Mein Geburtstag

Mein Geburtstag steht unmittelbar bevor. Deshalb werde ich nun seit einigen Tagen genötigt, irgendeine Entscheidung diesbezüglich zu treffen. Feiern ja oder nein? Wenn ja, wann und mit wem und was gibt es zu Essen?

Ich bin ja nicht so diejenige, die ihren Geburtstag feiert. Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind, bringt so eine Feier jede Menge Arbeit mit sich – besonders für das Geburtstagskind. Dazu kommt, dass ich nicht mehr so sehr auf Geschenke erpicht bin, und ganz selten etwas bekomme, was ich mir wirklich wünsche. Der Hahn ist nicht gerade der begnadete Geschenkemacher. Meine Hoffnung ruht diesbezüglich auf K1, die ihn mittlerweile von gröbsten Fehlgeschenken abhält.

Meine Vorstellungen von meinem Geburtstag sind dementsprechend bescheiden. Meine Lust zu feiern, tendiert gegen Null. Ich mag es einfach nur gemütlich haben – mit ganz wenig Arbeit. Mein idealer Geburtstag sieht so aus: Geschenke und erstes Heißgetränk ans Bett. Dann die Küken knuddeln, schmusen, drücken. Dann Familienfrühstück. Am späten Nachmittag Mittagessen und Abendessen zusammen – möglichst Raclette.

Auch dieses Jahr wird mein Wunsch nicht in Erfüllung gehen, auch wenn es doch heißt – und das habe ich mir aus meiner Kindheit gemerkt:

Das Geburtstagskind ist der Bestimmer!

Irgendwie scheint diese Regelung nicht (mehr?) für mich zu gelten. 😦 Das hat verschiedene Ursachen. Die Hauptursache sind meine Schwiegereltern. Die wollen einfach nicht verstehen, dass ich nicht feiern will und stehen nach hessischer Art: „Zum Geburststag muss man nicht eingeladen werden, da gehen wir einfach hin“, gerne unvermittelt vor der Tür. Nun stelle man sich vor: Wir sitzen beim Essen und die Schwiegerleute kommen. Tja – und das Essen reicht nicht. Ganz dumm. Natürlich sind meine Schwiegerleute beleidigt. Wenn ich also sage: ich feiere nicht, dann darf ich einfach nicht zu Hause sein. Bzw. dann darf ich auch nicht mit meiner Familie feiern.

Wenn die Schwiegerleute also vorbei kommen, dann erwarten sie auch irgendwie etwas zu Essen. Ich bin aber überhaupt nicht der Typ für Kuchen und schon gar nicht, wenn ich abends dann schon wieder essen soll. Backen ist zudem nicht gerade meine Stärke – wie alles, was sich in der Küche abspielt 😉 . Den einzigen Kuchen, den ich backen kann, reicht natürlich nicht für so einen Nachmittag. Meine Schwiegereltern haben gerne auch eine gewisse Auswahl.

Schon jetzt beim Schreiben, bin ich bereits an einem Punkt angekommen, an dem ich sagen muss: Nee, ich habe keine Lust! Aber leider geht es noch weiter. Es gibt nämlich durchaus Leute, die ich gerne einladen möchte – unabhängig von meinen Schwiegereltern.

Als meine Küken noch jünger waren, hatte ich andere Mamas zum Frühstück eingeladen. Wenn nachmittags dann die Schwiegereltern vorbeischauten, waren die natürlich prompt beleidigt, weil sie nicht zum Frühstück eingeladen waren. So nervig!!!!

Wenn ich nun Freunde zum Raclette-Essen einladen würde, hätte ich wieder die beleidigten Schwiegereltern am Hals. Es ist mir nicht möglich, nur mit Freunden zu feiern. Ich will sie nicht dabei haben.  Sie schaffen es nicht, es zu verstehen. Ich schaffe es nicht zu verstehen, was daran so schwer zu verstehen ist. Es wäre keine Riesenparty – sie verpassen also nichts 😉 – und es sind nicht meine Eltern. Ich habe keine Eltern mehr, daran habe ich mich gewöhnt. Als Ersatzeltern wäre sie zudem nicht meine erste Wahl… Ja, wahrscheinlich liegt es daran, dass ich schon sehr lange keine Eltern mehr habe, die ich zum Geburtstag eingeladen habe. Wahrscheinlich ist es unter normalen Umständen auch normal seine Eltern zum Geburtstag einzuladen. Wobei ich auch sagen muss, wenn meine Schwiegereltern Geburtstag haben, feiern sie auch mehrmals. Und beim Nachbarschaftsgeburtstagsfest sind die Kinder gefordert als Servicekräfte einzuspringen.

Naja egal. Ich konnte mich bisher zu keiner Entscheidung durchringen. Denn weil ich meine Schwiegereltern nicht los werde, verzichte ich nun also auf eine Feier, wie ich sie möchte. Und deshalb habe ich auch dazu schon keine Lust mehr.

Auch das Wetter geht mir hinsichtlich einer Planung ziemlich auf die Nerven. Hey, wir haben Herbst! Wie bitte soll ich bei 27 Grad ein Raclette-Essen genießen? Eher  müssten wir Grillen! Aber dazu fehlt mir auch die Lust. Das ist irgendwie durch. Ach herrje, wie soll ich mich nur entscheiden? Ach, verschiebe ich es doch auf  Morgen. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag. Ich arme Scarlett O’Huhn.

