Wochenende – 12./13. April

Samstag

7:30 Uhr: Ich werde wach; es ist schon hell. Hurra, schon am zweiten Tag ist der Alltagsrhythmus außer Kraft. Ist er doch, oder?
Griff zum Tablet: Noch keine Nachricht von K1 aus dem Odenwald. Aber ich finde eine E-Mail von Alfatex (Stoffe und Nähutensilien) mit dem „Schnitt der Woche“, die mich daran erinnert, dass ich längst mal wieder was nähen wollte. Von meinem Bett in meinem neuen Schlafzimmer schaue ich direkt auf ein zwei Meter hohes Regal, welches randvoll mit Stoffen gepackt ist. Man könnte ja…

Plan für heute: Näh-/Schlafzimmer so aufräumen, dass man es wieder als Nähzimmer benutzen kann.
Arbeitszimmer aufräumen. DRINGEND! Hoffentlich hat Katze noch nicht auf die Ablage gekotzt. Bitte, bitte, bitte.
7:50 Uhr: Nachricht von K1. Sie wäre nun wach. Die leichte Anspannung weicht, was offensichtlich dazu führt, dass ich nicht mehr einhalten kann. Jetzt bloß niemanden wach machen. Katze ist natürlich schon wach und schreit mich an. Aber sie hat nicht gekotzt. Nirgendswohin.

Ich habe einen Blog-Follower verloren. Das frustriert mich zugegebenermaßen ein bisschen. Es ist der zweite innerhalb einer Woche. Ich überlege, ob ich zu wenig gebloggt oder das falsche geschrieben habe; vielleicht mache ich mir – wie immer – aber auch einfach zu viel Gedanken.

20:22 Uhr – Der Eismann fährt laut klingelt am Hühnerstall vorbei. Nee, das ist mir zu spät. Nicht, weil ich gleich schlafen ginge, sondern weil ich schon ganz viel zu Abend gegessen habe. Ich kriege nirgends mehr ein Eis unter. Und so warm ist es dann ja auch wieder nicht.
Bin beleidigt, weil der Eismann immer erst so spät zu uns kommt. Kann er nicht einmal in der Woche seine Route ändern und schon vor dem Abendessen zu uns kommen?

Seit Stunden habe ich nichts mehr von K1 gehört, die sich immer noch eine Stunde Fahrtzeit vom Hühnerstall entfernt aufhält.
22:20 Uhr: Check bei WhatsApp, wann sie zuletzt online war: 19:47 Uhr. Oh, das ist lang. Komisch! Ist doch komisch, oder?
22:21 Uhr: Check bei WhatsApp, wann Freundin von K1 zuletzt online war: 21:30 Uhr.
22:22 Uhr: Check bei WhatsApp, wann Patenkind (ist auch dort) zuletzt online war. Status: online! Aha! Was schlussfolgere ich daraus? *grübel*
Nichts.
Wenn etwas mit K1 wäre und sie selber nicht Bescheid sagen könnte, würde sich sicher Freundin oder Patenkind bei uns melden. Würden sie doch?
22:40 Uhr: Status bei allen Drei unverändert. Noch 20 Minuten, dann könnte ich Patenkind anschreiben. Ist das peinlich? Wahrscheinlich schon.
22:45 Uhr: Endlich Lebenszeichen von K1. Ich lasse mir nichts anmerken, wünsche eine gute Nacht, mache das Licht aus und schlafe…

Sonntag

Ich wache total deprimiert auf. Das ist immer so, wenn ich schlecht geträumt habe. Vor allem der letzte Traum einer Nacht entscheidet über meine Stimmung. Ich weiß nicht mehr, was ich geträumt  habe, aber es war scheiße.
Griff zum Tablet: erst einmal zwei Nachrichten an K1 geschrieben

Wieso hatte ich letzte Nacht nur Alpträume oder Alpträumchen? Hormone? Schlechte Stimmung – wobei die natürlich auch durch die Hormone bedingt ist. Falsche Lektüre? Falsches Fernsehprogramm? Kann nicht sein, ich habe nur Fußball geguckt (ist das Grund für die Entfolgung, überlege ich mir prompt, schreibe ich zu viel über Fußball?)

Vielleicht rührt die schlechte Stimmung aber auch aus der Unzufriedenheit nichts „gebacken“ zu bekommen. Ich denke an meinen Text „Wieder nicht fertig geworden“, den ich vor langer, langer Zeit gebloggt habe und der dann zum Schlusswort des ersten Bandes „Weiblicher Alltag“ wurde. Diese beschissene Diskrepanz zwischen dem was man alles erledigen müsste, und wozu die Zeit reicht. Und von welcher Zeit sprechen wir überhaupt?  K2 hat mich zum gemeinsamen Lesen auf die Hollywoodschaukel eingeladen. Schaue ich auf meine Hausarbeitslisten, hätte ich dazu eigentlich keine Zeit gehabt. Die Liste, was noch zu erledigen ist, ist länger als der abgearbeitete Teil, und meine Psyche kommt derzeit ganz schlecht damit zurecht.

Niemals würde ich einen Stich nähen, ein Schnitt zuschneiden, nur ein Wort an einem möglichen Buch schreiben, wenn noch irgendwas im Haushalt  zu machen wäre. Tja, doof nur, dass immer was zu machen ist. Der Hühnerstall ist auch ziemlich groß – das ist der Preis. „Wir sollten jemand zum Putzen suchen, meint der Hahn. Ich bin dagegen. Ich habe dafür im Moment kein Geld. Ich will in Urlaub fahren und ich muss dies im August tun. Für drei Wochen Urlaub im August, bekommt man einen Kleinwagen.
Und wir brauchen ein neues Bad. Das Angebot ist gerade gekommen. Es kostet 9.000 Euro. Ohne Fliesen. Und ich habe wahrlich nicht die teuersten Artikel ausgesucht. Wir brauchen wirklich ein neues Bad. Ich sollte anfangen Lotto zu spielen, einen Zweitjob suchen oder einen Bestseller schreiben.

Apropos: Anzahl geschriebene Wörter gestern und heute: 0
Also ganz ehrlich, da darf man doch wohl mal ein bisschen frustriert sein, oder? ODER?

Aber die Ablage im Arbeitszimmer habe ich endlich weggeräumt.

Dieser “Bridget-Jones-Schreibstil” fängt an mir Spaß zu  machen… (aber es wird auch wieder andere Posts geben – keine Sorge) :-P

 

Kategorien: Neues aus dem Hühnerstall, Tagebuch von Frau Huhn | Hinterlasse einen Kommentar

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