Bundesjugendspiele – seit jeher ein Graus!

Als Schülerin habe ich sie gehasst, die Bundesjugendspiele, die für mich gleichbedeutend sind mit „Leichtathletik“. Bälle werfen, in den Sand hüpfen, rennen und dann möglichst noch wie ein Pferd über Hindernisse springen, das war nie meine Stärke und nie meine Leidenschaft. Innerlich habe ich gekotzt, wenn ich 600 Meter im Schulhof rennen musste. Ein Häufchen Elend mit Seitenstechen, heraushängender Zunge und hervorquellenden Augen. Immer hoffend, dass mich nicht die netten Jungs aus der 10. Klasse  vom Physik- oder Chemieunterricht aus beobachten konnten. Und während unsere Sportskanonen die Urkunden entgegennahmen, ging ich natürlich leer aus. Es war jedes Jahr total demütigend. (Das änderte sich erst, als es  die Bundesjugendspiele im Geräteturnen gab).

Heute geht kein Kind mehr leer aus; es erhält zumindest eine Teilnehmerurkunde. Für meine Küken ist das kein Trost. Und besonders  K1 hat eine echte Abneigung gegen die Bundesjugendspiele im Besonderen und gegen Leichtathletik im Speziellen entwickelt. So findet sie es auch nicht weiter tragisch, dass sie in diesem Jahr an ihrer Schule wegen Zeitknappheit nicht stattfinden. Ja, ist klar, mit dem Schuljahresende verhält es sich wie mit Weihnachten – es kommt völlig überraschend, vor allem für die Lehrer.   Trainiert haben sie trotzdem dafür. Zwei Mal konnte die Klasse auf dem Sportplatz. Und da die Bundesjugendspiele ja für den Jahrgang ausfallen, wurden die Leistungen eben benotet. Die Mädchen haben alle eine fünf oder sechs bekommen. ALLE! Ausnahmslos. Das ist Pädagogik!

K2 hat voraussichtlich morgen oder übermorgen ihre Bundesjugendspiele. Die Klasse hat schon „fleißig“ trainiert. In der Sporthalle! Vor drei Wochen. Auf den Sportplatz konnten sie bisher nicht gehen. Es war zu kalt, zu nass, zu heiß, zu staubig – oder die Sportlehrerin war unpässlich. K2 ist die Sportskanone in der Familie. Trotzdem wird sie „leer“ ausgehen, weil sie vom Alter her nicht ganz richtig eingestuft wird (das Pech haben alle, die am Ende eines Jahres Geburtstag haben) und weil ihr noch nie jemand die Technik gezeigt hat.

Ich hasse sie immer noch die Bundesjugendspiele, die mit einem leicht angeschimmelten 70er – Jahre – Touch daher kommen

Advertisements
Kategorien: Kükenkram | Schlagwörter: | 5 Kommentare

Beitragsnavigation

5 Gedanken zu „Bundesjugendspiele – seit jeher ein Graus!

  1. Krodderd

    Ohja, wie habe ich die gehasst. Klein und dürr wie ich war, habe ich da nie was rausholen können. Die Kugeln habe ich mir immer vor die Füße geworfen und diese riesen Sätze im Weitsprung habe ich nie hinbekommen, Irgendwann war ich immer an den Bundesjugendspiele unpässlich. 🙂

  2. MarcelW

    Den Quatsch habe ich einmal mitmachen müssen, sonst habe ich mich dem Sportunterricht aktiv und erfolgreich verweigert. Die Noten waren dann natürlich entsprechend, aber dafür war ich in anderen Fächern gut.

  3. wenn ich meinen täglichen ausflug in den wald mache, kommen sie mir 2 mal im jahr entgegen, die mädchen und jungen. hochrot, angestrengt laufend und schnaufend, oder easy plauschend als nachzügler. ich muss dann immer grinsen und erinnere mich auch an meine schulzeit und die meines sohnes. ich war nicht begeistert beim laufen, aber für ne 2 hat es immer gelangt. und nach dem ich das richtige atmen heraus hatte, auch keine seitenstiche mehr. mit meinem sohn habe ich einmal geübt. abends. er war nicht begeister, hat aber prima durchgehalten und seine sportzensur am ende des jahres erheblich verbessert. was nun nicht an unserem training, sondern sicher an seinem willen gelegen hat.
    in der berufsschule hatte ich dann auch keine rechte lust.

  4. die gibt es noch? auf alle fälle klingt das sogar schlimmer als früher – wir in den 70ern konnten wenigstens anständig trainieren. und eine 5 oder 6 bekam niemand in sport bei uns. unglaublich. und – schon in der grundschule? ich kann mich da nur ab der 5. klasse daran erinnern.

  5. Ich hatte das große Glück wegen eines schwerwiegenden Rückenleidens 😉 jedes Schuljahr vom Amtsarzt ein Attest über meine Sportunfähigkeit erhalten zu haben. Also gab es für mich nie (!!!) Bundesjugendspiele.

    Mit Sicherheit hätte ich einen ähnlich elfengleichen Eindruck wie Du hinterlassen *gg*

    Kind 1 hat vor 2 Jahren bei den Bundesjugendspielen teilgenommen und eine Urkunde erhalten. Mehr gab es aber hier für niemanden.

    Allerdings wird an der hiesigen Grundschule auch eifrig trainiert. Seit dem Ende der Osterferien üben die Kinder fleißig. Und wenn das Wetter es wirklich mal nicht zulassen sollte, dann geht es halt in die Turnhalle.

    Offensichtlich haben wir großes Glück mit unserer Grundschule, denn hier scheut sich kein Lehrer und keine Lehrerin vor sportlichen Aktivitäten.

    Nächste Woche ist bei uns der „große“ Tag. Ich werde dann berichten, denn als engagierte Mutter darf ich die Ergebnisse aufschreiben 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: