Schuhe vergessen

Mir ist es schon wieder passiert. Ich habe meine Schuhe vergessen. Andere haben nicht mehr alle Tassen im Schrank; ich nicht mehr alle Schuhe. Die Sommerschuhe sind im Winter in Kartons im Waschkeller verteilt. Da wir aber hierzulande eh kaum Sommer haben, werden sie natürlich kaum gebraucht. Sandalen, Peeptoes und solche Modelle, kommen nur selten zum Einsatz, da ich – selbst, wenn es draußen richtig schön warm ist – , wegen der beknackten Klimaanlage auf der Arbeit, immer Strümpfe anziehen muss. Strümpfe sehen in oben erwähnten Schuhen so richtig blöde aus – wisst ihr selber!

Vor zwei Wochen war ich auf der Suche nach geschlossenen pinkfarbenen Schuhen, und habe bei Högl auch prompt welche gefunden. Neue Schwarze könnte ich auch noch gebrauchen, dachte ich bei mir, fand aber keine.
Am letzten Wochenende stand K1 vor mir und fragte mich nach meiner Meinung zu ihrem Outfit. Ich blickte auf ihre Füße und fand dort schwarze Riemchenschuhe mit Absatz, die mir unglaublich bekannt vorkamen. Logisch! Es waren meine! Aber mir fiel auch ein, dass ich sie K1 vor einem Jahr oder so, schon einmal ausgeliehen hatte, und irgendwie sind sie wohl in ihrem Besitz und ihren Schuhschrank übergegangen.
Dienstag dann raffte ich mich endlich auf, brachte Stiefel in den Keller und holte Kartons mit Sommerschuhen nach oben. Und was fand ich? Ein paar total schöner schwarzer Schuhe, bürotauglich, strumpfhosentauglich, hervorragend. „Die hatte ich total vergessen“, hauchte ich erfurchtsvoll. K1 hatte es trotzdem gehört. Sie schaute in den Karton und meinte: „Nee, ich wusste, dass du die hast!“

In wenigen Tagen hatte ich zwei paar „neue“ schwarze Schuhe gefunden. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, aber ich schäme mich auch. Es ist mir peinlich! Wie sieht das denn aus? Als hätte ich Tonnen von Schuhe, als würde ich im totalen Überfluss leben, als wäre ich so verwöhnt, dass ich ein einzelnes Paar nicht mehr zu schätzen wüsste. Ich bin keine Schuhsammlerin, das muss ich klarstellen. Ich bin auch keine Schuhverrückte (hab es ja mehr mit Handtaschen), vielleicht kenne ich deshalb nicht meine Auswahl. Vielleicht bin ich auch einfach nicht clever genug.

Den Knüller habe ich mir vor ein paar Jahren geleistet, als ich abends im Bett in einer Zeitschrift blätterte, eine Werbung von Gabor fand, und dort ein paar Schuhe entdeckte von denen ich sofort begeistert war. Die musste ich haben! Ich riss die Seite raus und legte sie mir neben auf den Nachttisch. Am Morgen – in aller Herrgottsfrühe – stand ich senkrecht im Bett. Ich besaß diese Schuhe bereits! Ich trippelte in den Waschkeller, fand einen Gabor-Karton, und da waren sie. Die schwarzen Schuhe aus der Zeitschriftenwerbung.
Aber kann man mal sehen, damals hat wenigstens mein Unterbewusstsein noch funktioniert.

Kategorien: Hühnerhaufen, Neues aus dem Hühnerstall | Schlagwörter: , | Ein Kommentar

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