Essgestörte Frauen

Wie alle Frauen, finde ich mich in regelmäßigen Abständen zu dick oder besser gesagt zu schwer. Seit Jahren nehme ich nun zu. Beim Blick in den Spiegel sehe ich aber die neuen Kilos nicht. Es ist wohl schleichend. Ich bin 170 cm groß und wog Anfang 20 45 Kilo. So im Nachhinein muss ich sagen, gesund war das wohl nicht. Heute, zwanzig Jahre später, wiege ich 20 Kilo mehr. Für jedes neue Lebensjahr also ein Kilo mehr.  „Das ist völlig normal“ heißt es im Kolleginnen- und Bekanntenkreis. „Mit 40 geht es los. Da kannst du froh sein, wenn du es schaffst dein Gewicht zu halten“.  Jeder hat das doch schon mal gehört, oder? Vor zehn Jahren habe ich noch gedacht: Wovon reden die eigentlich? Aber ja, sie haben Recht. Es ist soooo schwer. 😦

Vor meiner ersten Schwangerschaft wog ich mehr als wenige Monate danach. Booaah, war ich stolz. Und auch mein zweites Kind ist sicher nicht schuld an den 20 Kilo mehr. Wer dann? Das Alter?

Kurz bevor ich nach der Elternzeit ins Büro zurückkehrte, las ich einen Artikel, dass Büromenschen schleichend 500 Gramm pro Jahr zunehmen. Stimmt wohl auch 😦 . Und vor Jahren lass ich in der Brigitte (Heft 10/08), dass fast alle Frauen an Ess-Störungen leiden.  Weil sich unsereins gedanklich fast permanent mit dem Essen oder Nicht-Essen  beschäftigt. Kann ich das Essen, oder hat es zuviel Kalorien? Sollte ich mir die Schokolade nicht lieber verkneifen? usw.
Irgendwo fiel auch das Wort „EssGEstörte“, was mir persönlich besser gefällt. Ich bin ja nicht krank – habe aber offensichtlich – wie viele andere Frauen auch – einen Knall. Nicht jeden Tag, zum Glück 😉

Aber eine Diät habe ich noch nie gemacht. Und ich will mich auch nicht selbstkasteien; schon gar nicht in der Weihnachtszeit. Dann muss ich im Januar eben nur Salat essen und meinen Knall voll ausleben. Oder ich gehe nicht mehr ins Büro… 🙂

zum Weiterlesen:     Haben Sie heute schon ans Essen gedacht?

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Kategorien: Ach, du dickes Ei | Schlagwörter: | 6 Kommentare

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6 Gedanken zu „Essgestörte Frauen

  1. Bürofett: Da sagste was! Traurig aber wahr – während meiner Zeit als Arbeitssuchender, konnte ich bequem meine Kilos runter marschieren. Jeden Tag 10 – 15 Kilometer (manchmal, wenn das Wetter Top war, auch 20 Kilometer und mehr), walken, marschieren, latschen – wie auch immer man es nennen will – 30 überflüssige Kilos verdampften so. Kaum hatte ich wieder einen Job, ging’s genau andersrum. Im Sommer schaff ich es wenigstens noch halbwegs das Gewicht zu halten, weil ich zu Fuss zur Arbeit marschier. Das sind um die 12 Kilometer – und mein Gewichtshaltekalorienverbrauchsaufwand. Im Winter? Keine Chance! Da ziehen einen Speisen mit 100% Fettabteil magisch an. Grünkohl mit Mettwürstken u. Co. Sorgen dafür, dass man zu Heiligabend den Nikolaus spielen kann – und das, ohne sich Kissen vor den Bauch zu binden, um die Leibesfülle zu imitieren. Ich spiele schon mit dem Gedanken zu kündigen, damit mein Bürostuhlhintern wieder zu dem sexy Apfelpo wird..

