Was für ein Theater

Ja, vielleicht habe ich mich seinerzeit etwas zu hart ausgedrückt – zu direkt – als ich mich über einen Artikel in der Frankfurter Rundschau aufgeregt habe, in dem es  – ihr wisst es alle noch – um die Gesamtausgabe Muttergefühle von Rike Drust ging.

Der Sturm der Entrüstung war groß und manche Kommentare, von mir völlig fremden Usern mit gefakten mail-Anschriften, waren auch nicht gerade zimperlich.

Ein Vorwurf, der immer wieder durchklang und der mir auch in einem anderen Blog vorgeworfen wurde, von jemanden, der wiederum nicht einmal meine Beiträge wirklich gelesen hat: ich hätte das Buch nicht gelesen.

Das stimmt! Ich hatte das Buch nicht gelesen. Ich hatte nur in die Leseprobe bei Amazon reingeschaut und war bedient. Das Buch ging nicht an mich. Hätte ich es hier im Hühnerstall liegen gehabt, hätte ich vielleicht zwei, drei Seiten mehr gelesen – aber das Buch wäre auch dann nicht an mich gegangen.

Letzte Woche war ich auf der Buchmesse und der Zufall wollte es, dass ich mich zu einer Pause entschloss und just am Stand vom Bertelsmann noch ein gemütliches Leseeckchen frei war. Ich schnappte mir also das pink-schwarze Buch und fing an zu lesen. Ich hielt wieder nicht lange durch, aber lang genug, um diese Passage zu finden (die, auch in der Leseprobe von Amazon noch zu finden ist, weil sie ziemlich weit vorne steht, bis zu der ich seinerzeit aber nicht durchgehalten hatte, was schade ist, damit hätte ich so manchen Argumenten etwas entgegenzusetzen gehabt).

Wisst ihr was dort steht? Im Vorwort:

„Ich dürft nach Herzenslust Dinge sagen wie: >Pah, was weiß die denn schon!<, oder: >So viel Zeit für gestörte Gedanken hätte ich auch gerne mal.<„

Ach ja? Mir ist fast das Buch aus der Hand gefallen. Einerseits hätte ich gerne einmal laut geschrieen, andererseits war ich sprachlos. Nach Herzenslust also? WAS bitte habe ich denn gemacht? Wurde ich nicht genau wegen meines „was-weiß-die-denn-schon“-Untertons kritisiert?

—–kurze sprachlose Unterbrechung——–

Eigentlich gibt es nur eines, was man mir vorwerfen kann – denn ohja, ich darf durchaus anderer Meinung sein. Und nein, mir muss das Buch nicht gefallen. Und ja, ich darf in meinem Blog schreiben, dass es mir nicht gefallen muss – nämlich, eine gewisse Ignoranz. Es kommen schließlich immer neue Mamas nach, und nur weil ich Alte, über diese Sachen schon informiert bin und sie nichts neues für mich darstellen, wissen es die frisch-gebackenen Mamas ja noch nicht und es ist doch schön, wenn sie sich informieren können und feststellen, dass andere genau die gleichen Gedanken, Sorgen, Nöte plagen, oder?

So und jetzt beißt sich die Katze in den Schwanz, denn jetzt bin ich thematisch und gedanklich genau dort, wo seinerzeit alles angefangen hat: Bei diesem komischen Artikel in der Frankfurter Rundschau, über den ich jetzt, in diesem Augenblick, (fast) genauso schreiben würde, wie am 24.09.

P.S.: Gerne dürft ihr kommentieren, aber ich fange keine erneute Diskussion zum Thema an – bitte nicht böse sein!

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Kategorien: MotzerEI | Hinterlasse einen Kommentar

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