Der Rentenbescheid – na toll!

Einmal im Jahr  – das wisst ihr alle – kommt ein Brief von der Rentenversicherung. Er enthält schön aufgelistet,  die Höhe deiner Rente, wenn es denn irgendwann mal soweit ist, wenn man weiter die gleiche Summe einzahlt, wenn man nicht berufsunfähig wird, wenn…, wenn…, wenn… Ehrlich gesagt, habe ich diesen Briefen bisher nicht viel Bedeutung beigemessen; ist es ja noch eine Zeit lang hin bei mir 😛  .
Vor zwei Jahren  – so meine ich mich zu erinnern – da änderte sich der Text. Ich erhielt eine Liste von ungeklärten Zeiten. Die Elternzeit von K2 war u.a. nicht vermerkt. Ein Praktikum fehlte und was weiß ich noch. Ich ärgerte mich maßlos über diese Fehlzeitenangaben, was für eine Schlamperei:

  • wieso war die Elternzeit von K1 aufgeführt aber nicht von K2 – es betraf den selben Arbeitgeber ?
  • wieso fehlte meine Studienzeit?
  • wieso fehlte mein Praktikum Ende der 80er Jahre?
    und die wichtigste Fragen von allen:
  • was sollte diese Hektik?

Meine Schwiegermutter hatte sich im Alter von 60 Jahren um die Zusammenstellung ihrer Unterlagen gekümmert. Und bei mir konnte man ja  nun nicht annehmen, dass ich auch unmittelbar vor der Rente stehe. Ich stellte meine Unterlagen-Such-Aktion ein, legte aber alles was ich schon hatte auf ein Häufchen. Es dauerte kein Jahr, da wurde ich doch tatsächlich aufgefordert nun endlich meine Fehlzeiten zu klären: Nur die fehlende Angabe eines Ansprechpartners hielt mich davon ab, bei der RV mal ein klärendes Gepräch zu führen 😉 .

Einen weiteren Brief später musste ich feststellen, dass man bei der RV wohl resiginiert hatte und einige der Fehlzeiten selber ergänzt hatte. Ganz ehrlich? Mich verwirrt das schon alles ein bisschen. Mein Häufchen kann ich nun wohl wieder getrost auseinandersortieren. 😦  Und wie ich meine Zeit an der Uni nachweisen soll, weiß ich immer noch nicht. Ich empfinde das alles aber nicht weiter tragisch, denn wer weiß schon was meine Generation überhaupt noch an Rente bekommt? und ob meine Betriebsrente nicht verrechnet wird? und was weiß ich noch für Ungerechtigkeiten. „Huhn“ – habe ich mir gedacht – „rechne am besten mit gar nichts…“

Letzte Woche bekam ich wieder ein Schreiben von der RV. Diesmal teilte man mir mit, wann genau ich meine Rente erhalte…

😦  😦  😦

Es hat mich aus den Schuhen gehauen!!!! Ich soll noch länger arbeiten, als ich es bisher getan habe. Nee, nee, nee. Ja, ich höre euch schon sagen, „Mädchen, das ist doch seit Jahren bekannt….“ Ja, ihr habt ja Recht! Ich hatte aber geglaubt, dass es mich als Frau, nicht so hart trifft und das sich die Stufenregelung bis zu meinem Jahrgang hinzieht. *aufheul*
Meine Schwiegermutter ist gerade 70 Jahre geworden und ich kann mich noch gut erinnern, wie sie vor fünf Jahren, vor drei Jahren, vor zwei Jahren war. So was willste doch nicht im Büro sitzen haben!

Und ganz ehrlich: So lange will ich auf keinen Fall arbeiten. Ich habe ja jetzt schon keine Lust mehr auf meinen Job. Und kennt ihr nicht auch alle die Fälle, wo die Rentner kurz nach dem Arbeitsende das Zeitliche segneten? Ganz toll alles – wirklich! 😦

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Kategorien: Huhn@work | Schlagwörter: | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Der Rentenbescheid – na toll!

  1. zeitweise_

    Also ich bin in 8 Jahren 65 J alt und würde sehr gern mein Wissen und Können dann noch in einem Unternehmen einbringen, dann sind das immerhin auch 20 J Erfahrung im IT Bereich. Auch in anderen Berufen können dann 60 jährige und Ältere ihre Erfahrungen nutzbringend einbringen. So denn sie das wollen.

    Das alles funktioniert aber nur, wenn junge und alte Mitarbeiter miteinander menschlich umgehen, der eine den anderen achtet (ganz wichtig) und Teamfähigkeit praktiziert wird. Es funktioniert nicht, wenn jeder sein eigenes Süppchen im Unternehmen kocht, allen voran der Chef. Stutenbeißen, Mobbing und Karrieredenken (bei Businesskaspern üblich) darf es in einem Unternehmen nicht geben.

    Will sagen?
    Wenn ALLE vernünftig und offen miteinander umgehen, dann klappt so etwas auch. In den USA gibt es Firmen, da arbeiten sogar noch über 80jährige mit. Jeder achtet den anderen und auch dessen Arbeitsleistung.

    Menschlich miteinander umgehen kann so einfach sein!

  2. Das Gemeine an dieser Rentengeschichte ist ja, dass es das Geld keinen Tag früher gibt. Will sagen, meine Betriebsrente und meine Riesterrente werden ja auch erst mit dem staatlich festgelegten Termin fällig 😦 . Jaaaa, mit
    67 Jahren bin ich eine richtig gute Partie! denn: über den staatlich – bis jetzt – zugewiesenen Betrag, kann ich nicht meckern
    meine Betriebsrente beträgt mehr als die Hälfte vom Nettoeinkommen und bei Riester kassiere ich schon seit Jahren die höchstmöglichen Zuschüsse,
    weil ich rechtzeitig damit angefangen habe, als die Kinder noch klein
    waren. Das ist schon eine tolle Sache.

    Wahrscheinlich wird die ganze Sache dann aber so ausgehen, dass ich entweder das Geld nicht nutzen kann oder der Staat beschließt, mich von der
    staatlichen Rente auszunehmen, weil ich genug (?) andere Geldquellen habe.

    Auf jeden Fall werde ich nun einen Termin mit meiner Bank ausmachen – ich will auf keinen Fall bis 67 arbeiten bzw. so lange warten, bis ich mein Geld bekomme. Eigentlich habe ich jetzt schon keine Lust mehr… 😛

  3. ach ja… ich muss wirklich arbeiten bis ich in die grube falle… meine rente wird nämlich – mit allen wenns… also einzahlen bis 66 und 8 monaten so wie die letzten 5 jahre – 700 euro betragen. ich beobachte jetzt schon die dosen-und-flaschen-aus-den-mülltonnen-sammlerinnen um mir tricks abzukucken…

  4. Der Brief ist gut auf dem Bild und spricht die Wahrheit. Man soll arbeiten gehen und dann, wenn die Rente fällig wird einfach tot umfallen. So will es doch die Regierung, aber das die Leute immer älter werden und von den Renten viele Menschen nicht leben können, interresiert ja nicht. Und wenn ich mal Rente bekomme, weiß ich gar nicht, ob ich überhaupt noch welche kriege. Das ist alles zum Haare raufen und auswandern.

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