Inaktivitätstag

Sicher habt ihr alle schon einmal von Miriam Meckel bzw. ihrem Buch „Brief an mein Leben“ gehört. Eine Zeit lang las man davon in Zeitungen und Zeitschriften, sah man sie in diversen Fernsehsendungen.

Im Kapitel „Medizinischer Stubenarrest“ schreibt die Professorin für Kommunikationsmanagement: „Dahinter verbergen sich Minuten, Stunden und Tage, in denen man auf dem Zimmer bleibt und aus dem Fenster schaut. Keine Gespräche mit anderen, nichts lesen, kein Fernsehen, keine Musik hören. Handy und Laptop bleiben ausgeschaltet. Als ich zum ersten Mal von diesen Inaktivitätstagen gehört habe…“

Jetzt stellt euch doch das einmal bitte vor. Den ganzen Tag in einem Zimmer hocken ohne etwas zu machen. Nur du und deine Gedanken. Also ich könnte das nicht. Niemals! Und auch, wenn ich den Grundgedanken dahinter verstehe, warum es diesen Tag gibt, würde ich nie mitmachen. Ich weiß noch, dass ich in der Projektwoche in der Schule (anno tobak) einmal beim „Wüstentag“ mitgemacht habe. Daran musste ich denken. Aber damals durfte man immerhin noch Musik hören oder stricken oder sich der Nagelpflege hingeben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine „Ablenkung“ erlaubt war und wenn es nur das Notieren der Gedanken war, während man in der Wüste saß. Ist aber auch egal!

Kommen wir zurück auf den Inaktivitätstag. Ich würde dem nie zustimmen, ich würde dabei nie mitmachen. Ach, ich würde gerne mit demjenigen einmal sprechen, der sich das ausgedacht hat.

Bei genauerem Nachdenken könnte ich mir einen „nur-eine-Aktivität-Tag“ vorstellen. Das ist es schließlich, was mich aus der Ruhe bringt, ich kann mich anhand der vielen Möglichkeiten, nicht für eine Aktivität entscheiden. Ich möchte immer gleichzeitig

  • endlich einmal wieder in Ruhe ein Buch lesen
  • mein Buch schreiben
  • in Ruhe bloggen
  • meinen Mantel nähen, der schon seit einem Jahr in Planung ist.

Doch mir kommt die Tageszeitung, das Fernsehen, der Rest vom Internet dazwischen. Jetzt lassen wir die hausfräulichen Pflichten und die Familie einmal völlig außen vor. Ihr habt einen Tag nur für euch – einmal im Monat muss euch alles andere nicht interessieren. Ich würde an diesem Freizeitgestaltungstag wohl alles machen wollen, mich verzetteln und wäre am Ende wieder total unzufrieden, weil ich nichts WIRKLICH gemacht hätte. Genau so ist es ja aktuell, bei mir.

So ein „nur-eine-Aktivität-Tag“ könnte man auch so auffassen, dass man immer nur eine Aktivität zur selben Zeit machen darf. Das wäre ja auch schon eine Herausforderung. Also nix mit Nähen und dabei Musik hören, Schluss mit www und TV gleichzeitig.

Für was würdet ihr euch entscheiden? Könntet ihr das aushalten, das mit dem Nichtstun?

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Kategorien: NebenbEI | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Inaktivitätstag

  1. sie schrieb auch „minuten, stunden und tage..“ also würde ich es erst mal mit ein paar minuten aus dem fenster schauen probieren.
    ich denke es ist gut, weil wir ständig zu abgelenkt und zu hyperaktiv sind.
    interessant finde ich die angst wahnsinnig zu werden, wenn man mal nichts zu tun hat. warum? ist es so schlimm mal zur ruhe zu kommen und mit den eigenen gedanken allein zu sein?
    lg inge.

  2. MarcelW

    Einen ganzen Tag lang nichts tun, fällt mir nicht schwer. Allerdings wäre es ohne Musik doch anstrengend.

    Andererseits, wenn ich die Zeit zusammenrechne, die ich so am Tag über nichts tue (also auch geistig abwesend bin), komme ich schon auf einige Stunden. Ich finde das recht erfrischend, so einfach mal das Hirns völlig leer laufen lassen. Hat mir in der Schule manche Ermahnung und auch mal einen Eintrag ins Zeugnis gebracht. 😉

  3. Claudia

    Also nen kompletten Isolationstag finde ich auch krass. Aber ein paar Stunden sind glaube ich gerade für Menschen, die immer noch ne To-do-Liste im Hinterkopf haben und einfach nicht stillsitzen können ganz gut um sich mal ganz auf sich zu besinnen. Ich denke, das das schmerzhaft sein kann. Soll ja auch eine Therapiemaßnahme sein, so wie ich das verstanden habe.
    Ich zum Beispiel kann absolute Stille um mich herum ganz oft nicht ertragen, wenn ich das nen ganzen Tag aushalten müsste würde ich wahnsinnig werden.

  4. Conny

    so ein paar stunden kann ich das auch aber nicht den ganzen tag da würde ich verrückt werden ich würde gerne lesen oder was anders tut aber nur ruhe das geht nicht
    LG Conny

  5. chasolu

    Ich würde mit absoluter Sicherheit wahnsinnig werden. Mir würden all die Sachen durch den Kopf gehen, die liegen geblieben sind oder die ich gerne machen würde, wenn nicht der Haushalt oder die Familie ruft.

    Von mir ein ganz klares: Geht für mich überhaupt nicht !!!

    Wenn es darum geht, sich auf eine Sache zu konzentrieren, dann wäre es schon einfacher. Also entweder Socken stricken oder den Bücherstapel an meinem Bett abarbeiten, da wäre ich sofort dabei, aber gar nichts machen. Nein danke 😉

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