  2. Super Kommentare – danke Mädels. Dass ich dem Diätwahn widerstehe, liegt daran, dass ich nicht auf Süßigkeiten und schon gar nicht Cola verzichten kann. Auch hier und da ein Glas Wein muss einfach drin sein. Das Problem: Natürlich trinke ich abends, natürlich nasche ich vorm Fernseher. Da zählen die Kalorien ja doppelt – und wenn man 40 plus ist, sowieso.
    Ich müsste einfach Sport machen – regelmäßig. Aber regelmäßig und ich, dass passt einfach nicht zusammen. Und Sport ist nun einmal so anstrengend. Die Zeit, die ich zudem damit verbringen müsste, nutze ich lieber für etwas anderes.
    Ach, ich bin so inkonsequent. Wenn ich wenigstens meinen Frieden mit meinem Körper gemacht hätte. Aber soweit bin ich noch nicht…obwohl noch mehr zunehmen ist auch nicht drin – dann passe ich nicht mehr in meine Klamotten.
    @inge WIE hast du deinen Frieden gemacht?

  3. So wie ingejahn geht es mir auch … man muss sich so akzeptieren wie man ist … und nicht wie uns von der Werbung und ect. vorgegaukelt wird … dann kann man auch freier denken … natürlich muss sich frau mit dem Essen beschäftigen, da wir Frauen ja in der Familie meistens die sind, die kochen und einkaufen müssen .. .
    Diäten habe ich einige hinter mir … natürlich mit JoJo und deshalb kommt das nicht mehr für mich in Frage … wenn abnehmen dann mit FDH … du machst das schon richtig …

  4. ich sehe dieses thema essstörung als nicht so ganz privat an. es ist ja ein gesellschaftlicher druck da, der auf frauen einwirkt. frauenzeitschriften, plakatwände, filmstars, ab größe 42/44 beginnt die abteilung für die „dicken“ in den geschäften. nicht zu vergessen der wahn, wir müssten ewig jung bleiben und attraktivität wäre das wichtigste an einer frau. das ist schon so eine art gehirnwäsche und verzerrt die wahrnehmung auf uns selbst. die meisten frauen sehen sich nicht wie sie sind, sondern beurteilen sich ständig, wie durch die augen anderer mit ganz strengen massstäben. da kann doch was nicht stimmen!

    @Claudia – wenn du nur isst, wenn du auch wirklich hunger hast, bist du nicht esGEstört. ganz im gegenteil. genau hier überlegst du ja, ob es stimmt, was du fühlst oder ob es richtiger ist, was dir alle anderen (mediziner, gesellschaft, zeitschriften) einreden. genau das ist der punkt.

    und: ich habe wirklich jetzt vor kurzem erst frieden mit meinem körper geschlossen. ich werde dieses jahr 50. so lange kann das dauern….

  5. Claudia

    Kann mich desperateworkingmum nur anschließen. Glückwunsch zum Diätwiderstand! Wenn man manchen Kolleginnen und Freundinnen glauben kann, ist das ja wirklich eine Seltenheit.
    Ich kenn mich da ehrlich gesagt ja auch gar nicht so aus.
    Diäten und Gewicht waren noch nie so meine Themen. Ich kannte allerdings ne ganze Menge wirklich essgestörter Mädchen. Das hab ich aber immerhin verstanden, die waren krank.
    Was ich bis heute nicht verstehe ist, wenn Mädels, die kaum mehr sind als ich, sich dauernd Gedanken um die Kalorien und ihr Aussehen machen.
    Aber ich bin da auch gesegnet, ich war immer schlank ohne was dafür tun zu müssen…wer weiß, vielleicht ändert sich das in 10 Jahren auch.
    Irgendwie essGEstört bin ich aber glaub ich auch…ich esse vormittags nix, hab einfach keinen Hunger. Gesund ist das ja sicher nicht.

  6. Gratuliere zur Widerstandskraft an der Diät-Front, ich hoffe, du hältst das weiterhin durch! Ich habe mich nach meiner zweiten Schwangerschaft unvorsichtigerweise in den Diät-Wahnsinn mit anschließendem JoJo begeben und kann nur sagen: nie wieder!

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