Erkenntnisse

Ich hatte euch ja versprochen, euch meine gedanklichen Ergebnisse, Erkenntnisse zur MuKiKu mitzuteilen.

Nein, es war nicht alles schlecht in der MuKiKu und vor allem in der ersten Woche, habe ich mich tapfer gehalten und mich nicht von schlechten Meinungen oder Stimmungen ‚runterziehen lassen. Mit der Ankunft der Kleinkind-Eltern verschlechterte sich meine Stimmung täglich. Das soll nicht heißen, dass ich auf einzelne Mamas sauer war oder eingehackt habe *g*, sondern das mir der Krach, das Theater, das Getue nicht mehr in den Kram gepasst hat.Das Bedürfnis der Einzelnen nach Ruhe wird großgeschrieben. Doch die Ruhe war irgendwann dahin.

Kinder sollen im Kinderclub zu Mittag essen, damit Mamas endlich einmal ihre Ruhe haben. Die Kleinkind-Mamas schafften es nicht, ihre Kinder im Club zu lassen, erwirkten Sondergenehmigungen und so war das Mittagessen für mich und meine Kurfreundin stressiger, als hätten wir mit unseren eigenen Kindern zusammengesessen. Wir konnten den anderen dann dabei zusehen, wie sie verzweifelt versuchten ihre Kinder im Hochstuhl zu halten, wie sie das herumgeworfene Mittagessen einsammelten und wie dem  Geschrei ihrer Kinder hilflos Schnell wurde hier klar, warum diese Mamas in Kur sind – und deshalb betone ich hier noch mal, liebe Leserinnen mit Klein- und Kindergartenkindern: Lasst es! Fahrt auf keinen Fall in Kur. Außer ihr habt ein Kind, welches sich fremdbetreuen lässt.

Doch zurück zu  mir:

1. Sport

Ich habe Sport gemacht. Ach, du liebe Zeit und wie viel. Ich bin von einem Muskelkater in den nächsten gekommen und hatte zum Schluss totale Rückenschmerzen.  Einmal habe ich die Schmerzen in der BWS noch wegmassiert bekommen – herrlich – musste nachmittags in Aquafitness aber wieder mir den Armen rudern, was das Zeug hält, und zack war ‚rund um den Schulterbereich alles wieder verkrampft. Das wiederum hat dazu geführt, dass ich Kopfschmerzen bekommen habe und nach fünf Tagen Schmerzen hatte ich die Nase einfach voll. Meine Erkenntnis: Sport ist doch Mord! 😀

Nein, im Ernst: Auch ich komme um Sport nicht herum. In der MuKiKu war es praktisch. Du hast einfach deine Sportschuhe angezogen und bist trockenen Fußes zum Fitnessraum gewackelt, danach zurück in dein Zimmer und ab unter die Dusche. So komfortabel habe ich es zuhause nicht, wer hat das schon? Und daran scheitere ich. Ich mag mich um 20 oder 21 Uhr nicht mehr ins Auto setzen. Naja, in drei Wochen fängt Yoga wieder an…  Hier bei dem Sport-Thema komme ich einfach nicht weiter, auch wenn ich die Dringlichkeit erkannt habe…

2. Arbeit/Büro

Die wichtigste Erkenntnis überhaupt: Faulenzen macht nur Spaß, wenn man Arbeit hat. Nie konnte ich den Spruch besser nachvollziehen. Ich liebe es sonntags nichts zu machen. In der #MuKiKu fand ich das ziemlich furchtbar. Schließlich hatte ich die ganze Woche schon nichts gemacht und hatte auch keinerlei Verpflichtungen außer pünktlich bei den Anwendungen und beim Essen zu sein. Zuhause macht Faulenzen einfach mehr Spaß.

Außerdem ist mir in der Kur klar geworden, dass ich meinen früher so geliebten Job niemals, auch nicht in Teilen, zurückerhalten werde. Vielmehr bin ich durch meinen neuen Kollegen (mit dem ich mich trotz allem, sehr, sehr gut verstehe!) in die absolute Bedeutungslosigkeit gerutscht. Das ist für mich sehr schwer zu verkraften. Seit sechs Jahren versuche ich mich nun damit abzufinden – was mir nicht gelingt. Ich wäre einfach auch gerne wer – irgendwer besonderes.
Tja, die Erkenntnis dazu: Nicht jeder kann Chefin sein. Manchmal sind auch einfach die Umstände ungünstig. Andererseits bin ich wiederum nicht böse darum. Denn genau genommen habe ich hier mit meinem Blog einen, meinen besonderen Ausgleich gefunden. Ich habe mir also fest vorgenommen, mich wie eine Erwachsene zu benehmen. Den gut bezahlten Job als genau solchen zu sehen – und mich darauf zu besinnen, dass es auch noch anders im Leben gibt, als diese Arbeit.
Ja, ich weiß, das sind nicht die Worte einer Karrierefrau, die ich – so hatte ich es geplant – auch einmal werden wollte.
Dann mache ich meine Karriere eben mit Amazon *Fuß aufstampf*.

Ich bin seinerzeit also auch schon donnerstags – statt montags drauf – ins Büro gegangen, denn irgendwann musste ich ja eh‘ wieder zurück. Dienst nach Vorschrift und zusehen, möglichst für mich das beste rauszuholen.

Jetzt, zehn Tage später bröckelt dieser Vorsatz bereits. Uuuuuuaaaaah! Und am frühen Morgen ist es am schlimmsten. Kündigen traue ich mich aber auch nicht- die Angst vor dem finanziellen Ruin ist einfach zu groß.
3. Meine Persönlichkeit – psychologisches

Auf jeden Fall will ich weder irgendwelche Kollegen oder Vorgesetzte, noch das was sie verbal absondern, an mich ‚rankommen lassen. Feierabend ist auch Feierabend. Raus aus der Firma – raus aus dem Kopf!

Ja, das Psychologische hat mir sehr, sehr gut gefallen an der MuKiKu. So gut, dass ich überlegt habe, ob ich nicht regelmäßig zu einer Psychotherapeutin gehe sollte. Dann aber habe ich gemerkt, dass sich das einmal gesagte, schnell gegen einen wenden kann. Denn als ich überstürzt nach Hause aufbrechen wollte, kam es mir ein bisschen so vor, als würde man das, was ich von meiner Persönlichkeit preisgegeben habe, gegen mich verwenden, weil man eine Art Verhaltensmuster erkennen könne…. Ganz ehrlich, ich war leicht geschockt. Und mir fiel ein Satz aus dem Selbstsicherheits-Gruppengespräch ein. „Wer viel von sich preisgibt, macht sich angreifbar“.

Also „Maul halten!“ lautet die Devise. Und: Nichts gefallen lassen! Und: Mein Ding machen, egal was Andere sagen.

So! Noch Fragen? :mrgreen:

 

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Kategorien: frisch gelegt | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Erkenntnisse

  1. das mit den job kann ich absolut nachvollziehen. es ist echt schwierig, arbeiten einfach nur ausführen zu müssen, ohne mitentscheiden zu können. schade auch überhaupt das es grundsätzlich für mütter, die teilzeit arbeiten, nicht möglich ist „nach oben“ zu kommen. es wäre ja eigentlich nicht unmöglich, kommt aber in der realen welt selten in frage.
    therapeut oder therapeutin… grundsätzlich super gut.. aaaber, wie du schon gemerkt hast, kann das auch schief gehen. ich habe einige erfahrung damit, habe auch selbst sozialpädagogik studiert. es gibt da unglaubliche unterschiede in der qualität von therapeutInnen. die gefahr, dass eine sich öffnet und der/die therapeutIn macht nur alles schlimmer ist tatsächlich gegeben. wiederum gibt es therapeutInnen, die absolut hervorragende arbeit leisten, ein wirklich echte hilfe sind. auf alle fälle erlaubt die krankenkasse, bis zu 10 therapeutInnen anzuschauen, bevor man sich auf eine/einen festlegt.

