Wenn die geliebten Vierbeiner sterben

Mein Kater ist kurz vor seinem 12. Geburtstag gestorben. Ich habe ihn einschläfern lassen. Mein Kater war mein erstes Familienmitglied und schon als ich ihn bekommen habe, hatte ich gehofft und gerechnet, dass er es bis zu meinem 40. Geburtstag schaffen könnte, bei mir zu bleiben. Nun, er hat es nicht geschafft 😦

Er ist an Darmkrebs erkrankt. Die Tierärztin sagte damals, es sei wie beim Menschen. Darmkrebs trete verstärkt im mittleren Alter auf. Ich kann mich noch gut erinnern. Seinerzeit hatten wir im November unseren halbjährlichen Check-up-Termin bei der Tierärztin. Alles war in bester Ordnung. In der Weihnachtszeit magerte der Kater sehr stark ab. Ich hoffte, dass es vielleicht am Alter liege. Gleich im neuen Jahr, sind wir wieder zum Arzt. Zu spät! Und wie beim Menschen, hätte ich den Kater ins Tier-Krankenhaus – 50 km weit weg – zur Chemo-Therapie bringen können. Wie beim Menschen, ist Darmkrebs auch bei Katzen sehr aggressiv. Wenn man was merkt, ist es zu spät. Ich fragte heulend, wie lange der Kater noch zu leben hätte. „6 Wochen oder 6 Tage“. So genau, könne man es nicht sagen. Ich habe kurz überlegt. Aber ganz ehrlich, eine Katze in eine Tierklinik zu bringen und dort allein zu lassen, bei minimalen Chancen? Sollte ich das meinem knuddeligen Schmusekater wirklich antun?

Zum Einschläfern in die Tierarztpraxis fahren, wollte ich nie. Ich rief noch am selben Tag eine mir bis dahin unbekannte Tierärztin an, die Hausbesuche machte. Ich fragte, wie ich erkennen würde, wann es soweit sei? ….

Eine Woche später: Der Kater fraß nicht mehr und konnte kaum noch laufen. Ich trug ihn die Treppen rauf und legte ihn zu mir ins Bett. Am nächsten Morgen lag er immer noch in meiner Armbeuge und sah mich irgendwie so traurig und eindringlich an. Ich sprach mit ihm, er solle jetzt ruhig seine Augen zu machen; er solle gehen…. Ich hoffte, dass er in meinen Armen „einschlafen“ würde. Leider tat er mir nicht den Gefallen.

Am späten Morgen torkelte er Richtung Katzenklo. Er kam nicht mehr rechtzeitig dort an und pinkelte – unbewusst – in den Flur. Seine kleine Schwester würdigte ihn keines Blickes. Ich hatte sogar den Eindruck, dass er ihr auf die Nerven ginge. Die Tierärztin sagte mir später, dass mein Katzenmädchen schon gewusst hatte, dass es mit ihrem Bruder zu Ende ginge. Sie hätte sich schon von ihm verabschiedet. Und das letzte Bild, was ich von meinem Kater habe, zeigt ihn im engsten Gekuschel mit seiner Schwester.

Die Tierärztin kam noch am selben Tag ins Haus. Ich habe immer und immer wieder überlegt, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Habe ich meinen Kater umbringen lassen? Das mit dem Einschläfern ist irgendwie wie Gott spielen – und das sage ich, die in keinster Weise religiös ist. Man bringt ja auch keinen Menschen um, der Krebs hat…. Aber es gibt wahrscheinlich genug kranke Menschen, die froh wären, wenn man sie „einschläfern“ würde…

Die, die meinen Blog schon länger kennen, wissen, dass mein Katzenmädchen mittlerweile 17 Jahre alt ist. Was graut mir davor, was noch kommt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sogar noch den 18. Geburtstag schafft. Wie auch immer: Ich wünsche mir auf jeden Fall, dass sie einfach irgendwann einschläft… So, wie es bei manchen Menschen ja auch möglich ist. Und ich wünsche mir, dass ich dann bei ihr bin… 😦

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Kategorien: wie Huhn und Katz' | Schlagwörter: , , | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Wenn die geliebten Vierbeiner sterben

  1. Susa

    Hallo liebes Huhn,

    geliebte Tiere gehen zu lassen ist schwer.
    Wir mussten vor ziemlich genau einem Jahr unseren 2,5 Jahre alten Kater einschläfern lassen. Er war immer gesund, frass in letzter Zeit aber weniger und war schnell aus der Puste.
    Wir sind Samstags zum TA, mal schnell ne Aufbauspritze oder so, dachten wir.
    Im Kurztext: akute Anämie.
    Er blieb in der Tierklinik. Wir durften ihn nicht besuchen – wäre für die Tiere besser.
    Das ganze WE telefonierten wir mit den Ärzten.
    Am Montag wurde uns gesagt man kann nichts mehr machen, irgendwo ein Tumor.
    Sie fragten ob sie ihn dann ohne uns einschläfern sollen – das kommt wohl gar nicht so selten vor. Nein, das wollte ich nicht.
    Mit Mann und 16 Wochen altem Kind sind wir hingefahren. Haben ihn gedrückt, gehalten, gestreichelt, ihm erzählt was er für ein wunderbarer Kater ist… Es war so schwer. Aber für ihn besser, er war sehr schwach.
    Mein Mann ist mit unserem Sohn rausgegangen.
    Ich hatte Mika die ganze Zeit auf meinem Schoss.
    Es war das erste Mal, dass ich einem Tier beim Sterben begleitet habe. Es ist sehr schwer und ich knabbere immer noch dran.
    Dier Tierärztin sagte: Irgendwie haben es die Tiere doch besser: wenn sie unheilbar krank sind, können sie einen schnellen, sanften Tod bekommen. Menschen hingegen müssen sich quälen.
    Das hat mir geholfen besser damit umzugehen.

    LG
    Susa

    • Oh, das ist aber sehr traurig… :‘-(
      Tja, jeder weiß, dass die Tierärztin recht hat(te) und trotzdem bleiben Zweifel…

  2. Conny2810

    So etwas ist schlimm 😦 habe das schon 4 x hinter mir! Musste unsere 2 Hunde und 2 Katzen einschläfern lassen! Wir haben es aber in der Hand und dadurch müssen die treuen Seelen nicht Leiden;-( Ich drück Dich!

  3. tobbelmoppel

    Huhu liebes Huhn,

    ich weiß genau wie du dich fühlen musst….ich habe auch meinen Hund und unsere Katzen einschläfern müssen….man hofft immer sie schaffen es und leben ewig….aber leider ist es nicht so…..ich war immer beim Einschläfern dabei….habe sie gestreichelt und mit ihnen geredet…..es tat jedes mal sehr weh,obwohl es besser war für die Tiere …ja ich komme mir da auch komisch vor….einfach das Leben eines Tieres zu beenden, aber es ist doch viel besser, als den Rest unter unerträglichen Schmerzen zu verbringen…viele Menschen wären bestimmt froh,wenn man sie erlösen würde…..
    Ich wünsche Dir und Deiner Katze noch eine wunderschöne Zeit. Und hoffentlich geht bei ihr dein Wunsch in Erfüllung.

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