Ich brauche meine Hilfsmittel

Ich kann nicht verstehen, wie doof ich bin. Ich war übers Wochenende bei einer Freundin zu Besuch und habe dort meinen Kosmetikkoffer  vergessen. Es ist Sonntagnachmittag und ich bin gerade nach Hause gekommen, ich habe gerade eine Stunde und 30 Minuten im Auto gesessen und bin natürlich nicht gewillt, nach Stuttgart zurückzufahren. Das wäre übertrieben… Wäre es doch, oder?

Nun stehe ich also in meinem Bad vor leeren Regalen, während meine wichtigen Utensilien 180 Kilometer weiter südlich in einem anderen Bad stehen. Creme, Make-up, Haarspray, Bürste, Kamm und (am Schlimmsten) meine Brille befinden sich derzeit nicht in meinem Besitz. OMG!

Ich schäme mich – total. Erstens, weil ich so doof bin (und ich bin sogar noch einmal ausgestiegen und zurück gegangen, um doch noch einmal auf die Toilette zu gehen). Zweitens, weil ich meiner Freundin jetzt zumuten muss, meine täglichen Hilfsmittel in eine Kiste zu packen und mir zuzuschicken. Obwohl ich schon wieder weg bin, bereite ich ihr Arbeit. Ich hasse so etwas.

Reg‘ dich nicht auf, rede ich mir selber gut zu. Deine Handtasche hast du immerhin. Ironie an der Sache: Zwei Stunden vorher hatte ich K1 noch genötigt, das Brillenetui aus der Handtasche zu nehmen und in den Kosmetikkoffer zu packen. Sie verstand den Sinn der Aktion nicht und wies mich darauf hin. Ich verstehe es jetzt auch nicht mehr, wahrscheinlich war mir einfach die Handtasche zu dick.

Ich mache mir auf die Suche nach meiner alten Brille und finde ein Modell, welches ich total vergessen hatte. Wusste ich gar nicht, dass ich schon meine dritte Brille habe…

Ist das jetzt schon krankhaft, mit der Vergesslichkeit, oder ist es noch im Rahmen? Ist es das typische Mama-hat-so-viel-Kopf-woran-sie-denken-muss, oder doch schon eine Alterssache?

Wie dem auch sei, die gefundene Brille muss vom Hahn repariert werden (erfolgreich) und interessanterweise konnte ich noch damit gucken und lesen.

Auch bei fast allen anderen Sachen stellt sich heraus, dass ihr Fehlen nicht so dramatisch ist, wie vorerst angenommen.

Aber – wie gesagt – bei „fast“ allen Sachen.

Montagmorgen dann die Härteprobe. Was mir wirklich fehlt, sind

Bürste, Kamm, Haarspray und Rougepinsel…

Kamm und Haarspray habe ich noch in Zweitausführung im Büro liegen. So wird das mit den Haaren verschoben, bis ich im Büro bin.

Montagabend:  Mir fehlt mein teures Gesichtswasser 😦 ich mag auch keine neue Flasche kaufen, aber wenn das Paket morgen nicht kommt, muss ich wohl.

Dienstagmorgen: Mir fehlt meine Tagescreme. Gestern habe ich mir mit einer Probe geholfen, von der ich noch zahlreiche andere habe, aber hey ich bin auch ein Gewohnheitstier…  Außerdem fehlt mir mein Rougepinsel. Rouge hatte ich erst letzte Woche neu gekauft und nun die neue Packung vorab angebrochen. Das Pinselchen in der Packung ist natürlich völlig unbrauchbar und eignet sich nur, um sich Balken auf die Wangen zu malen. K1 (derzeit auch ohne Puderpinsel, der ist auch im Koffer) hat ihren alten Pinsel herausgekramt. Besser als nix – aber Qualität sieht anders aus. Außerdem hat K1 ihn für ihren Puder benutzt, der iwie immer noch drin hängt…

Mittwochmorgen: ach – langsam nervt es… am dritten Tag verfestigt sich mein Eindruck, dass mir Bürste, Gesichtswasser und Tagescreme am meisten fehlen 😦

Mittwochabend: wieso habe ich mir kein neues Gesichtswasser gekauft??? Weil ich AUCH DAS wieder mal vergessen habe. Ich denke morgens um halb sieben und abends um Uhres daran. Sehr hilfreich – ha ha.
Ein Blick in die Paketverfolgung frustriert mich noch mehr. Ist Stuttgart nicht eine Stadt? WANN bitte schön ist das Päckchen denn vom Shop abgeholt worden?  *motz*

Donnerstagmorgen: ICH WILL JETZT MEINE BÜRSTE!!!!!
Auch die Ersatzbürste ist mir abhanden gekommen. Wie geht das denn? Die reparierte Ersatz-Brille gibt ihren Geist bzw. einen Bügel auf.
Ein Blick ins Hermes-Tracking:

Na hoffentlich bin ich auch zuhause, wenn der Bote kommt.

Donnerstagnachmittag
Das Päckchen ist da – Yipiie. K1 hat es entgegengenommen.

Alles wieder gut 😀 Denn in der Tat ist es so, dass das Vergessen des Koffers den Höhepunkt und offensichtlich auch Abschluss einer Pechsträhne bedeutet. In der Woche vor Stuttgart rissen die schlechten Nachrichten nicht ab. Kleinigkeiten nur, aber in dieser Masse für mich völlig ungewohnt. Eine Art schlechtes Karma. Gebrochene Finger, kranke Katze, nicht erreichbare Tierärztin, vollgesperrte Autobahnen – um nur ein paar Stichworte zu nennen. Als wollte irgendetwas verhindern, dass ich nach Stuttgart fahre und weil ich doch gefahren bin, habe „ich“ den Koffer vergessen…

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Kategorien: Hühnerhaufen | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Ich brauche meine Hilfsmittel

  1. chasolu

    Du Ärmste, aber es klingt nach zu viel um die Ohren 😉

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