Wetter-Kapriolen

Ihr müsst nicht glauben, dass das Wetter in Bibione völlig normal war. Ja, dort ist Sommer, uneingeschränkt, aber trotzdem. In einer örtlichen Zeitung stand letzte Woche ein Artikel, dass schon wieder ein neuer Hitzerekord aufgestellt wurde – doch dazu später mehr.

Leider, leider gab es auch dort Gewitter. Ich ahnte es natürlich schon ;-) Innerhalb von zwei Wochen hatte ich zwei Mal das „Vergnügen“. Es war einerseits schlimmer als gedacht und anderseits doch nicht so schlimm wie befürchtet.

Das zweite Gewitter war irgendwann morgens um halb vier. Das erste war ein Unwetter. In der zweiten Woche in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gewitterte es drei Mal. Ich hatte es gar nicht kommen gehört, weil alle Fenster geschlossen waren, denn ich hatte bis spät abends alles mit Klimaanlage runtergekühlt. Ich wurde von einem Rauschen wach. Erst dachte ich, die Klimaanlage hätte sich wieder eingeschaltet (von alleine – das machte sie öfter), doch dann sprang der Hahn aus dem Bett und eilte nach draußen, um die Handtücher reinzuholen. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass es schüttete.

Irgendwann schüttete es ein zweites Mal und mir wurde es ein bisschen mulmig, sah ich das Wasser doch schon durch die Terrassentür laufen. Doch alles blieb trocken. Ich schlief wieder ein (noch während es draußen polterte – das gelingt mir zuhause nie), entschied mich aber, das Fenster geschlossen zu halten.

Das dritte Mal in dieser Nacht wurde ich von lautem Klirren geweckt. ??? Da mein Bett direkt am Fenster steht, konnte ich sofort sehen, dass es hagelte. Golfballgroße Hagelkörner kannte ich bisher nur aus dem Fernseher. Nahezu zeitgleich sprang der Hahn erneut aus dem Bett, rannte diesmal durch die Vordertür nach draußen und rief mir zu: „Bring mir mal ein paar Handtücher“.

Ich  muss erklären, dass die Autos direkt in einer Art offenen Garage „in“ der Wohnung standen. Durch eine Terrassentür betritt man einen Vorplatz, der fürs Auto genutzt werden soll. Doch Autos, mit denen vierköpfige Familien in Urlaub fahren, passen nicht komplett unter Dach (und Fach). Der Hahn versuchte es trotzdem. Die Handtücher, die ich ihm anreichte, breitete er dann auf der Motorhaube aus. Das ging alles blitzschnell, aber trotzdem haben wir von der Erkenntnis „Hagel“ bis zur Umsetzung „Auto retten“ mind. 20 Sekunden verloren.

Es war zu spät. Am nächsten Morgen bei Tageslicht, konnte man die Dellen in der Motorhaube sofort erkennen. Von 50 beschädigten Autos schrieb die Lokalpresse, einen Tag später. Ich denke, die Zahl kann man getrost vervierfachen, denn nicht alle haben sich sofort bei „Polizia Communale“ gemeldet. Wir waren auch erst nach dem Erscheinen des Artikels dort, um uns eine Bescheinigung für die Versicherung zu holen.

Ich kann euch sagen, das war eine Nacht. Wow. Und sie war wohl der Höhepunkt einer Hitzeperiode, die damit zu Ende ging. Ich hatte ja im Vorfeld bereits von dem Hochdruckgebiet, welches wohl am letzten hessischen Schultag Italien erreichte, geschrieben. Selbst in Deutschland war es am 30. Juni (der Tag unserer Fahrt) heiß. Schon in Bayern stieg das Thermometer immer weiter an. Ich weiß nicht mehr, wo wir waren, als es die 30 Grad knackte. Ich dachte immer nur, dass es in den Bergen doch kühler sein müsste. Doch als wir über den Brenner waren, zeigte das Thermometer 39 Grad an und sank erst in Bibione wieder auf 36 Grad.

In der schon erwähnten Tageszeitung stand am selben Tag, an dem über den Hagel berichtet wurde, dass die Hitzeperioden immer öfter auftreten würden und… und den Rest habe ich nicht verstanden. :-D Nur, dass ein deutscher Tourist zusammengebrochen war.

Tja, ich dachte, das seien die normalen Temperaturen für die Gegend hier, musste aber, in der dritten Woche feststellen, dass wohl 28 bis 30 Grad (was ja völlig ausreicht) wohl „normal“ ist. Hätte ich das gewusst, hätte ich mit dem Ausflug nach Venedig gewartet.

Ja, Venedig… Aber das ist ein anderes Abenteuer, von dem ich euch an einem anderen Tag erzähle.  :mrgreen:

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Kategorien: Italien | Schlagwörter: , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Wetter-Kapriolen

  1. 30° ?? In Deutschland ??? Am 30. Juni ?? Aber nicht hier, Frau Huhn. An diesem Tag haben wir mit der Klasse von K1 den Abschied gefeiert und ich hatte einen langärmeligen Blazer an.

    Ja, wir konnten draußen sitzen und es war trocken, aber so richtiger Sommer sieht anders aus und fühlt sich anders an.

    Gestern hatten wir zum ersten Mal seit Wochen (!!!!) einen trockenen Tag mit richtig viel Sonnenschein. NRW ist sommertechnisch dieses Jahr sehr unterversorgt.

    Aber 40° brauche ich sowieso nicht. Und auf den Venedigbericht bin ich sehr gespannt. Hast Du Dir mal die Brunetti-Bücher angeschaut ?

    • oh, da bin ich aber platt. Als wir an dem Tag morgens losfuhren, war das Thermometer schon bei 20 Grad.

      Buch: ja, ich hatte im Urlaub gleich geschaut. Weil aber die wifi-Verbindung in der Bar nicht mehr funktionierte, konnte ich es mir nicht laden.
      Seitdem hatte ich es aber aus den Augen verloren. Aber heute Nachmittag wollte ich eh in die Bücherei ;-)

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