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Kategorien: Eierschachtel | Schlagwörter: | 12 Kommentare

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12 Gedanken zu „Mein Geburtstag

  1. Jen

    Oh man,,,,ich hab gerad genau das gleiche Problem.
    Meine Schw.eltern sind auch feierwütig und verstehen nicht wieso ich meinen Geburtstag(ich hab im November) nicht feiere. Ich hab einfach kein Bock,schon gar nicht in der Wohnung zu hocken und zu kochen usw.Dann sieht es hier wieder aus wie Bombe-toller Tag… Die sind Prinzipienreiter und ich lasse mich nicht verbiegen,ich feier nicht und schluss!!! Wir sind nun an dem Punkt wo nichts mehr geht,und das soll der Grund eines Cut`s sein?! Lächerlich! Die ganze Zeit vorher habe ich mich gut mit ihnen vestanden aber das geht zu weit.Wie du schon sagst das Geburtstagskind ist der Bestimmer!!!
    Lass dich nicht verniegen.wenn du nicht feiern willst dann willst du nicht.
    Ich geb nicht nach bei meinen Schw.eltern und ich lass mich übgerraschen wie das Theater weiter geht. In dem Sinne….bleib dir treu. LG Jen

  2. Soooo! Ich habe mir gerade mein Geburtstagsgeschenk ausgesucht und bestellt! Der Hahn hat die Kostenübernahme zugesichert. Leider wird das Geschenk erst nach meinem Geburtstag ausgeliefert – aber was solls? Es ist der Kindle. Tusch!! 😀

  3. Du hattest aber oben vergessen, dass die Arbeit nur an dem Geburtstagskind hängenbleibt, wenn das Geburtstagskind weiblich ist. 😉 Das kenne ich von früher auch. Schlimm. Meine Mutter und Oma sind auch immer so gewesen. Ja, die Ansprüche an die Kinder/Enkel waren hoch. Ich hab da tatsächlich irgendwann die Notbremse gezogen und habe gesagt, ich habe keine Lust zu feiern. Da hingen natürlich erstmal die Mundwinkel. Oh, und sie haben bestimmt viel über mich diskutiert. 😉 Aber mir war es wichtig, dass ich mich da gegen diese (groß)mütterliche Übermacht durchgesetzt habe. Immer mit dem Gedanken im Kopf, dass MICH schließlich auch niemand fragt, was ICH möchte. Ich wollte nicht immer nur tun, was ANDERE wollen und erwarten. Ich hab’s tatsächlich zwei Jahre durchgehalten. Danach habe ich dann zu einem Kaffeepläuschchen – und tatsächlich nur einem Kaffeepläuschchen – eingeladen. Und es klappt. Auch, wenn sie innerlich sicher noch ’ne Weile mit den Zähnen geknirscht haben. 😉

    Sei stark und tu das, was Du willst -ist schließlich DEIN Geburtstag.:) TSCHAKKA!!

  4. Oh man… solche Schwiegereltern kenne ich nur zu gut. Sie feiern gern, mit Freunden, mehrmals, haben wahrscheinlich sonst eher wenig Verpflichtungen und verstehen nicht das andere es anders mögen. Nicht verstehen ist das eine, respektieren könnten sie es wenigstens. In meiner Familie ist es üblich, dass das Geburtstagskind am wenigsten Arbeit hat. Diese „Unart“ hat meine Schwiegermutter mal wie folgt kommentiert: „Wenn ich irgendwo eingeladen bin möchte ich nicht auch noch arbeiten“. Als ich ihr sagte sie wäre gar nicht eingeladen war sie beleidigt. Leider nicht genug um zu gehen.
    Allerdings muss ich sagen, mein Mann hat sich dann irgendwann für mich eingesetzt und seine Eltern nachdrücklich gebeten meinen Wunsch, wie ich meinen Geburtstag feiere und mit wem zu respektieren. Vielleicht redet dein Mann mal mit seinen Eltern? Frag ich jetzt mal so. Oder generell mal ganz offen reden und sagen das man dieses oder jenes nicht möchte und sie doch eigentlich die Größe haben müssten das zu akzeptieren, selbst wenn sie es nicht nachvollziehen können. Sonst bleibt eben die Tür zu und ihr habt die Klingel überhört, ende.
    Entschuldige wenn das zu hart klingt aber ich bin nach den Jahren mit meinen Schwiegereltern dermaßen dünnhäutig geworden das mir jegliche Geduld verloren ging und ich aus Prinzip klartext spreche 😦
    Und ich muss sagen, meinen Geburtstag dieses Jahr habe ich wirklich genossen. So eine Trennung hat durchaus gute Seiten 😉

  5. 😉 und wenn sie dann trotzdem beleidigt sind, kanns dir auch egal sein.

  6. Mach doch ein Picknick?
    1.) du bist nicht zu Hause
    2.) kannst aber trotzdem alle einladen die du dabei haben möchtest…

    • das ist ja eine coole Idee!!!! dann kann ich sogar noch sagen, „kann ich ja nix dafür, dass die da auch vorbei gekommen sind….“ *g*

  7. Kerstin

    Scarlett O’Huhn = Bestimmerin … wegfahren = flüchten?

  8. Deine Schwiegis klingen ja echt anstrengend. Meine Mutter lädt sich ja wenigstens nicht mehr selbst ein, dafür kritisiert sie subtil „Das schmeckt gut aber weißt du was du nächstes Mal noch mit ranmachen solltest …“ wuah…mir graut schon vor Weihnachten.

  9. Conny

    ach meine liebe du hast es nicht einfach. Wie wär es wenn du einfach mit deiner Familie und ich meine den Hahn und die Küken an dein Ehrentag nur essen gehen und den Rest der Familie und Freunde die würd ich einfach an einem Sonntag zum Brunch einladen in einer schönen Gastwirtschaft.
    Wie wär der Vorschlag für dich. ich find du kommst so auf deine Kosten.
    LG Conny

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