  2. Claudia

    Danke *rotwerd*
    Nein, beruflich mach ich das nicht. Wär schon schön, aber dann müsste ich ja studieren und dafür eigne ich mich irgendwie nicht. Ich bin dafür einfach zu undiszipliniert..und auch zu … hm … unehrgeizig?
    Ich glaube es liegt einfach daran, das ich selbst schon gut „durchanalysiert“ wurde…und naja, bei anderen ist es eh immer viel leichter als bei einem selbst.

  3. Claudia

    Schön, endlich ein Resümé (Resümee, Resümeé …äh..)von dir zur Kur zu lesen.
    Toll auch, das du zumindest etwas für dich mitnehmen konntest. Das mit der Therapeutin finde ich eine gute Idee. Man bekommt von einer neutralen Person oft gute Einblicke in sein eignes Leben bzw. die Anregung dazu. Mein ehemaliger Therapeut hat es immer durch ganz simple Fragen geschafft mich erstmal für ein paar Minuten sprachlos zu machen, weil ich plötzlich keine Antwort hatte auf etwas von dem ich glaubte, das die Antwort doch jedem Menschen ganz klar sein müsste.
    Das die Kleinkindmamas da Sondergenehmigungen erwirken konnten find ich ja seltsam. Schließlich sollte dieses getrennte Essen ja einen bestimmten Zweck erfüllen und dann sollte es keine Aunahmeregelungen geben dürfen. Wozu auch? So eine Kurklinik muss doch drauf vorbereitet sein, das ne Mama ggf. nicht so leichten Herzens ihr Kind in fremde Hände gibt und dann da die geeigneten Argumente haben. Oder lag es am Personal? Schließlich ist die Betreuung von 20 Kleinkindern beim Essen zur gleichen Zeit ja nicht durch eine einzelne Aufsichtsperson zu realisieren.
    Warum du allerdings nicht faulenzen konntest erschließt sich mir nicht ganz. Du hattest dir doch extra Bücher mitgenommen um endlich mal zum Italienisch lernen zu kommen. Wolltest lesen, bloggen etc. Warum also konntest du das nicht? Ich denke, dass dir entspannen irgendwie schwer fällt. Zumindest hatte ich bei einigen Artikeln aus deinem Leben so ein bisschen das Gefühl als würdest du es dir selber nicht gestatten was für dich zu machen, wenn noch was zu erledigen ist. Und irgendwie hat man ja immer noch was zu erledigen. Ist nur so ein Eindruck, persönlich kennen wir uns ja nicht.
    Was den Job angeht. Mein Mann ist auch unzufrieden, „kann“ aber nicht kündigen, weil er einfach „zuviel“ verdient. Ich habe ihm aber zu verstehen gegeben, das er das ja auch als Vorteil nutzen kann. Denn mit einem gut bezahlen, sicheren Job im Rücken, sucht es sich viel entspannter nach einem besseren Job.
    Lass dich nicht unterkriegen. Du bist wer! Du bist das bloggende Huhn 🙂
    Und wenn jemand etwas gegen dich verwenden will, dann sag ihm „Na und? Wenn du ein Problem damit hast, wer ich bin dann hast eben genau DU ein Problem damit und nicht ICH!“
    In diesem Sinne, bleib wer du bist!

    • liebe Claudia,
      vielen Dank für deine Worte. Du hast das schon genau richtig erkannt – ALLES. Ich werde dem noch einen extra Post widmen.
      Machst du das beruflich? Wenn nein, dann solltest du. Richtig toll – ehrlich. Messerscharf die Situationen analysiert. WOW. 🙂

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