Zurück ins Büro – die Praxis

„Na, wie war’s?“ das, so wusste ich im Vorfeld, würde die meist gestellte Frage sein, wenn ich nach knapp fünf Wochen, auf die Arbeit gehen würde. Und natürlich die Bemerkung, dass ich ja jetzt suuuuper erholt sein müsse. Und das in allen Varianten. Jeder würde fragen, der eine oder andere aus echtem Interesse. Die meisten KollegInnen mit blöden Unterton – oder bin ich zu empfindlich? *überlegt kurz* – Nein! Die Mehrzahl meiner KollegInnen halte ich für linke Bazillen.

Ich hatte meine Arbeit so richtig weggeknipst. Und vor allem hatte ich sämtliche Kollegen aus meinem Kopf verdammt  (ihr wisst ja vielleicht noch von der Panne mit meiner Lieblingskollegin an Neujahr?). Gestern Morgen hatte ich mir dann Gedanken gemacht, WEN ich auf jeden Fall NICHT vermisst hatte. Die Frau am Ende bzw. am Anfang des Großraumbüros, in dem ich sitze gehört dazu (kurze Erklärung – „mein“ Großraumbüro ist untypisch. Man kommt rein, zwei Arbeitsplätze links. Dahinter drei Arbeitsplätze, umgeben von einer nachträglichen eingezogenen Wand samt Tür – also ein abgeschlossenes Büro mit sehr dünnen Wänden – hinter diesem „Büro“ der Neue und ich). Frau Anfang schreit immer ‚rum. Nicht weil sie schlecht gelaunt ist; sie kann offensichtlich nicht anders. Sie hat einfach ein lautes Organ. Und sie ist unseriös. Man kann ihr auch nichts anvertrauen. Wie dem auch sei, ist sie zudem extrem anstrengend – und das hatte ich leider vergessen.

Gestern Morgen, um 8 Uhr 11 wurde ich wieder daran erinnert. Ich vollbepackt aus dem Fahrstuhl ‚raus, ab um die Ecke und da sah ich Frau Anfang schon mit zwei Kolleginnen, die ich ja so gar nicht mehr auf dem Schirm hatte (ach, die arbeiten auch hier?), schreiend und wild gestikulierend. Ich komme durch die Tür und alle fangen lauthals auf mich einzureden. „Na, wie wars?“ „Huch, sind die fünf Wochen schon ‚rum?“ „Wollten Sie nicht erst am Montag wieder kommen?“ Au Backe! Ich habe nur gemeint: „Überraschung!“ und bin weiter gelaufen. Ich wollte erst einmal stechen, unbezahltes Quatschen geht gar nicht ;-). Hinter meinem Rücken lamentierten die Kolleginnen dann darüber wie schnell die Zeit vergeht.

Mein PC ging natürlich nicht. Unsere EDV-Abteilung war auch nicht besetzt und sollte es vor 10 Uhr auch nicht sein. Ich überlegte, ob ich sofort wieder gehen sollte, trottete dann aber erst einmal in meine Lieblingsabteilung und hing dann dort mind. 20 Minuten fest. Danach ging immerhin der PC und ich konnte mich meiner ersten Tasse Kakao widmen und dem Posteingang. Frau Anfang tauchte neben mir auf: „Naaa, ich hätte gedacht, sie würden heute in Lederhosen auftauchen? So ein bisschen bayrisch abgefärbt….“ Äääääh, was? Also so ein bisschen mit Abstand betrachtet, kam mir die Kollegin heute noch anstrengender vor, als je zuvor. Offensichtlich habe ich mich doch erholt.

Weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte, kam schon der nächste Angriff: „Na, reden Sie jetzt nicht mehr mit mir“. Ich, Kopf schüttelnd: „Doch, aber doch nicht darüber…“ Jetzt ist sie beleiditg. Auch gut, dann habe ich wenigstens meine Ruhe.

Mein Kollege, der Neue, erklärte mir in seiner charmanten Art, dass er sich freue, dass ich wieder da wäre. Es wäre doch eine sehr lange Zeit gewesen. Ja, der Neue übernimmt Aufgaben, die eigentlich der Hahn erledigen müsste. Aber so ist auch schön 😉 . Lieber Komplimente von seinem Kollegen, als gar keine Komplimente.

Und dann kam Madame,   meine ihr-wisst-ich-kann-dieses-Wort-nicht-aussprechen, und meine Stimmung sank, ich stellte fest, dass ich sie immer noch saublöd finde, schon, wenn sie nur „Guten Morgen“ sagt.  Aber bis Montag, so hat sie versprochen, will sie mich in Ruhe lassen. Na, das ist doch was.

Doch, ich fühle mich erholt, wenn ich mich hier im Büro so umschaue… (in meinem MuKiKu-Nachbericht in den nächsten Tagen  mehr dazu) Ich hoffe, dass ich diese Selbstsicherheit mir noch ein bisschen erhalten kann.

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Kategorien: Huhn@work | Schlagwörter: , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Zurück ins Büro – die Praxis

  1. Hast du dir schon mal überlegt den Job zu wechseln? Irgendwie find ich es am grusligsten wenn du über deine Arbeit schreibst. Ich mein, ich weiß schon dass das nicht so einfach ist. Aber ich finde, dass es eine Alternative zu dieser täglichen Qual (so hört sich das auf jeden Fall an bei dir) geben muss. Sonst war die ganze Mukiku doch in einer Woche schon wieder umsonst….

    • nee, ich wechsel nicht, weil ich nirgends mehr soviel Geld bekommen würde. Und – und hier wirkt die Kur noch nach – schwebe ich über den Dingen 😉 (Mehr dazu in einem der nächsten Post über die Nachbetrachtung der MuKiKu)

  2. chasolu

    Donnerstag wieder arbeiten zu gehen, hat den enormen Vorteil, dass es bis zum Wochenende nur noch 2 Tage sind 😉 Erhol Dich gut 😀

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