Strumpfhosen und so

Heute hatte ich zum ersten Mal die Heizung im Auto an, und dass obwohl ich zum ersten Mal eine Nylon-Strumpfhose anhatte. Die letzten Tage war ich immer noch mit nackigen Beinen unterwegs, was mir im Büro immer großes Erstaunen seitens meiner Kollegen einbrachte. „Ist Ihnen das nicht zu kalt?“ In der Tat herrschen im Büro angenehme Kuscheltemperaturen. Heute Morgen war ich mir diesbezüglich also nicht so sicher und fing an zu suchen. Und was war? Zuerst hatte ich prompt wieder die Tanzstrumpfhose von K2 (Gardemädchen) übergezogen. Und dann fiel mir die alte Geschichte ein: :-D

Es ist schon ein paar Jahre her, aber ich kann mich noch sehr gut an die Situation erinnern, weil sie in ähnlicher Form immer wieder vorkommt, nämlich: Ich lege mir (oder meinem Nachwuchs) etwas zurecht, damit ich nicht lange suchen muss, und dann mache ich genau das. Suchen, meine ich.

Damals hatte ich die Kleidung für den nächsten Tag für K1 schon am Vorabend herausgesucht, um den frühen Morgen etwas stressfreier gestalten zu können. Genau das Gegenteil passierte. Ich suchte und suchte und wurde fast wahnsinnig, weil die Klamotten nicht mehr dort lagen, wo ich sie hingelegt hatte.

„Das gibt es doch gar nicht!“, regte ich mich auf. „Ich weiß genau, dass ich die Sachen gestern hier über den Sessel gehängt habe. So doof kann ich nicht sein.“

Ich verdonnerte K1, mir beim Suchen zu helfen. K2 saß indes auf dem Sofa und trank ihre Morgenmilch aus dem Fläschchen – sie war süße drei Jahre alt. Immerhin war sie schon angezogen, stellte ich mit einem flüchtigen Blick erleichtert fest, bevor ich erneut ins obere Stockwerk rannte.

Auf halber Strecke hielt ich inne und stutzte. SIE war schon angezogen? Plötzlich hörte ich schallendes Gelächter von K1. Ich flitzte die Treppe wieder hinunter zurück ins Wohnzimmer. K1 zeigte kichernd auf ihre kleine Schwester. Die saß in den viel zu großen Klamotten von K1 auf der Couch und schaute uns frech grinsend an. Und sie sah so süß dabei aus. Zucker!

Letzte Woche hatte ich eine ähnliche Situation. Ich hatte mir mein Lieblingsshirt frisch gebügelt und mir für den nächsten Arbeitstag an die Schlafzimmertür gehängt. Ich wusste es ganz genau. Doch am nächsten Morgen war das Shirt unauffindbar. Ich gab aus Zeitgründen ziemlich schnell auf und zog etwas anderes an.

Nachmittags fand ich das Shirt dann. Es saß mit K1 am Schreibtisch und machte Hausaufgaben. Gut, ich muss zugeben, sie hat dasselbe. Diese sogenannten Basics kann man schließlich in jedem Alter gebrauchen. Ich nehme an, dass sie am Morgen der Versuchung nicht widerstehen konnte, als sie das frisch gebügelte Shirt sah. Aber … „Aber das ist M“, wies ich meine Tochter auf ihren Fehler hin. „M wie Mama!“

Vor Kurzem wieder so eine vertrackte Situation: Ich war auf der verzweifelten Suche nach hautfarbenen Nylons/Perlons/Strümpfen/Strumpfhosen (wie auch immer ihr sie nennt). Es war nichts zu finden. Mist. Die Zeit rannte mir davon. Kurz bevor ich mich auf den Weg in den Waschkeller machte, um Gebrauchtes zu reaktivieren, sah ich ein Exemplar auf dem Wäscheständer hängen. Frisch gewaschen! Nix wie rein in die Strumpfhose. Ich zog und zoppelte. Huch, die war aber eng. War die beim Waschen eingelaufen? Ab Kniehöhe ging dann nix mehr. Was war denn da los? K2 kam ins Schlafzimmer und fragte: „Mama, warum ziehst du meine Tanzstrumpfhose an?“

Seit damals ist K2 beinahe unendlich gewachsen, und tatsächlich konnte ich heute die ihre Strumpfhose schon höher ziehen, als seinerzeit. Noch zwei Jahre, dann fällt mir wahrscheinlich gar nicht mehr auf, wem die Strumpfhose denn nun eigentlich gehört. ;-)

 

Kategorien: Eierschachtel, Neues aus dem Hühnerstall | Ein Kommentar

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