann ich mit dem großen Auto fahren?“, fragte ich erst einmal, denn  er hatte in den Diskussionen angedroht, dass ich „gefälligst“ mit meinem Auto fahren solle, was meinen Plan auch zum Scheitern brächte*, weil es dafür zu klein ist.

„Oder kann ich Katze hier lassen?“ Der Hahn sagte erst einmal nichts. Ich schaute fragend und eindringlich. Dann druckste er: „Wir haben eigentlich noch gar nicht darüber gesprochen.“ Nein? Hatten wir nicht? Komisch, ich hatte es irgendwie anders in Erinnerung. Aber warum sollte ich mich jetzt darüber auslassen? Schade, um die Zeit.

Außerdem merkte ich, an dem Herumgedruckse und den Blicken, dass da was in Busch war. „Willst du doch mit?“ Ja, wollte er, ein bisschen Urlaub machen, wolle er ja auch, aber keine fünf Wochen.

Ich muss zugeben, ich war erleichtert. Und, er war sogar mit drei Wochen als Kompromiss einverstanden – zähneknirschend, aber immerhin. Ratzfatz war ich beim Reisebüro und machte alles Dingfest. Im Januar/Februar kamen mir dann die Zweifel. Zum ersten Mal würden wir auf die Adria-Seite fahren. In eine touristische Hochburg… Oh, weh, was habe ich da angerichtet?

 

 

******
(*toller Konjunktiv!)

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Kategorien: auf Reisen | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Urlaub voraus!

  1. Gabi

    Och, meinste nich, dass es dem Hahn, wenn er erstmal da ist, dann doch gefällt? Ich drück Dir mal die Daumen!

    • Naja, er wird nicht meckern können. Er hat ja, einmal eingelenkt, dann diesen Ort ausgesucht, weil man da so viel unternehmen kann. 😉

  2. Oh weia, das hört sich interessant an. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und wie lange der Hahn bleibt…

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